Zypern

24. April 2019 07:45; Akt: 24.04.2019 07:46 Print

Wütete ein Serienmörder im Touristenparadies?

Auf Zypern werden in einer Mine zwei ermordete Frauen gefunden. Die Polizei sucht jetzt fieberhaft nach einem Mädchen (6).

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Die Leichen der zwei Frauen waren in einer verlassenen Mine, rund 30 Kilometer westlich der zypriotischen Hauptstadt Nikosia, gefunden worden. Ein deutscher Tourist hatte die Mine fotografiert und dabei eine der Toten entdeckt: Sie war in einem Schacht getrieben, der nach schweren Regenfällen überflutet wurde.

Eine der beiden, die 39-jährige Philippinerin Mary Rose Tiburcio, war bereits im Mai 2018 verschwunden – zusammen mit ihrer kleinen Tochter. Von dem sechsjährigen Mädchen fehlt nach wie vor jede Spur, wie die «Cyprus Mail» schreibt.

«Zyperns erster Serienkiller»

Das zweite Opfer dürfte ebenfalls eine Filipina sein. Die 28-jährige Arian Palanas Lozano wurde auch im letzten Jahr als vermisst gemeldet. Noch sei das zweite Opfer nicht einwandfrei identifiziert worden, so die Polizei.

Mittlerweile haben die Ermittler einen zypriotischen Armeeoffizier (35) festgenommen. Er hatte die beiden Frauen auf der Datingsite Badoo kennen gelernt und gestand nun, die jüngere von ihnen nach dem Sex erwürgt zu haben. Unklar ist, was er über den Verbleib der 39-jährigen Tiburcio und ihrem Kind weiß. Die zypriotischen Medien bezeichnen den Berufssoldaten längst als «Zyperns erster Serienkiller».

Derzeit suchen Beamte weiterhin die stillgelegte Mine ab, die teilweise unter Wasser liegt. Deswegen beteiligen sich auch Polizeitaucher an der Suche nach dem Mädchen.

Rücktrittsforderungen

«Diese Art von Verbrechen ist neu für Zypern», sagte Polizeichef Zacharias Chrysostomou. Er muss sich heftige Kritik in dem Fall gefallen lassen: Die Polizei habe nicht reagiert, als Mutter und Kind als vermisst gemeldet worden seien. Nicht wenige unterstellen den Behörden, wegen der Nationalität der Opfer nicht schneller aktiv geworden zu sein.

Ein Aktivist und Bekannter der getöteten Mutter sagte gegenüber Reuters, die Polizei habe ihn nicht ernst genommen, als er die Filipina und ihre Tochter als vermisst gemeldet habe. Sie hätten seine Motive hinterfragt und ihm erklärt, die Frau und ihre Tochter seien wohl einfach weggezogen. «Hätten sie mir damals gelaubt, wäre wohl alles anders gekommen.»

Die Oppositionspartei Akel forderte in diesem Zusammenhang den Rücktritt von Polizeichef Chrysostomou und Justizminister Ionas Nicolaou.

(L'essentiel/gux)

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