Michelle Hunziker

10. November 2017 07:00; Akt: 10.11.2017 09:15 Print

«Ich hatte Panikattacken nach dem Ausstieg»

Sie wirkt immer fröhlich und scheint ein perfektes Leben zu führen. Doch in ihrem neuen Buch offenbart Michelle Hunziker, wie sie durch die Hölle ging.

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Es fällt ihr schwer, über die Zeit in der Sekte zu sprechen. Doch in der italienischen Talkshow «Verissimo» und in Interviews mit Zeitungen wie «Il Messagero» und dem «Corriere» offenbarte sich Michelle Hunziker (40) erstmals.

Bislang wusste nur ihr Ehemann Tomaso Trussardi (34) von ihrer dunkelsten Zeit. «Ich hatte eine schwere Kindheit. Ich habe meinen Vater sehr geliebt, leider war er oft alkoholisiert», sagt sie im Interview auf Canale 5.

Wegen der Sekte trennte sie sich von Eros

«Ich erzähle diese Geschichte zum ersten Mal. Bislang habe ich das sogar vor meiner Mutter verborgen», erzählt sie weiter, «der Einzige, mit dem ich darüber gesprochen habe, ist mein Mann. Als wir uns kennen gelernt haben, haben wir alles miteinander geteilt: er seine Trauer und ich meine fünfjährige Erfahrung in einer Sekte.»

2002 trennte sie sich von Eros Ramazzotti (54). Die Sekte «Krieger des Lichts» habe sie dazu gedrängt. In ihrem eben erschienenen Enthüllungsbuch «Una vita all'apparenza perfetta» (dt. «Ein scheinbar perfektes Leben») eröffnet sie, wie es ihr in ihrer Zeit bei der Sekte wirklich ging.

Die Anfänge

Es begann mit ihrem oft alkoholisierten Vater, so Michelle in der Talkshow auf Canale 5. In dieser Zeit sei sie auf die Pranatherapeutin Clelia von der Sekte getroffen, mit der sie über die Schwierigkeiten mit ihrem Papa reden wollte. «Mit 14 habe ich aufgehört, mit ihm zu sprechen. Ich war verletzt, wollte mir das aber nicht eingestehen.»

Sie habe nach Antworten gesucht und diese bei Clelia gefunden. Die Therapeutin habe ihr nichts geraten, was nicht auch von einem Psychologen hätte kommen können – aber sie gehörte eben zur Sekte.

Aktive Mitgliedschaft

Selbstreinigung sei ein Teil von deren Philosophie gewesen: «Man musste rein bleiben und sich um Körperpflege und seine Ernährung kümmern. Auch sexuelle Enthaltsamkeit wurde gepredigt.» Sie fühlte sich geschützt vom Glauben an höhere Mächte.

Täglich wurde sie daran erinnert, dass ihr Erfolg einzig auf diesem Weg beruhe. Sie selbst verfüge über keine Fähigkeiten, sondern sei lediglich Teil eines überlegenen Designs. Für Sünden musste sie büssen. Die Abhängigkeit wurde größer.

Der Ausstieg

2006 verließ Michelle die Sekte. «Ich rief sofort meine Mutter und ein paar Freunde an», erinnert sie sich. Die Zeit der Entscheidung sei geprägt gewesen von Erniedrigung, Angst und dem Gefühl, eine Grenze überschritten zu haben. «Als ich raus war, versuchte ich, mein Leben wieder aufzubauen. Es war nicht leicht zu akzeptieren, dass mir das passiert war.»

Sie habe unter Panikattacken gelitten und jahrelang geglaubt, «dass ich bald sterben, bald ersticken würde» – das habe die Sekte ihr vorausgesagt. Normalität sei erst nach und nach wieder in ihr Leben zurückgekehrt, sie habe sie nach und nach «zurückerobern müssen».

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • john am 11.11.2017 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dat mecht och alles fir publicity.

Die neusten Leser-Kommentare

  • john am 11.11.2017 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dat mecht och alles fir publicity.