Versuchte Überfahrt

24. November 2021 17:43; Akt: 24.11.2021 17:43 Print

Über 20 Flüchtlinge sterben im Ärmelkanal

Ein Boot hat am Mittwoch vor Calais mehrere Schiffbrüchige entdeckt. 20 Asylsuchende, die von Frankreich nach Großbritannien unterwegs waren, konnten nur noch tot geborgen werden.

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Beim Kentern eines Flüchtlingsbootes im Ärmelkanal sind mindestens 20 Menschen gestorben. Die Besatzung eines Bootes der französischen Marine habe am Mittwochnachmittag vor der Küste von Calais eine Gruppe Menschen im Wasser treiben sehen, teilte das Innenministerium in Paris mit. 20 von ihnen konnten nur noch tot geborgen werden, wie die französische Polizei mitteilt. Mehrere Schiffbrüchige wurden teils bewusstlos von der Marine an Bord genommen. Es gebe große Betroffenheit angesichts des Dramas beim Kentern des Bootes, sagte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Mittwoch. Er werde zum Ort des Unglücks reisen.

Wie die Maritime Präfektur während der noch laufenden Rettungsaktion mitteilte, habe ein Fischerboot den Notruf abgesetzt, dass sich mehrere Migranten in Seenot im Ärmelkanal befänden. Drei Rettungsschiffe und zwei Hubschrauber seien daraufhin zum Einsatz gekommen. Mehrere Verunglückte hätten inzwischen geborgen werden können, einige seien in Lebensgefahr. Von Toten war zunächst nicht die Rede. Aus der Luft und per Boot werde im Meer nach möglichen weiteren Schiffbrüchigen gesucht.

31.500 Überfahrten seit Jahresbeginn

Nach Angaben der zuständigen Präfektur ist die Zahl der versuchten Überfahrten von Frankreich nach Großbritannien seit Beginn des Jahres auf 31.500 gestiegen. Damit hat sie sich seit August verdoppelt. Etwa 7800 Menschen wurden aus Seenot gerettet. Insgesamt sind 2021 bislang mindestens zwölf Menschen gestorben oder gelten als vermisst. Die Überfahrten von Migranten nach Großbritannien tragen erheblich zu den Spannungen zwischen Paris und London bei.

Die Migranten nutzen oft seeuntaugliche Boote und zahlen Schleppern hohe Preise. Viele wollen nach Großbritannien, weil sie die Sprache sprechen und dort bereits Bekannte oder Verwandte haben. Der Anstieg der Zahlen seit August dürfte damit zu tun haben, dass die Überfahrt mit den sinkenden Temperaturen demnächst noch gefährlicher wird.

(L'essentiel/AFP/DPA/bho)

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