Deutschland

08. August 2019 08:37; Akt: 08.08.2019 09:51 Print

Tierschützer filmen qualvollen Weg von Puten

Wegen schockierender Aufnahmen von rücksichtslosen Tiertransporten gerät die «Süddeutsche Truthahn AG» in die Kritik.

Ein Video zeigt die verstörenden Verhältnisse.

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Der deutsche Verein «Soko Tierschutz» hat einen Skandal um den Transport von Truthähnen aufgedeckt. Das berichtet das ZDF. Die Tiere werden in einem Mastbetrieb in Ungarn brutal misshandelt und anschließend zum Schlachtbetrieb Süddeutsche Truthahn AG, ein Tochterunternehmen der Bell Food Group, gebracht. Auf dem 500 Kilometer langen Weg nach Bayern sind Hälse und Flügel eingeklemmt, wie auf einem Video des Vereins zu sehen ist.

Gegenüber dem ZDF sagte das bayrische Umweltministerium, dass die Vorwürfe untersucht und künftig Kontrollen durchgeführt werden. Die Tierschützer sind schockiert – insbesondere, weil sie die unglaubliche Brutalität des Zulieferers aus Ungarn bereits im Jahr 2014 aufgedeckt hatten: «Die Firma hat nichts dazu gelernt. Da werden Tiere lebendig in den Müll geworfen, Truthähne mit Knüppeln niedergeschlagen, Tiere sogar bei lebendigem Leib geschächtet», sagt Friedrich Mülln von der «SOKO Tierschutz».

«Massive Doppelmoral» beim Verbraucher

Als «Sollbruchstelle» bezeichnet Mülln das Verladen der Tiere in den Transporter: «Hier kommt es sehr oft zu Tierquälerei. Die Arbeit ist für den Menschen belastend, die Tiere wehren sich ja auch. Das ist ein ekliger Job und das führt dazu, dass die Tiere eklig behandelt werden.»

Zu den Vorwürfen teilt die Süddeutsche Truthahn AG mit: «Sowohl die Kontrolle durch die Veterinärbehörde vor dem Verladen vor Ort in Ungarn als auch die Kontrolle durch die deutschen Veterinärbehörden nach der Ankunft am Schlachtbetrieb und die Fleischbeschau waren unauffällig.» Aufgrund des öffentlichen Drucks wolle die Firma nun jeoch die Zusammenarbeit mit dem ungarischen Zulieferer vorerst ruhen lassen.

Bei den Verbrauchern sieht Mülln eine massive Doppelmoral, da sich viele über solche Zustände empören, aber die wenigsten die Konsequenzen daraus zögen: «Wenn die Empörung genauso wäre wie der Verkauf der Produkte, dann gäbe es keine Massentierhaltung mehr. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache.»

(L'essentiel/chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sabrine am 08.08.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    pauvres animaux, ça fait mal au coeur! arrêtons tout ça au plus!!!

  • Pia am 08.08.2019 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann STOPPT de Schäiss mir kenen ALL ganz gutt drop verzichten ONBEGRAIFLECH AN OUNI WIERDER :(:(

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  • Julie am 08.08.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wie schon mal geschrieben, die Tierhaltung muss auf höchsten Standart gesetzlich festgelegt sein und alles andere verboten werden. Freie Marktwirtschaft funktioniert hier nicht und Aufruf an die Verbraucher ist nur heisse Luft

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonym am 08.08.2019 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Fleisch essen bitte!

  • Léon am 08.08.2019 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Tout ça au nom de l’argent.

  • Antonietta/Tumminello am 08.08.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Jahr werden allein in Deutschland knapp 800 Millionen Landlebewesen getötet, hinzu kommen Milliarden Meeresbewohner. Die Aufzucht von Tieren in Tierfabriken ist grausam und eine ökologische Katastrophe. Das Essen von Tieren ist schlecht für unsere Gesundheit und wird mit vielen Krankheiten und Beschwerden, einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit in Verbindung gebracht.

  • Mr Crabs am 08.08.2019 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach naischt mei aus denen Länner importeieren.

    • De Mann vu menger Fra am 08.08.2019 16:18 Report Diesen Beitrag melden

      Aus déne Länner ?? EU ?? A wann se aus Nët-EU Länner kommen, da steet drop, nët vu wou, mais dat se an der EU "verschafft" goufen.

    • Mr Crabs am 09.08.2019 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @den mann vun .... firwat esou aggresiv?einfach mei letzebuerger produite kaafen.

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  • integratioun am 08.08.2019 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haalt op mat Kanner man, dann get et och keng Massentierhaltung mei...