Schiesserei an US-Schule

05. Dezember 2021 13:26; Akt: 05.12.2021 13:31 Print

Vater schenkte Sohn die Waffe kurz vor der Tat

Die Eltern des 15-jährigen Todesschützen, der an einer Schule vier Menschen erschossen hat, werden mit angeklagt. Die Staatsanwältin will damit eine Botschaft an die Nation senden.

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Nach der Schusswaffenattacke mit vier Toten an einer Schule im US-Bundesstaat Michigan sind auch die Eltern des 15-jährigen Angreifers angeklagt worden. Die Justiz wirft James und Jennifer Crumbley fahrlässige Tötung in vier Fällen vor, wie Staatsanwältin Karen McDonald am Freitag sagte. Der Vater hatte die Tatwaffe vier Tage vor der Attacke gemeinsam mit seinem Sohn gekauft.

Die Eltern sind inzwischen zur Fahndung ausgeschrieben, da deren Aufenthaltsort derzeit nicht bekannt sei, sagte der Sheriff des Landkreises Oakland County, Michael Bouchard. An der Fahndung sei auch die Bundespolizei FBI beteiligt. Wer Informationen über den Aufenthaltsort von James und Jennifer C. habe, solle sofort den Notruf 911 wählen, hieß es in dem am Freitag veröffentlichten Fahndungsaufruf des Sheriffs im Bezirk Oakland.

Der 15-Jährige hatte an seiner Schule in der nördlich von Detroit gelegenen Kleinstadt Oxford am Dienstag das Feuer eröffnet. Er tötete dabei vier Mitschüler im Alter zwischen 14 und 17 Jahren und verletzte sieben weitere Menschen.

«Mein Leben ist nutzlos»

Er ließ sich nach der Tat widerstandslos festnehmen und wurde in der Folge unter anderem wegen vierfachen Mordes und Terrorismus angeklagt. Dem Teenager soll nach dem Erwachsenenstrafrecht der Prozess gemacht werden. Ihm droht lebenslange Haft.

Die Mutter des Täters soll die Waffe, eine halbautomatische Pistole, auf Online-Plattformen als «Weihnachtsgeschenk» für ihren Sohn bezeichnet haben, wie Staatsanwältin McDonald weiter sagte.

Ankündigung im Video

Nach Angaben der Polizei hatte der 15-Jährige am Abend vor der Tat ein Video auf seinem Handy aufgenommen, in dem er die Attacke für den nächsten Tag ankündigte. Am nächsten Morgen wurde er mit seinen Eltern von der Schulleitung zu einem Gespräch zitiert, weil auf seinem Pult Zeichnungen mit Gewaltfantasien entdeckt worden waren.

«Die Gedanken hören nicht auf. Helft mir», war neben einem Bild von einer Pistole zu lesen. Zudem hatte Crumbley eine Patrone und eine Leiche gezeichnet, zusammen mit der Botschaft: «Mein Leben ist nutzlos». Die Eltern weigerten sich aber, ihren Sohn nach Hause zu bringen. Der 15-Jährige kehrte daraufhin in den Unterricht zurück. Später holte er dann auf der Schultoilette die Pistole heraus, die er in seinem Rucksack versteckt hatte, und eröffnete das Feuer.

Botschaft an Waffenbesitzer

«Die Vorstellung, dass Eltern diese Worte lesen und gleichzeitig wissen, dass ihr Sohn Zugang zu einer tödlichen Waffe hatte, die sie ihm gegeben haben, ist unerhört und ich denke, es ist kriminell», sagte Staatsanwältin McDonald. Sie warf den Eltern auch vor, nicht überprüft zu haben, ob der Teenager die Waffe bei sich hatte.

Mit der Anklage gegen James und Jennifer Crumbley sollen nach Angaben der Staatsanwältin «jene zur Verantwortung gezogen werden, die zu dieser Tragödie beigetragen haben, und es soll eine Botschaft an Waffenbesitzer ausgesandt werden, dass sie eine Verantwortung haben».

(L'essentiel/AFP/DPA/roy)

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