Covid-19

08. März 2020 22:18; Akt: 08.03.2020 22:27 Print

Wer diese Krankheiten hat, ist besonders gefährdet

Die Gefahr, an der durch das neue Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 zu sterben, ist für Menschen mit verschiedenen Vorerkrankungen deutlich höher.

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Das Sars-CoV-2-Virus trifft nicht alle Menschen gleich. Während gesunde, jüngere Patienten mit einem milden Verlauf der Krankheit Covid-19 rechnen dürfen, steigt die Sterblichkeitsrate bei Menschen ab 60 Jahren stark an. Auch bei Patienten mit Vorerkrankungen ist diese Rate deutlich höher. Doch welche Vorerkrankungen sind besonders problematisch?

Darüber gibt eine Studie aus China Auskunft, die insgesamt 44.000 bestätigte Fälle untersucht hat. Sie stellte bei an Covid-19 Erkrankten eine durchschnittliche Sterblichkeitsrate von 2,3 Prozent fest. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sprach am Donnerstag sogar von einer Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent bei gemeldeten Covid-19-Patienten.

Verbreitete Erkrankungen

Deutlich höher sind diese Werte bei Menschen mit Vorerkrankungen. Die chinesische Studie hat festgestellt, dass sie bei Covid-19-Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen am höchsten ist. Bei ihnen liegt sie bei 10,5 Prozent (siehe Tabelle). Bei einer Herzschwäche kann Sars-CoV-2 etwa zu einer weiteren Schwächung der Herzfunktion und zu Wasseransammlungen in der Lunge führen, in besonders schweren Fällen zu einem Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems, wie NDR berichtet.

Ebenfalls ein stark erhöhtes Risiko haben Diabetiker. In China beträgt die Sterberate für sie laut der Studie 7,3 Prozent. Dies, weil bei Diabetes mellitus ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel wichtige Abwehrzellen beeinträchtigt. Zudem können Organe angegriffen sein, was dazu führt, dass der Körper schlechter gegen das Virus ankämpfen kann.

An dritter Stelle folgen chronische Atemwegserkrankungen. Dazu gehören unter anderem die chronische obstruktive Lungenerkrankung COPD, aber auch Asthma. Sie erhöhen das Risiko, eine schwere Lungenentzündung zu erleiden. In China liegt die Sterberate für diese Patienten bei 6,3 Prozent.

Risiko Bluthochdruck

Gefährlich ist auch ein hoher Blutdruck (Hypertonie). Daran leidet in der Schweiz schätzungsweise jede vierte erwachsene Person, wobei rund ein Drittel nichts davon weiß. Hier stellten die chinesischen Forscher eine Sterblichkeitsrate von 6 Prozent fest, also nur wenig tiefer als bei Patienten mit Atemwegserkrankungen. Bei Krebspatienten schließlich lag die Sterblichkeitsrate bei 5,6 Prozent.

Doch nicht nur diese Krankheiten erhöhen das Risiko. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ECDC sind auch chronische Lebererkrankungen ein Risikofaktor. Das Gleiche gilt für Nierenkrankheiten.

Eine besondere Gefahr stellt das neue Coronavirus auch für Menschen dar, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen. Dies kann bei Patienten der Fall sein, die an Rheuma oder Krebs leiden, nach einer Chemotherapie oder einer Organtransplantation.

Risikofaktor Mann

Die chinesische Studie hat zudem eine höhere Sterblichkeitsrate bei Männern festgestellt. Bei ihnen liegt sie bei 2,8 Prozent, bei Frauen dagegen bei 1,7 Prozent. Wieso das genau so ist, ist derzeit nicht klar. Es könnte mit dem allgemein ungesünderen Lebensstil der Männer zu tun haben. In China raucht die Hälfte der Männer, während nur 2 Prozent der Frauen regelmäßig zur Zigarette greifen. Da Rauchen die Lungen schädigt, könnte das Virus deshalb bei Rauchern größeren Schaden anrichten. Auch ernähren sich Männer oft ungesünder, was das Risiko einer Erkrankung an Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck erhöht.

Zudem können Frauen offenbar das Virus besser bekämpfen, wie Sabra Klein, Virenforschein an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health der New York Times sagte. Auch die Immunantwort nach Impfungen sei im Vergleich zu Männern erhöht. Das gelte auch für das Immungedächtnis. Dieses schützt den Körper nach einer überstandenen Viruserkrankung vor einer neuen Ansteckung.

(L'essentiel/jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jacques am 09.03.2020 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    An diesem Morgen waren 66.232 gemeldete COVID-19 Fälle abgeschlossen. davon wurden 62.401 Patienten wurden als geheilt entlassen, 3.831 Patieneten verstarben. Das sind 6%, der Generaldirektor der WHO ist mit seiner Schätzung noch sehr vorsichtig.

  • Daniel am 09.03.2020 02:08 Report Diesen Beitrag melden

    "Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO [...] sprach am Donnerstag sogar von einer Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent bei gemeldeten Covid-19-Patienten." 3,4%? In Deutschland derzeit 1040 bestätigte Coronafälle. Mortalitätsrate derzeit exakt 0,0%. Zwar wird es irgendwann Tote geben, völlig klar, aber im Vergleich zur Influenza (derzeit in Deutschland bereits 202 Tote) ist Corona eher eine Lachnummer. Von Italien einmal abgesehen verläuft Corona in den westlichen Staaten eher sehr glimpflich.

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  • Jean Muller am 09.03.2020 01:40 Report Diesen Beitrag melden

    "die Immunantwort nach Impfungen sei im Vergleich zu Männern erhöht" Kompletter Quatsch à la NYT: es GIBT MOMENTAN KEINE IMPFUNG gegen den Coronavirus!! D.h. weder für Frauen noch für Männer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jacques am 09.03.2020 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    An diesem Morgen waren 66.232 gemeldete COVID-19 Fälle abgeschlossen. davon wurden 62.401 Patienten wurden als geheilt entlassen, 3.831 Patieneten verstarben. Das sind 6%, der Generaldirektor der WHO ist mit seiner Schätzung noch sehr vorsichtig.

  • Daniel am 09.03.2020 02:08 Report Diesen Beitrag melden

    "Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO [...] sprach am Donnerstag sogar von einer Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent bei gemeldeten Covid-19-Patienten." 3,4%? In Deutschland derzeit 1040 bestätigte Coronafälle. Mortalitätsrate derzeit exakt 0,0%. Zwar wird es irgendwann Tote geben, völlig klar, aber im Vergleich zur Influenza (derzeit in Deutschland bereits 202 Tote) ist Corona eher eine Lachnummer. Von Italien einmal abgesehen verläuft Corona in den westlichen Staaten eher sehr glimpflich.

    • Jean Muller am 09.03.2020 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Das Argument liest man immer wieder. Aber! Influenza hat eine Sterblichkeitsrate von gerade mal 0.0064%!

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  • Jean Muller am 09.03.2020 01:40 Report Diesen Beitrag melden

    "die Immunantwort nach Impfungen sei im Vergleich zu Männern erhöht" Kompletter Quatsch à la NYT: es GIBT MOMENTAN KEINE IMPFUNG gegen den Coronavirus!! D.h. weder für Frauen noch für Männer.

    • Knouter am 09.03.2020 10:45 Report Diesen Beitrag melden

      Dat war jo och nemmen allgemeng geduecht, well d'Fraen den Virus besser bekämpfen wi Männer. Heescht dass wann et eng Impfung géint iergendeppes get, di Impfung besser bei Fraen uschléit wi bei Männer.

    • Jean Muller am 09.03.2020 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Die ganze Aussage ist ein irreführender Mischmasch. Da wird von allgemeinen Reaktionen geredet welche für CoVid-19 schon mal z.B. bei dem Immungedächtnis nicht gegeben sind weil man sich auch nach einem überstandenen Befall wieder erneut anstecken kann. Zudem gibt es inzwischen mindestens 2 Virusstränge: den 'netteren' S-Type und den viel agressiveren L-Type welcher für 70% der Fälle schuldig ist. Weitere Mutationen werden folgen: Schlussendlich greift das Virus auch das zentrale Nervensystem an (Enzephalitis):

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