Putschversuch

07. Mai 2020 11:28; Akt: 07.05.2020 14:37 Print

Zwei US-​​Söldner in Venezuela verhaftet

Luke Denman ist einer von zwei Amerikanern, die in Venezuela festgenommen wurden. Er gibt an, dass der Befehl, Präsident Nicolas Maduro zu stürzen, von Donald Trump kam.

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Der US-Söldner Luke Denman erklärte im venezolanischen Staatsfernsehen, dass er bei einem angeblichen Invasionsversuch den venezolanischen Präsidenten Nicoás Maduro entführen sollte. Anfang Woche war er zusammen mit anderen Männern in einem Speedboot an der Küste des südamerikanischen Landes festgenommen worden.

Er sei Mitte Januar nach Kolumbien geflogen, wo er venezolanische Kämpfer ausbilden sollte, sagte er Denman in einem Video, das der venezolanische Fernsehsender VPI am Mittwoch (Ortszeit) ausstrahlte. Die Gruppe plante demnach, nach Caracas zu fahren, Venezuelas Hauptstadt «zu sichern» und Kontrolle über den internationalen Flughafen Simon Bolivar zu erlangen. Dann sollte Maduro festgenommen werden.

Denman gab weiter an, dass er mit der Sicherung des Flughafens beauftragt gewesen sei und dafür sorgen sollte, dass Maduro in eine Maschine gesetzt und in die USA geflogen werde. «Ich dachte, ich helfe den Venezolanern, die Kontrolle über ihr Land wiederzuerlangen», sagte der gebürtige Texaner. Zudem behauptete er, US-Präsident Donald Trump habe die Operation befehligt.

Pompeo: «Wären wir beteiligt gewesen, wäre es anders verlaufen»

Venezuela hatte am Montag vermeldet, Denman, den Amerikaner Airan Berry sowie elf weitere Söldner festgenommen zu haben, die in Verbindung mit «terroristischen Aktionen» gegen Venezuela stünden. Weitere acht «Söldner-Terroristen» seien bei Kämpfen getötet worden.

Hinter der gescheiterten Aktion soll Medienberichten zufolge die von einem früheren US-Elitesoldaten geleitete Söldnerfirma Silvercorp USA stehen, die ihren Sitz in Florida hat. «Sie dachten, sie könnten wie Rambos nach Venezuela kommen und würden hier mit Applaus empfangen», so Maduro. «Doch die Venezolaner nahmen sie gefangen, fesselten sie und die Polizei musste einschreiten, damit ihnen nichts angetan wird.» Für den venezolanischen Präsidenten steht fest: «Donald Trump ist der direkte Chef dieser Invasion.»

US-Außenminister Mike Pompeo wies eine direkte Beteiligung hingegen zurück. «Wenn wir an dieser Operation beteiligt gewesen wären, dann wäre sie anders verlaufen», sagte er. Falls es sich wirklich um US-Amerikaner handle, würde man aber alles daran setzen, sie zurückzubekommen.

Inszenierte Invasionsversuche

Kritiker werfen der autoritären Maduro-Regierung vor, schon öfter Invasionsversuche inszeniert zu haben, um gegen die Opposition vorzugehen. Tatsächlich stellte Maduro jetzt in Aussicht, den Oppositionspolitiker und Herausforderer Juan Guaidó festnehmen zu lassen, da er auch ihn hinter der gefloppten Operation vermutet. Guaido wies jede Beteiligung von sich.

Die USA hatten Maduro im März aber auch des Drogenhandels angeklagt und eine Art Kopfgeld von 15 Millionen Dollar ausgesetzt. Die US-Regierung gehört zu den erbittertsten Gegnern Maduros.

Maduro ist seit 2013 in Venezuela an der Macht. Seither sind über 4,5 Millionen Menschen außer Landes geflohen, um den vielen Engpässen, der Gewalt und der politischen Unsicherheit zu entkommen.

(L'essentiel/sda)

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