Barry Keoghan

07. Februar 2018 10:35; Akt: 07.02.2018 20:17 Print

Aus der Heroin-​​Hölle nach Hollywood

Er ist vielleicht das größte Schauspieltalent seit Leonardo DiCaprio. Doch der Weg von Barry Keoghan in die Traumfabrik war ein steiniger.

Für diesen Film wurde Barry Keoghan in Cannes gefeiert: «The Killing of a Sacred Deer». (Quelle: Youtube.com)

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Zwei kaum unbekannte Newcomer, beide unter 30, schafften es dieses Jahr in der Kategorie «Bester Schauspieler» auf die Nominierten-Liste der Oscars: Daniel Kaluuya («Get Out») und Timothée Chalamet («Call Me By Your Name»).

Dabei hätte ein anderer Jungstar die Nominierung am meisten verdient: Barry Keoghan. Der 25-Jährige brillierte vergangenes Jahr im Kriegs-Thriller «Dunkirk» und jetzt im Arthouse-Schocker «The Killing of a Sacred Deer». Aber gerade letztere Rolle war wohl zu extrem und der Filmverleih zu wenig mutig, um eine kostspielige Oscar-Kampagne zu finanzieren.

Vom netten Jungen zum Psycho

Keoghan spielt im Film den 16-jährigen Martin, der die Familie eines Herzchirurgen (Colin Farrell, Nicole Kidman) so lange terrorisiert, bis dieser ein Mitglied seiner eigenen Familie als Opferlamm darbringt. Keoghan spielt seine Co-Stars locker an die Wand. Innerhalb weniger Sekunden schwankt er mit minimalen Mitteln vom netten Jungen von nebenan zum kaltblütigen Psychopathen und zurück. Eine Glanzleistung, die lange im Gedächtnis bleibt.

Sein intensives Spiel und auch seine eigenwillige Rollenwahl erinnern an Leonardo DiCaprio. In Comic-Verfilmungen oder Jugendfilmserien wie «The Hunger Games» oder «Maze Runner» sucht man ihn vergeblich. Und das, obwohl er wie ein Teenager aussieht und als solcher besetzt wird. Stattdessen wählt er psychologisch schwierige Parts mit Tiefgang. Eine Strategie, die sich auszahlt: In Hollywood gilt Keoghan als «the next big thing».

Heroin, Heim, Hollywood

Dass er es einmal so weit schaffen würde, hätte er wohl selbst nicht für möglich gehalten. Keoghan kommt aus schwierigsten familiären Verhältnissen. Seine Mutter war bis zu ihrem Tod heroinabhängig und verstarb an einer Überdosis, als Barry noch ein Kind war. Danach war er in Heimen und bei Pflegefamilien untergebracht. Mit zwölf Jahren nahm ihn schließlich seine Großmutter auf, die ihn auch ermutigte, es als Schauspieler zu versuchen.

«Ich rede gern über diese Dinge, damit die Leute wissen, wo ich herkomme und wie weit ich es gebracht habe», sagte er im Interview mit der Zeitung «The Independent». Sein Schicksal habe ihn angespornt, es den Menschen zu beweisen. Wo er noch hin möchte, weiß der Dubliner ganz genau: «Ich will drei Oscars gewinnen. Und zwar in drei verschiedenen Kategorien.»

(L'essentiel/cat)

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