Verdacht der Geldwäsche

07. Oktober 2021 10:04; Akt: 07.10.2021 10:18 Print

Die Queen taucht in den «Pandora Papers» auf

Den neuen Enthüllungen des Recherchenetzwerks ICIJ zufolge, sollen berühmte Stars und Milliardäre in Geldwäsche und Steuerhinterziehung verwickelt sein. Auch Royals kommen darin vor.

storybild

06.10.2021, Gro�britannien, Windsor: Die britische K�nigin Elizabeth II. trifft Mitglieder des Royal Regiment of Canadian Artillery auf Schloss Windsor. Foto: Steve Parsons/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (Bild: DPA/Steve Parsons)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es sind die jüngsten Enthüllungen in einer Reihe von Skandalen um sogenannte Offshore-Geschäfte: Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) veröffentlichte am Sonntagabend mit Medien wie den Tamedia-Zeitungen einen Teil der Rechercheergebnisse zu den sogenannten «Pandora Papers». Die Dokumente werfen ein neues Licht auf Steuervermeidungsstrategien bekannter Persönlichkeiten, darunter Politiker und Politikerinnen wie Tschechiens Regierungschef Andrej Babis (67), Ex-Briten-Premier Tony Blair (68) oder Pop-Star Shakira (44).

Die Auswertung der knapp zwölf Millionen Dokumente von Anbietern von Offshore- und Finanzdienstleistern legen offen, wie die Berühmtheiten und Geschäftsleute ihre Millionen über Steuer-Oasen weltweit steuersparend angelegt und über Briefkastenfirmen heimlich Geschäfte in beträchtlichem Umfang gemacht haben sollen. Ob diese Verstrickungen illegal sind, müsse allerdings die Behörde im Einzelfall prüfen.

The Crown Estate: Verdacht auf Geldwäsche

Neben diversen Stars aus der Musik- und Modelbranche tauchen auch blaublütige Häupter in den Dokumenten auf. So etwa Queen Elizabeth (95) – und zwar als Kundin. Der Grund: The Crown Estate, welches Eigentum und Land im Auftrag der amtierenden Monarchin besitzt, eigenständig verwaltet und mit dem britischen Wirtschafts- und Finanzministerium zusammenarbeitet, soll laut diverser Nachrichtenagenturen im Jahr 2018 anscheinend ein Anwesen im Wert von 91 Millionen Dollar (umgerechnet rund 85 Millionen Euro) von der Familie des aserbaidschanischen Präsidenten gekauft haben.

Der BBC zufolge, die sich eben auf die durchgesickerten Dokumente beruft, soll die Familie von Ilham Aliyev (59) mit dem Verkauf an The Crown Estate einen Gewinn von 42 Millionen Dollar (umgerechnet rund 40 Millionen Euro) gemacht haben. In den vergangenen 15 Jahren soll die Präsidentenfamilie Immobilien über Briefkastenfirmen auf den britischen Jungferninseln erworben und mit riesen Gewinnen wieder verkauft haben. Alles völlig legal. Doch es gibt einen Beigeschmack, denn Aliyev, der 2003 Präsident von Aserbaidschan wurde, wird Korruption, Wahlfälschung, Menschenrechtsverletzung und Bestechung vorgeworfen.

Auf die königliche «Pandora Papers»-Enthüllung meldete sich jetzt ein Sprecher der Crown Estate gegenüber dem «Business Insider» zu Wort, der bestätigt, dass vor dem Kauf die nötigen Untersuchungen durchgeführt wurden. «Wir haben zu diesem Zeitpunkt keinen Grund gefunden, warum die Transaktion nicht durchgeführt werden sollte. Angesichts der aktuellen Entwicklungen und Bedenken prüfen wir die Angelegenheit», heißt es. Denn es bestehe der Verdacht auf Geldwäsche.

Auch Jordaniens Königfamilie im Visier

Doch auch die Königsfamilie von Jordanien wird in den «Pandora Papers» aufgeführt. Demnach sollen König Abdullah II. bin al-Hussein (59) und Königin Rania (51) für rund 100 Millionen Euro 14 Luxus-Immobilien auf der ganzen Welt gekauft haben, alle über Briefkastenfirmen, die sich auf den Britischen Jungferninseln befinden.

Der Beigeschmack: Die Wirtschaft Jordaniens läuft laut «Bild» lediglich mit Milliarden-Krediten aus dem Ausland. Ein Sprecher des Palastes teilte in einem Statement mit, dass die Informationen in den Dokumenten veraltet und falsch seien.


(L'essentiel/Katrin Ofner/AFP)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.