Gerichtsurteil in Frankreich

11. September 2019 15:41; Akt: 11.09.2019 15:46 Print

Tod während Sex wird als Arbeitsunfall eingestuft

Während einer Geschäftsreise stirbt ein Mann beim Sex mit einer fremden Frau. Sein Arbeitgeber muss den Hinterbliebenen nun weiterhin Gehalt zahlen.

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Ein Gerichtsfall in Frankreich wird zum Präzedenzfall: Nach einem Urteil des Berufungsgerichts von Paris gilt ein Todesfall während des Sexaktes als Arbeitsunfall.

Konkret geht es um den Tod eines Sicherheitstechnikers am 21. Februar 2013, der in Medienberichten Xavier genannt wird. Der verheiratete Mann reiste geschäftlich nach Meung-sur-Loire im französischen Département Loiret. Dort lernte er eine Frau kennen, am Abend kam es in einem Hotelzimmer zum Sex zwischen den beiden. Während des Geschlechtsaktes erlitt er einen Herzinfarkt und starb.

Sex ist so alltäglich wie essen oder duschen

Die Justiz stufte den Fall als Arbeitsunfall ein. Damit hatten die Hinterbliebenen – die Ehefrau und Kinder des Verstorbenen – Anrecht, monatlich 80 Prozent von Xaviers Gehalt zu bekommen, bis zum Tag seiner Pensionierung. Die Firma, für die Xavier gearbeitet hatte, legte Berufung gegen den Entscheid ein, mit der Begründung, Xavier sei nicht in dem Hotelzimmer gestorben, das das Unternehmen für ihn organisiert gehabt habe.

In der zweiten Instanz erklärte ein Richter im Jahr 2016 den Fall erneut als Arbeitsunfall. Schließlich gehöre Geschlechtsverkehr zu den alltäglichen Handlungen wie duschen oder essen, meinte der Richter. Einmal mehr legte der Arbeitgeber Berufung ein.

In der letzten Instanz im Mai dieses Jahres erhielt Xaviers Familie erneut Recht. Was der Arbeitnehmer während seiner Geschäftsreise im Auftrag des Arbeitgebers mache, sei irrelevant. Während einer Geschäftsreise sei er klar unter der Verantwortung der Firma gestanden.

Die Arbeitsrecht-Anwältin Sarah Balluet machte den Fall erst jetzt bekannt.

(L'essentiel/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 12.09.2019 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also de Mann geet der Fra friem mee dat ass alltäglech dann.... Komesch logic....

  • Le Belge am 12.09.2019 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ahhh les Français, ils travaillent plus comme les castors qu'avec leur tête...

  • ZusammenHang am 12.09.2019 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich gesagt verstehe ich überhaupt nicht, warum es ein Arbeitsunfall sein soll. Was hat ein Herzinfarkt mit seiner Arbeit zu tun? War doch nur Zufall, dass es während der Dienstreise passierte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Le Belge am 12.09.2019 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ahhh les Français, ils travaillent plus comme les castors qu'avec leur tête...

  • Emerenz am 12.09.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist das Dorf wo Inspektor Maigret pensioniert ist, er sollte den Fall prüfen.

  • jimbo am 12.09.2019 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also de Mann geet der Fra friem mee dat ass alltäglech dann.... Komesch logic....

  • ZusammenHang am 12.09.2019 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich gesagt verstehe ich überhaupt nicht, warum es ein Arbeitsunfall sein soll. Was hat ein Herzinfarkt mit seiner Arbeit zu tun? War doch nur Zufall, dass es während der Dienstreise passierte.

  • Diabolo-nero am 11.09.2019 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    wann ech dann een Framënsch vergewaltegen, ass dat dann dat selwecht wei wann ech engem säin Iessen wësch huelen ?

    • Le Belge am 12.09.2019 21:29 Report Diesen Beitrag melden

      Je ne suis pas certain de saisir la finesse de ce commentaire.

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