«Malte Gaumenspalte»

12. August 2019 20:26; Akt: 12.08.2019 20:32 Print

49.000 neue Follower – seit Malte so aussieht

Malte Zierden musste sich den Kiefer brechen lassen. Sein Insta-Erlebnisbericht ist schonungslos, schreiend komisch und informativ zugleich.

Dass Malte Zierden von Videoproduktion keine Ahnung hat, sieht man seiner Instagram-Story nicht an. (Video: Wibbitz/Instagram/MalteZierden)

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#morerealityoninstagram – dieser Hashtag ist wie für Malte Zierden gemacht. Der Ostfriese postet auf der Plattform jede Menge Fotos und Videos von seiner Gaumennahterweiterung und den kleinen Schritten seiner langsamen Genesung.

Der chirurgische Eingriff war notwendig, weil Malte, der einmal Kinder- und Jugendpsychotherapeut werden will, sein Essen aufgrund seines Überbisses «eher reißen als beißen» musste und da seine Zähne auszufallen drohten. Ein erster Backenzahn hatte sich bereits verabschiedet (siehe Video oben).

Heftiger Eingriff, leichte Reaktion

Die Operation ist keine Kleinigkeit. Das erkennt, wer einen kurzen Blick auf Maltes Profil wirft. Sein Gesicht ist massiv geschwollen, seine Augen sind blutunterlaufen und mit jedem Viertelmillimeter, um den er seine Zahnlücke weitet, verstärkt sich sein «Lispeln». So hat es Malte selbst in den Captions geschrieben. Er nimmt sich eben selbst nicht ganz ernst.

Dass er fremde Menschen an seinem Leidensweg teilhaben lässt, «ist der tierischen Langeweile im Krankenhaus und den Schmerzmitteln geschuldet». Seit dem Eingriff sei er «24/7 auf Sendung». Darum habe er irgendwann angefangen, kurze Videos zu drehen. Das kommt an: Sein Story-Highlight namens «Gaumenspaltung», ließ seine Followerzahl auf rund 70.000 anwachsen. Auch Lena Meyer-Landrut feiert «Malte Gaumenspalte», wie Fans ihn tauften.

Mit Wackelkiefer zum Openair

Fünf Wochen nach der OP ist von Langeweile keine Spur mehr – weil er wieder zu Hause bei Freunden, Familie und Katze ist, aber wohl auch deshalb, weil er sich immer wieder den Verboten und Ratschlägen seiner Ärzte widersetzt.

So hielt ihn sein gebrochener Kiefer, der sich «wie eine immer reifer werdende Avocado anfühlt», bisher nicht davon ab, mit seinem Bruder das Parookaville-Festival zu besuchen (immerhin mit Football-Helm als Schutz) oder sich trotz fehlender Reitkenntnisse aufs Pferd zu schwingen (ohne Helm).

Verhinderter Veganer

Einzig die Sache mit dem Essen stößt Malte noch sauer auf. Er darf nach wie vor keine feste Nahrung zu sich nehmen – weil sein loser Kiefer bei jeder Kaubewegung mitgehen und weil alles an der Spange hängen bleiben würde. «Im schlimmsten Fall würde ich ersticken», so der Ostfriese. Das derzeit härteste, was er zu beißen vermag, ist Kinder Pinguí.

Zu allem Übel bekam er in den letzten Wochen vor allem Vanillejoghurt und -suppe serviert, obwohl er eigentlich Veganer ist. «Ich hab dummerweise versäumt, im Vorfeld den Ernährungsfragebogen des Krankenhauss auszufüllen», gibt Malte zu, der sich nun bis zum Ende der Behandlung seinem nicht-veganen Schicksal fügt.

Keine Karriere als Influencer

Das Ende liegt jedoch noch in weiter Ferne. Zwei Operationen hat Malte noch vor sich. In der einen wird sein Oberkiefer noch einmal gebrochen, nach vorne gezogen, verdrahtet und mit einer Metallplatte fixiert. «Im Vergleich dazu dürfte die erste OP ein Klacks gewesen sein», befürchtet Malte. Beim finalen Eingriff wird die Platte wieder herausgenommen.

Malte geht davon aus, dass er auch diese Extremerfahrungen auf Instagram dokumentieren wird. Auf Influencer umsatteln will er aber nicht: «Ich sehe mich nicht als Mensch, der irgendwelche Produkte in die Kamera hält. Das ist einfach nicht mein Ding.»

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Pflege ist alles Ein Beitrag geteilt von Malte Zierden (@maltezierden) am Jul 30, 2019 um 11:09 PDT

(L'essentiel)

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