Häusliche Gewalt

08. September 2015 11:43; Akt: 08.09.2015 14:24 Print

Tattoos gegen die Wunden der Missbrauchten

Die Brasilianerin Flavia Carvalho tätowiert Frauen, die Narben durch häusliche Gewalt auf sich tragen. Ihre Werke geben den Opfern neuen Lebensmut.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Flavia Carvalho (31) aus Curitiba hat sich vorgenommen, Opfern von häuslicher Gewalt zu helfen. Die Tätowiererin überdeckt mit ihrer Kunst Narben von Messerstichen, Schusswunden oder Verbrennungen. Alles kostenlos.

Carvalho begann mit ihrem Projekt «A Pele Da Flor» (auf Deutsch «Die Haut der Blüte») vor rund zwei Jahren. Auf die Idee kam sie, als eine Kundin sie bat, die Narbe auf ihrem Bauch mit einem Tattoo zu überdecken. Während Carvalho daran arbeitete, erzählte die Frau, wie die vernarbte Wunde entstanden war: Ein Mann hatte sie in einem Nachtklub mit einem Messer attackiert, nachdem sie ihn abgewiesen hatte.

Ein Sandkorn am Strand

«Als die Kundin das fertige Tattoo sah, war sie überglücklich. Das hat mich tief berührt», sagt die Tätowiererin zur Huffington Post. Sie begann, Gratis-Tattoos für missbrauchte Frauen zu stechen. Inzwischen kommen aber auch Kundinnen zu ihr, die sich wegen Brustkrebs eine Brust abnehmen lassen mussten.

Ihre Tattoos ließen nicht nur die Narben verschwinden, sondern schenkten den Frauen auch wieder etwas Selbstvertrauen, so Carvalho. «Die Frauen kommen in mein Studio und teilen ihre schmerzvollen Geschichten mit mir.» Sie weiß, dass damit das Problem der Gewalt gegen Frauen nicht gelöst ist. Trotzdem sei sie froh, den Opfern mit ihren Tattoos helfen zu können. «Es ist wundervoll zu sehen, wie sich für diese Frauen das Verhältnis zu ihrem Körper verändert.»

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.