Pittsburgh, Pennsylvania

14. Januar 2022 20:25; Akt: 14.01.2022 20:31 Print

Zahnarzt soll Ehefrau auf Jagd getötet haben

Weil er an die Lebensversicherungsgelder kommen wollte, wird Lawrence Rudolph verdächtigt, seine Frau nach 34 Jahren Ehe ermordet zu haben.

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Nilpferde, Leoparden – und auch die eigene Ehefrau im Visier? Ein Zahnarzt aus Pittsburg, Pennsylvania, wird beschuldigt, seine Ehefrau während einer Großwildjagd in Sambia erschossen zu haben. Das mutmaßliche Motiv: Lawrence Rudolph (67) kassierte Millionen von Dollars an Lebensversicherungsgeldern.

Nach Angaben der Bundesermittler beantragte er bei mehreren Lebensversicherungsgesellschaften eine Auszahlung von 4,8 Millionen Dollar für den Tod seiner Frau Bianca Finizio Rudolph. Die sambische Strafverfolgungsbehörde hatte diesen als Unfall eingestuft.

Beim Wegpacken der Schrotflinte

Ihnen hatte Rudolph erzählt, dass er Bianca am 11. Oktober 2016 am Boden des Schlafzimmers ihrer Unterkunft gefunden habe. Er sei im Bad gewesen, als sich seine Frau um 5.30 Uhr Ortszeit mit einer Schrotflinte in die Brust geschossen habe. Er gab an, dass das Gewehr von der Jagd am Vortag noch geladen und scharf gewesen sein müsse und sich entladen habe, als Bianca versuchte, es in den Koffer zu packen.

Vielleicht wäre der Zahnarzt mit dem Mord durchgekommen, wäre er nicht in Hektik verfallen: Noch am Todestag hatte er die US-Botschaft angerufen und darüber informiert, dass die Leiche seiner Frau von einem örtlichen Bestattungsunternehmen kremiert würde. Aus dem Freundeskreis zuhause sollte es später aber heißen, dass Bianca eine Einäscherung stets abgelehnt habe.

Aufmerksamer Konsul und Ex-Marine

Der amerikanische Konsul in Sambia, ein 20-jähriger Veteran der US-Marine, wurde ob der Eile misstrauisch und informierte das FBI: Er habe ein schlechtes Gefühl, weil alles so schnell ablaufe. An der Abdankung in Sambia machte er Fotos von Biancas Leiche und stellte fest: «Die Wunde war direkt am Herzen und schien nicht von Schrotkugeln verursacht.» Zudem stellte er keine Gasverbrennungen fest, wie sie für eine Kontaktwunde typisch sind.

Auch in den USA schlug eine Freundin von Bianca Alarm: Rudolph habe zum Zeitpunkt des Todes seiner Frau eine außereheliche Affäre gehabt und sich mit Bianca oft wegen Geldes gestritten, sagte sie dem FBI. Sie vermute «ein falsches Spiel».

Eine Ex-Mitarbeiterin des Zahnarztes erzählte dem FBI, Rudolph habe seit über 15 Jahren eine Geliebte. Diese habe Rudolph ein Ultimatum von einem Jahr gestellt, um seine Zahnarztpraxis zu verkaufen und Bianca zu verlassen.

«Dr. Rudolph freut sich auf seinen Prozess»

Mittlerweile steht die Anklage wegen Mordes im Ausland und Postbetrugs. Rudolphs Anwalt argumentiert, dass sein Mandant kein finanzielles Motiv habe, seine Frau zu töten, zumal seine Zahnarztpraxis einen Wert von acht Millionen Dollar haben soll. Zudem seien sowohl die Ermittler am Unfallort als auch mehrere Ermittlungen durch Versicherungsgesellschaften zum Schluss gekommen, dass Biancas Tod ein schrecklicher Unfall gewesen sei.

«Jetzt, mehr als fünf Jahre später, versucht die Regierung, einen Fall gegen diesen angesehenen und gesetzestreuen Zahnarzt zu konstruieren», so Anwalt David Oscar Markus. «Dr. Rudolph freut sich auf seinen Prozess, in dem er seine Unschuld beweisen wird.»

(L'essentiel/gux)

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