«Ruinen-Porno»

11. Oktober 2019 09:35; Akt: 11.10.2019 09:42 Print

Tschernobyl-​​Kontrollraum darf betreten werden

Der harvarierte Reaktor 4 von Tschernobyl war für Touristen bislang tabu. Nun hat die Ukraine die radioaktiv verseuchte Schaltzentrale für Besucher freigegeben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bis zum 26. April 1986 war die Welt im Atomkraftwerk Tschernobyl in Ordnung, dann kam es dort zur Kernschmelze. Der Reaktorblock 4 explodierte. Obwohl die dabei freigesetzte Radioaktivität die Region weiträumig verseuchte, zieht es Menschen seit 2011, als die Ukraine die Zone um das havarierte Kraftwerk für Besucher freigab, in immer größeren Strömen dorthin.

Experten bezeichnen solche Reisen an Albtraumstätte als «Dark Tourism». Menschen, die sich von Orten mit morbider Geschichte angezogen fühlen, sprechen auch gern von «Ruinen-Porno». Sie finden Gefallen am Verfall. Die in der Gegend um Tschernobyl immer noch vorherrschende Radioaktivität sorgt für einen weiteren Kitzel.

Nach fünf Minuten ist Schluss

Ein Bereich war bisher für Touristen aber gesperrt: Reaktor 4, der häufig als Epizentrum der Atomkatastrophe (siehe Bildstrecke oben) bezeichnet wird. Schließlich nahm hier das Desaster seinen Lauf. Neu darf nun aber zumindest der Kontrollraum besichtigt werden – allerdings nur für maximal fünf Minuten.

Der Grund: In der einstigen Schaltzentrale ist die Radioaktivität immer noch hoch. Laut der Nachrichtenagentur Ruptly ist die Strahlung im Innern 40.000-mal höher als in Gegenden ohne atomare Vergangenheit.

Folgen für die Gesundheit?

Um keinen Schaden zu nehmen, müssen Besucher des Kontrollraums laut CNN Schutzanzug, Helm und Maske tragen. Im Anschluss an ihren Besuch müssen sie sich zudem zwei Strahlungstests unterziehen, um die Radioaktivitätswerte im Körper zu ermitteln.

Laut der britischen Zeitung Telegraph müssen Besucher des Kontrollraums nicht mit negativen Folgen für die Gesundheit (siehe Box) rechnen. Der Aufenthalt sei zu kurz, als dass er zu gesundheitlichen Schäden führen könne. Sofern sich die Besucher an die Vorgabe der Veranstalter hielten, bekämen sie weniger Strahlung ab als während einer Stunde auf einem Transatlantikflug, zitiert Spiegel.de Jaroslaw Jemeljanenko von Chernobyl Tour.

(L'essentiel/fee)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De_klenge_Fuerzkapp am 12.10.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Und was haben wir aus dieser Katastrophe gelernt? Nichts . . . überhaupt nichts . . . nach der Katastrophe, haben wir fleissig noch mehr Atomkraftwerke gebaut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • De_klenge_Fuerzkapp am 12.10.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Und was haben wir aus dieser Katastrophe gelernt? Nichts . . . überhaupt nichts . . . nach der Katastrophe, haben wir fleissig noch mehr Atomkraftwerke gebaut.