USA

23. November 2021 21:36; Akt: 23.11.2021 21:46 Print

Unschuldiger kommt nach 40 Jahren Haft frei

Als er wegen dreifachen Mordes verurteilt wurde, war Kevin Strickland ein Teenager. Er bestritt seine Schuld. Später bestätigte die Hauptzeugin unter Druck gesetzt worden zu sein.

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Nach mehr als 40 Jahren im Gefängnis kommt ein zu Unrecht inhaftierter Mann aus Kansas City auf freien Fuß. Der Mann sei 1979 zu Unrecht wegen dreifachen Mordes verurteilt worden, entschied Richter James Welsh vom Berufungsgericht des US-Staats Missouri am Dienstag nach einer dreitägigen Beweisanhörung. Die Beweise, die zu seiner Verurteilung vorgelegt worden seien, seien seit der damaligen Verhandlung widerrufen oder widerlegt worden.

Der 62-jährige Kevin Strickland hatte stets beteuert, dass er zu Hause gewesen sei und ferngesehen habe und nichts mit den Morden an den drei Männern im Alter von 20 bis 22 Jahren zu tun habe. Als sie geschahen, war er 18 Jahre alt. Das Beweisverfahren konzentrierte sich weitgehend auf Aussagen einer Zeugin, die die Schüsse vom 25. April 1978 als einzige überlebte. Sie hatte Strickland ursprünglich als einen von vier Männern identifiziert, die auf die Opfer schossen, und dies auch ausgesagt.

Weitere Verdächtige nie angeklagt

Später sagte sie jedoch, sie sei von der Polizei unter Druck gesetzt worden, Kevin Strickland anzugeben. Sie ersuchte jahrelang politische und juristische Experten um Hilfe, um zu beweisen, dass sie den falschen Mann identifiziert hatte. Dies sagten ihre Familie, Freunde und ein Arbeitskollege während der jetzigen Anhörung aus. Die Zeugin selbst starb im Jahr 2015. Zwei weitere Männer, die für die Morde verurteilt wurden, beharrten später ebenfalls darauf, dass Strickland nicht am Tatort war, wie die Zeitung «Kansas City Star» berichtete. Sie hätten zwei weitere Verdächtige genannt, die jedoch nie angeklagt worden seien.

Die Anwälte der Generalstaatsanwalt von Missouri argumentierten, die Unterstützer von Strickland hätten keinerlei Beweise dafür vorgelegt, dass die ursprüngliche Zeugin versucht habe, ihre Identifizierung von Strickland zu widerrufen. Die Theorie basiere auf Hörensagen. Kevin Strickland sei schuldig, bekräftigte Generalstaatsanwalt Eric Schmitt, ein Republikaner, der für den US-Senat kandidiert.

Petition zuerst abgelehnt

Im Mai dieses Jahres gab die Staatsanwältin Jean Peters Baker bekannt, dass sie nach einer Überprüfung des Falls von Stricklands Unschuld überzeugt sei. Im Juni lehnte es der Oberste Gerichtshof von Missouri ab, die Petition für den 62-Jährigen anzuhören.

Im August berief sich Peters Baker auf ein neues Gesetz des Staats, um die Beweisanhörung in Jackson County zu beantragen, wo Strickland verurteilt worden war. Das Gesetz erlaubt es örtlichen Staatsanwälten, Verurteilungen anzufechten, wenn sie glauben, dass der Angeklagte das Verbrechen nicht begangen hat. Es war das erste – und bisher einzige – Mal, dass ein Staatsanwalt dieses Gesetz nutzte, um eine frühere Verurteilung anzufechten.

(L'essentiel/DPA/bho)

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