Folgen der Massenproduktion

07. August 2018 13:24; Akt: 07.08.2018 18:23 Print

Was im Zuchtlachs steckt, ist absolut unappetitlich

Lachs gilt als gesund, vor allem weil er reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Doch der gesunde Inhaltsstoff wird zunehmend von Pestiziden und Antibiotika verdrängt.

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Filet, Brötli, Sushi: Aus dem einstigen Festtagsschmaus ist ein Alltagsfisch geworden. Der Appetit auf Lachs ist weltweit so groß, dass er mit Wildtieren allein nicht gestillt werden kann.

Deshalb werden Lachse gezüchtet. Mehr als 90 Prozent von ihnen stammen heute aus sogenannten Aquakulturen, wie die im Wasser liegenden Fischfarmen genannt werden. Besser macht das den Fisch aber nicht – im Gegenteil.

Wenig Bewegung, viele Gifte

Schon die Haltung im Käfig sorgt für einen gravierenden Unterschied. Denn anders als ihre wildlebenden Artgenossen, die weite Strecken zum Teil sogar stromaufwärts zurücklegen müssen, bewegen sich die in Gefangenschaft lebenden Lachse kaum.

In der Folge haben sie oft weniger Muskeln, in denen eigentlich die wichtigen Proteine stecken, dafür mehr Fett, wo sich die auch für den Menschen gefährlichen Giftstoffe wie Dioxin, Quecksilber und PCB besonders ansammeln.

Fleischfresser zu Vegetariern gemacht

Problematisch ist auch das Futter: Während sich Lachse in freier Wildbahn von Garnelen, kleinen Krebsen und anderen Fischen ernähren, bekommen die gezüchteten vor allem pflanzliche Pellets vorgesetzt – weil das günstiger als tierisches Futter ist, aber auch, weil die Bestände an zu verfütternden Tieren nicht ausreichen würden.

Die überwiegend vegetarische Fütterung führt dazu, dass Zuchtlachse deutlich weniger Omega-3-Fettsäuren enthalten. Denn wie die Menschen müssen auch die Fische die Fettsäuren über die Nahrung aufnehmen.

Zwar ist das Futter in den Aquakulturen reich an Omega-6-Fettsäuren, die ebenfalls wichtig für den menschlichen Organismus sind. Allerdings nehmen wir davon sowieso schon genug zu uns. Und zu viel davon könnte wiederum die Wirkung der Omega-3-Fettsäuren reduzieren.

Verbotene Chemikalie

Das Grünfutter ist auch noch aus einem weiteren Grund problematisch: Es verdirbt schnell. Um dem Verfall etwas entgegenzusetzen, wird es mit Antioxidantien versetzt. In der Regel mit Ethoxyquin, das früher in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel eingesetzt und 2006 in der EU verboten wurde, weil es direkt ins menschliche Gehirn gelangen kann und im Verdacht steht, das Erbgut zu schädigen.

Dass der Stoff trotz des Verbots immer noch ins Futter gemischt wird, liegt daran, dass bis zum Jahr 2020 eine Übergangsfrist gilt. Für den Konsumenten bedeutet das nichts Gutes, wie ein Test des Konsumentenmagazins «Gesundheitstipp» zeigte. Laut diesem enthalten Lachse aus Norwegen bis zu 671 Mikrogramm Pestizid pro Kilo.

Cocktail aus Hormonen, Antibiotika und Pestiziden

Doch auch den Fischen selbst werden chemische Substanzen zugefügt: Hormone sollen ihr Wachstum antreiben, Antibiotika die Lachse gesund halten (siehe Box 1) und Pestizide Parasiten wie die Lachslaus (Lepeophtheirus salmonis) fernhalten. Farbstoffe sorgen für die aus Konsumentensicht typische Lachsfarbe.

Vor allem die Lachsläuse setzen den Tieren ordentlich zu. Die nur wenige Millimeter großen Krebse beissen sich in den Lachsen fest und ernähren sich von deren Körperschleim, Blut und Schuppen. Dadurch schwächen sie die Fische und machen sie anfällig für Krankheiten, woran diese dann meist verenden.

Der Schaden ist immens. Laut dem Norwegian Seafood Council, der Vertretung der Fischindustrie, starben allein im Jahr 2016 rund 53 Millionen Tiere wegen der Lachslaus.

Immerhin: Mittlerweile versuchen viele Betriebe, der Lage mit Putzerfischen Herr zu werden, die die Parasiten abfressen sollen. Denn auch die Züchter wissen: Alles, was den Tieren an Substanzen zugeführt wird, landet später mit dem Fisch zusammen auf unseren Tellern.

(L'essentiel/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Le censuré am 07.08.2018 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    C'est vraiment pas nouveau, surtout en Norvège. Mais où allez vous chercher ces scoops qui n'en sont pas? Censuré? Certainement...

  • pfffffffffffffffffffffffffffffffffffffff am 07.08.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Beeeeuuuuuurrrrrrkkkkkkkk ! Allo, Bruxelles ???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Le censuré am 07.08.2018 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    C'est vraiment pas nouveau, surtout en Norvège. Mais où allez vous chercher ces scoops qui n'en sont pas? Censuré? Certainement...

  • pfffffffffffffffffffffffffffffffffffffff am 07.08.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Beeeeuuuuuurrrrrrkkkkkkkk ! Allo, Bruxelles ???

    • Roxio am 08.08.2018 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      Il doit y avoir du lobbying dernière. Chut ....

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