Prinz Andrew, Bill Clinton, Donald Trump

12. Juli 2020 13:31; Akt: 12.07.2020 13:40 Print

Wen wird Epstein-​​Vertraute Maxwell ans Messer liefern?

Ghislaine Maxwell wartet in einem New Yorker Gefängnis auf ihren Prozess. Es wird vermutet, dass sie einige Prominente wegen ihrer Vorliebe für junge Mädchen ans Messer liefert.

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Als die Beweislage zu erdrückend wurde und er tatsächlich ins Gefängnis musste, nahm sich der US-Unternehmer Jeffrey Epstein letztes Jahr das Leben. Der vorbestrafte Geschäftsmann soll über zwei Jahrzehnte lang Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben – in einer derartigen Regelmäßigkeit, dass von einem regelrechten international betriebenen Mädchenhandel ausgegangen wird. Das jüngste Opfer soll elf Jahre alt gewesen sein.

Eine Reihe von Epsteins Opfern beschuldigen auch dessen vertraute und ehemalige Freundin Ghislaine Maxwell (58), Epstein beim Missbrauch geholfen und manchmal sogar selbst daran teilgenommen zu haben. «Sie hat mich sicher zwanzig Mal vergewaltigt, als ich zwischen 14 und 16 Jahre alt war. Sie ist genauso böse wie es Epstein war», sagte eine namentlich nicht genannte Frau gegenüber Fox News.

«Geiler Andy» unter Druck

Zwar war die gebürtige Britin, das neunte Kind des Medienzaren Robert Maxwell und der französischstämmigen Holocaust-Forscherin Elisabeth Meynard, nach Epsteins Selbstmord untergetaucht. Doch das FBI spürte sie Anfang Juli in New Hampshire auf und nahm sie fest. Statt auf ihrem Luxusanwesen, das passenderweise «Tuckedaway» («versteckt») heißt und von Maxwell unter fremden Namen für eine Million Dollar in bar gekauft wurde, sitzt sie inzwischen in einem New Yorker Gefängnis. Wegen mutmaßlicher Suizidgefahr steht sie in Untersuchungshaft unter besonderer Beobachtung: Bettlaken und Kleidung wurden ihr weggenommen, sie muss Kleider aus Papier tragen. Kommenden Dienstag, 14. Juli, steht der nächste Gerichtstermin an.

Die Anklage gegen Maxwell bringt auch den Sohn von Queen Elizabeth, Prinz Andrew, in Bedrängnis. Maxwell, die Andrew schon seit ihrer Jugend kennt, hatte ihn 1999 mit ihrem Freund Epstein bekannt gemacht, die drei verbrachten regelmäßig Zeit miteinander. Jetzt beschuldigt ihn Virginia Roberts Giuffre, sie unter der Vermittlung von Epstein und Maxwell im Alter von 17 Jahren in London zu Sex gezwungen zu haben.

«Randy Andy», wie er in Großbritannien gerne genannt wird – etwa: geiler Andy – bestreitet dies. In einem BBC-Interview wollte der 60-Jährige sich zur Wehr setzen, erreichte aber das Gegenteil. Er kenne diese Frau gar nicht, sagte er – und wurde prompt der Lüge überführt: Ein Foto zeigt die junge Giuffre mit Prinz Andrew, im Hintergrund lehnt eine lächelnde Maxwell an einem Türrahmen. Als Konsequenz gab er vorerst seine royalen Pflichten auf und lässt sich seitdem kaum noch in der Öffentlichkeit blicken.

Filmte Maxwell die Prominenten heimlich beim Sex?

Dennoch finden die Spekulationen um Prinz Andrews mögliches Tun kein Ende. Viele vermuten, dass ihn seine Freundin Maxwell vor Gericht ans Messer liefern werde, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Gut möglich, dass auch andere mächtige Männer, mit denen sich Epstein und Maxwell so gerne umgaben, diese Möglichkeit ins Auge fassen. So zählten etwa der Schauspieler Kevin Spacey, der US-Präsident Donald Trump oder Bill Clinton zu den Gästen der beiden.

Die «Reichen und Schönen» könnten tatsächlich allen Grund zur Sorge haben – zumal Maxwell laut einer Bekannten immer wieder damit geprahlt haben soll, prominente Freunde bei sexuellen Begegnungen zu filmen. Auch Prinz Andrew soll sie heimlich aufgenommen haben.

«Um dem Gefängnis zu entgehen, wird sie Namen nennen müssen. Aber Prinz Andrew wird sie nie verraten», ist Laura Goldman überzeugt. Die langjährige Freundin Maxwells erklärt gegenüber dem Telegraph, dass Prinz Andrew sie mit der High Society New Yorks bekannt zu machen und sie ihm dafür ewig dankbar sei.

Sie sei ohnehin etwas verschossen in den Prinzen und erzähle immer, was für ein guter und naher Freund er ihr doch sei, auch wenn sie ihn gleichzeitig als «naiv und etwas dumm» bezeichnet habe. Goldmann vermutet: Bevor sie ihren Jugendfreund Prinz Andrew ans Messer liefert, wird Ghislaine Maxwell eher über die Besuche von Bill Clinton oder Donald Trump auspacken.

(L'essentiel/ag)

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