Forscher empfehlen Tötung

20. Januar 2021 11:03; Akt: 20.01.2021 11:15 Print

Werden Escobars Kokain-​​Hippos nun umgebracht?

In seinem Privatzoo hielt Drogenbaron Pablo Escobar vier Nilpferde. Die vermehrten sich unkontrolliert, bringen das Ökosystem aus dem Gleichgewicht und Anwohner in Gefahr.

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Die Nachkommen von Pablo Escobars Nilpferden sollten nach Ansicht von Forschern möglichst bald in ihrer Ausbreitung gebremst werden – auch mit drastischen Mitteln. Die Experten fürchten, dass sich die vermehrungsfreudigen Tiere in größeren Teilen Kolumbiens niederlassen. Der Drogenbaron Escobar brachte einst vier afrikanische Flusspferde auf seine Hacienda Nápoles, zuletzt streiften geschätzt zwischen 65 und 80 Tiere durch die Region.

«Unsere Ergebnisse zeigen die dringende Notwendigkeit, dass die kolumbianischen Behörden kritische Management-Entscheidungen treffen, um das Populationswachstum und die Ausbreitung der Flusspferde zu begrenzen», schreiben die Forscher im Fachblatt Biological Conservation. Eine Tötung sei vermutlich die einzige Maßnahme, mit der das Problem in den Griff zu kriegen sei. Die Tiere zerstören Felder, bringen das Ökosystem aus dem Gleichgewicht und Anwohner in Gefahr.

Sterilisation ist aufwendig und wenig wirksam

Nachdem Escobar 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, verfiel die Hacienda Nápoles. Die Nilpferde zogen in die umliegenden Wälder und pflanzten sich fort. Weil sie bisweilen auch Menschen angreifen, sind die bislang praktizierten Maßnahmen wie Kastration und Sterilisation nicht nur aufwendig und offensichtlich wenig wirksam, sondern auch gefährlich. «Die Option, sie zu töten, war immer auf dem Tisch», sagte der Biologe David Echeverry von der regionalen Umweltagentur Cornare gegenüber CNN. «Allerdings ist es sehr schwierig, sich vorzustellen, dass dies im Moment passieren könnte.»

Die Bewohner hätten sich an die Nilpferde gewöhnt, diese seien eine Touristenattraktion geworden. In gewisser Weise stehen die sogenannten Kokain-Hippos stellvertretend für das Erbe Escobars, den viele Kolumbianer zwar am liebsten vergessen würden – was allerdings nicht so leicht ist. Auch den Forschern scheint bewusst zu sein, dass ihre Empfehlungen schwer umzusetzen sind: «Weil das Flusspferd eine sehr charismatische Art ist, ist der Ansatz (der Tötung) nicht frei von Kontroverse.»

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ch m am 20.01.2021 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum habt ihr euch vorher um die Tiere gekümmert dann wäre es nicht so weit gekommen,deshalb sollen die Tiere jetzt sterben und das alles nur weil der Besitzer ein Drogenboss war,was können die armen Tiere dafür,die wissen doch nicht nicht was der für einer war,ihr hättet sie direkt von Anfang an an Zoos vermitteln sollen,dann wäre das Problem längst gelöst,aber nein man muss ja warten bis das Kind in den Brunnen gefallen ist erst dann macht man was,und die armen Tiere sollen die Rechnung bezahlen,Schweinerei sowas,Pfui Teufel.

  • Lol am 20.01.2021 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrenmann

  • Schokolas Mousse am 21.01.2021 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wann et drëms geet schweier Panzeren an aaner Artillerie mat groussen Fliegeren vun A no B ze transporteieren, dann ass daat kee Probleem. Waat Weihen Panzeren an waat Weihen dei Hippo'en. Déi Déieren kéint een mat esou engem Flieger an enger kéier op eng aaner Plaatz op der Welt brengen. Wo ein Wille ist , da ist auch ein Weg. Weivill Leit spenden un Déiereschutzorganisatiounen. Esou een Transport kascht och nët d'Welt.

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  • Schokolas Mousse am 21.01.2021 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wann et drëms geet schweier Panzeren an aaner Artillerie mat groussen Fliegeren vun A no B ze transporteieren, dann ass daat kee Probleem. Waat Weihen Panzeren an waat Weihen dei Hippo'en. Déi Déieren kéint een mat esou engem Flieger an enger kéier op eng aaner Plaatz op der Welt brengen. Wo ein Wille ist , da ist auch ein Weg. Weivill Leit spenden un Déiereschutzorganisatiounen. Esou een Transport kascht och nët d'Welt.

  • ch m am 20.01.2021 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum habt ihr euch vorher um die Tiere gekümmert dann wäre es nicht so weit gekommen,deshalb sollen die Tiere jetzt sterben und das alles nur weil der Besitzer ein Drogenboss war,was können die armen Tiere dafür,die wissen doch nicht nicht was der für einer war,ihr hättet sie direkt von Anfang an an Zoos vermitteln sollen,dann wäre das Problem längst gelöst,aber nein man muss ja warten bis das Kind in den Brunnen gefallen ist erst dann macht man was,und die armen Tiere sollen die Rechnung bezahlen,Schweinerei sowas,Pfui Teufel.

  • Lol am 20.01.2021 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrenmann