Raumfahrt

27. Mai 2020 16:58; Akt: 27.05.2020 22:41 Print

USA testen am Abend bemannten Flug zur ISS

Rund neun Jahre nach dem letzten Flug eines US-Space-Shuttles sollen erstmals wieder US-Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation starten.

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Nach knapp neunjähriger Pause sollen am heutigen Mittwochabend erstmals wieder Astronauten von den USA aus zur Raumstation ISS abheben. Um 22.32 Uhr sollen die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley mit einer «Falcon 9»-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus in einer «Crew Dragon»-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation starten. Einen Tag später sollen sie an der ISS andocken und rund einen Monat bleiben. US-Vizepräsident Mike Pence bezeichnete den Start als Beginn einer «neuen Ära von amerikanischer Führungsstärke im All».

Es handelt sich um den letzten Flugtest für den vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelten «Crew Dragon». Wegen der Coronavirus-Pandemie ist der Zugang zu dem Gelände des Weltraumbahnhofs im US-Bundesstaat Florida stark eingeschränkt. US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme aber angekündigt.

USA auf Russland angewiesen

Für alle, die den Start von zuhause verfolgen wollen, haben die Nasa und Einrichtungen wie das American Museum of Natural History in New York Livestreams und ausgiebige Online-Begleitung angekündigt. Läuft alles nach Plan ist die SpaceX-Kapsel um 22.54 Uhr am mitteleuropäischen Nachthimmel zu sehen. Interessierte sollten dann ihren Blick nach Westen richten.

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre «Atlantis» zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit bis zu 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

«Kontrollierte Explosion»

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Wenn alles nach Plan verläuft, soll es noch in diesem Jahr einen weiteren Start eines «Crew Dragon» geben, der dann vier Astronauten zur ISS bringen soll. Auch nach vielen Jahren Erfahrung in der Raumfahrt besteht laut dem Generaldirektor der europäischen Raumfahrtbehörde (ESA), Jan Wörner, immer noch ein Risiko bei der Mission. «So ein Raketenstart ist eine kontrollierte Explosion. Deshalb muss man auch heute Sorge haben», sagte Wörner am Mittwoch im «Deutschlandfunk».

Wörner befürwortet zudem eine Kommerzialisierung der Raumfahrt. «Ich glaube, das ist der richtige Schritt», erklärte er. So hätte man es auch in der Luftfahrt erlebt. In der ESA versuche man daher, mehr Verantwortung in Firmen zu übertragen und eher Leistungen einzukaufen. «Die öffentliche Hand gibt da keine Kontrolle weg», sagte Wörner.

(L'essentiel/dpa)

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