Brückeneinsturz

19. August 2018 12:32; Akt: 19.08.2018 12:33 Print

Zahl der Toten in Genua auf 43 gestiegen

Die Einsatzkräfte in Genua rechnen nicht mehr mit weiteren Leichen unter den Trümmern, wollen die Suche aber noch nicht beenden.

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Viele Angehörige nutzten die bewegende Trauerfeier, um Abschied zu nehmen. (Bild: DPA/Gregorio Borgia)

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Rettungskräfte in Genua haben die Leichen der letzten Vermissten aus den Trümmern der eingestürzten Brücke geborgen. Zuletzt habe man in der Nacht zum Sonntag die Körper eines 9-jährigen Mädchens und seiner Eltern herausgeholt, teilte die Feuerwehr bei Twitter mit. Außerdem starb am Samstag ein verletzter Mann im Krankenhaus, wie ein Kliniksprecher bestätigte. Damit stieg die offizielle Zahl der Todesopfer auf 43. In einer bewegenden Trauerfeier, in der die Namen aller Toten verlesen wurden, nahmen Tausende Menschen Abschied.

Die Feuerwehr betonte, man wolle die Unglücksstelle weiter untersuchen, um sicherzustellen, dass sich keine weiteren Menschen unter den Trümmern befänden, die eventuell nicht als vermisst gemeldet worden seien. Bereits am Samstag berichteten italienische Medien, ein vermisster deutscher Tourist habe sich gemeldet, um zu sagen, dass es ihm gut gehe.

Laut Innenministerium sind unter den Toten 13 Ausländer. Dabei handle es sich um vier Franzosen, drei Chilenen, zwei Albaner, zwei Rumänen sowie einen Kolumbianer und einen Peruaner. Neun Verletzte befänden sich derzeit noch im Krankenhaus.

Beitreibergesellschaft weist Verantwortung von sich

Das Polcevera-Viadukt in der norditalienischen Hafenstadt, auch Morandi-Brücke genannt, war während eines Unwetters am Dienstag eingestürzt. Über 30 Fahrzeuge stürzten rund 45 Meter in die Tiefe.

Die private Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia weist die Verantwortung für den verheerenden Brückeneinsturz von sich. «Wir denken nicht, dass die Voraussetzungen vorliegen, Verantwortung für ein Ereignis zu übernehmen, dessen Ursache zunächst noch ermittelt werden muss», sagte Hauptgeschäftsführer Giovanni Castellucci auf einer Pressekonferenz. Experten vermuten, dass der Einsturz durch den Riss eines Tragseils verursacht worden sein könnte.

Bewegende Trauerfeier

In einer Trauerzeremonie nahmen Tausende Menschen am Samstag Abschied von den Opfern des Einsturzes. Feuerwehrleute wurden bei ihrer Ankunft mit Applaus begrüßt. «Auf Genua schaut derzeit die ganze Welt, in einer großen Umarmung aus Emotionen, Zuneigung und Erwartung», sagt Erzbischof Angelo Bagnasco.

Im Mittelpunkt der Zeremonie standen 18 mit Blumen geschmückte Särge. Einige Angehörige von Opfern nahmen aus Protest gegen die Regierung nicht an der Veranstaltung teil, wie Medien berichteten. Andere hielten Trauerfeiern in ihren Heimatgemeinden ab, etwa im Piemont und in Süditalien. Nach der Trauerfeier hatte die italienische Regierung angekündigt, weitere 28,5 Millionen Euro Soforthilfe bereitzustellen, zusätzlich zu den am Mittwoch versprochenen 5 Millionen Euro.

(L'essentiel/dpa)

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