Happy-Heart-Syndrom

03. März 2016 12:08; Akt: 03.03.2016 12:18 Print

Zu viel Glück kann tödlich sein

Das Broken-Heart-Syndrom ist eine vorübergehende Herzschwäche, die oft durch Trauer ausgelöst wird. Aber sie kann auch nach freudigen Ereignissen auftreten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Broken-Heart- oder Takotsubo-Syndrom beruht auf einer Schwäche des Herzmuskels, durch den sich ein Teil des Herzens unnatürlich aufbläst. Die – in der Mehrheit weiblichen – Patienten leiden an Schmerzen in der Brust und Atemlosigkeit. Meistens folgt das Syndrom auf große emotionale Belastung.

Wissenschaftler um Christian Templin vom Universitätskrankenhaus Zürich haben 2011 ein internationales Register für Broken-Heart-Fälle lanciert. Nun haben sie die Daten der ersten 1750 eingetragenen Patientinnen und Patienten ausgewertet und stellen ihre Ergebnisse im European Heart Journal vor.

Ganz unterschiedliche Auslöser gefunden

Laut einer Mitteilung fanden die Forschenden dabei in 485 Fällen einen eindeutigen emotionalen Auslöser für das Syndrom. Bereits bekannt war, dass große Trauer, Wut oder Angst die Herzschwäche auslösen können. Bei ihrer Analyse stießen die Forscher nun jedoch erstmals auch auf freudige Ereignisse als Auslöser.

Bei 20 der 485 Fälle ging das «gebrochene Herz» auf eine Geburtstags- oder Hochzeitsfeier, eine Überraschungsparty, den Sieg des Lieblingssportteams oder die Geburt eines Enkelkindes zurück. Für diese Fälle führten die Studienautoren den Begriff Happy-Heart-Syndrom ein.

In den übrigen 465 Fällen waren der Tod des Partners oder der Partnerin, der Verlust eines Kindes oder eines Elternteils, die Teilnahme an einer Beerdigung, ein Unfall, Sorgen wegen einer Erkrankung oder Beziehungsprobleme der Auslöser.

Weitere Untersuchungen nötig

«Wir haben gezeigt, dass die Auslöser für das Takotsubo-Syndrom vielfältiger sind als bisher angenommen», wird Templin in der Mitteilung zitiert. Mediziner sollten sich bewusst sein, dass Patienten, die nach einem glücklichen Ereignis mit Symptomen eines Herzinfarkts in die Notaufnahme kommen, eventuell am Happy-Heart-Syndrom leiden könnten.

Da es sich noch um eine sehr kleine Anzahl von Happy-Heart-Patienten handelte, brauche es weitere Untersuchungen, um die Mechanismen hinter beiden Versionen des Syndroms zu verstehen, so Templin.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.