Mysteriöser Fall

10. Oktober 2019 13:02; Akt: 10.10.2019 13:16 Print

Warum leidet 10-​​Jährige an Alterskrankheit?

Lange ließ das Mädchen aus Nigeria seine Ärzte rätseln. Niemand konnte ihre hohen Blutdruckwerte erklären. Am Ende muss sie unters Messer.

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Pochende Kopfschmerzen und übermäßiges Schwitzen waren die ersten Anzeichen, dass mit einem 10-jährigen Mädchen aus Nigeria etwas nicht stimmte. Aufgrund ihres Lebensraums fällt der Verdacht schnell auf Malaria. Dazu passt auch, dass sie kaum noch etwas essen mag und immer dünner wird.

Über ein Jahr wird die junge Patientin gegen das Tropenfieber behandelt, jedoch ohne Erfolg. Der 10-Jährigen geht es unverändert schlecht. Als die behandelnden Ärzte nicht mehr weiterwissen, überweisen Sie das Mädchen an ein Lehrkrankenhaus im Südwesten von Nigeria. Dort nehmen sich ihr angehende Kinderärzte an.

Puls ist gut, Blutdruck zu hoch

Dabei stellt sich heraus, dass sich zu den bereits dokumentierten Symptomen – Schwitzen und Kopfweh – zwischenzeitlich noch ein weiteres gesellt hat. So leidet die 10-Jährige in regelmäßigen Abständen an Herzrasen, das nach einiger Zeit wieder von selbst verschwindet.

Die Untersuchungen ergeben einen Puls von 100 Schlägen in der Minute, was für ihr Alter normal ist, wie die Mediziner um Olarinde Jeffrey Ogunmola im «American Journal of Case Reports» berichten. Beunruhigend sei aber ihr deutlich erhöhter Blutdruck (siehe Box), was bei älteren Menschen häufig vorkommt.

Statt wie normal bei 120 zu 80 zu liegen, präsentierte die Patientin Werte zwischen 180 zu 120 und 200 zu 120. Eine Erklärung dafür finden die Mediziner nicht.

Verdächtiges Ultraschallbild

Um gefährliche Folgeerscheinungen zu verhindern, ziehen sie Kardiologen hinzu und verabreichen ihrer Patientin schließlich verschiedene Blutdrucksenker. Doch keiner von diesen bringt Besserung. Entsprechend forschen die Ärzte weiter.

Bei einem Ultraschall vom Bauchraum entdecken sie dann eine Unregelmäßigkeit. Im CT (Computertomografie) wird klar, dass es sich dabei um einen Tumor handelt, der ihre rechte Niere befallen hat. Die Mediziner operieren sofort.

Die Biopsie der entfernten Geschwulst zeigt, dass es sich um ein Nierenzellkarzinom handelt, der häufigsten Krebsart der Nieren bei Erwachsenen. Bei Kindern tritt sie dagegen nur sehr selten und mit anderen Symptomen auf, weshalb die Ärzte nur durch Zufall auf den Auslöser der Beschwerden stießen.

Der 10-Jährigen kann das heute egal sein: Nur fünf Tage nach dem Eingriff konnte sie nach Hause – zum ersten Mal seit Monaten ohne Schmerzen.

(L'essentiel/fee)

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