Social Media Streit

28. Mai 2020 15:06; Akt: 28.05.2020 16:58 Print

Darum schießen gerade alle gegen Lana Del Rey

Seit einer Woche vergeht in der Entertainment-Welt kein Tag ohne Lana-Del-Rey-Negativschlagzeilen. Wir erklären dir, worum es geht.

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21. Mai: Lana beschwert sich – und teilt aus

In einem langen Instagram-Post schreibt Lana Del Rey (34) sich den Frust von der Seele. Den Frust darüber, immer wieder für ihre Songtexte kritisiert zu werden, in denen sie angeblich körperlichen und emotionalen Missbrauch Frauen gegenüber romantisiere (zum Beispiel im 2014er-Stück «Ultraviolence»: «He hit me and it felt like a kiss» – «Er schlug mich und es fühlte sich an wie ein Kuss»).

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Sie stört sich besonders daran, dass sie nicht gleich behandelt werde wie «Doja Cat, Ariana Grande, Camila Cabello, Cardi B, Kehlani, Nicki Minaj und Beyoncé», die allesamt «Nummer-eins-Hits hatten mit Songs, die davon handeln, sexy zu sein, keine Kleidung zu tragen, zu vögeln und zu betrügen», im Gegensatz zu ihr von «anderen Musikerinnen und Autorinnen/Journalistinnen» aber nicht kritisiert werden.

Außerdem habe Lana mit ihren Texten «den Weg für andere Frauen geebnet, die in ihrer Musik nun auch sagen und ausdrücken können, was immer sie wollen».

21. Mai: Ein Shitstorm ergiesst sich über Lana

Natürlich dauert es eher Sekunden als Minuten, bis praktisch jeder Mensch mit einem Twitter-Account sich zum Thema äußert – bald schon trendet es auf Platz eins.

Zum einen stoßen sich die Leute daran, dass Lana mit ihrem Post suggeriert, den Weg für die genannten Künstlerinnen geebnet zu haben – und vor allem daran, dass Beyoncé davon profitiert haben soll.

Ebenfalls unglücklich in den Augen vieler: Die Musikerin hat den Vergleich fast ausschließlich mit dunkelhäutigen Frauen gezogen (Camila hat lateinamerikanische Wurzeln).

21. Mai: Doja Cat reagiert

Sängerin und Rapperin Doja Cat (24) kommentiert Lanas Post (und löscht den Comment später wieder):

Was sie damit meint? Schwierig, wir sind leider noch nicht fließend in Dojacatisch. Dieser Twitter-User versteht darunter allerdings so viel wie «Lana hat gesprochen»:

Ist das nun positiv, negativ oder neutral gemeint? Ach, wie gesagt, wir müssen unser Dojacatisch auffrischen.

23. Mai: Lana erklärt sich – also ein bisschen

Mit einem nächsten Instagram-Post reagiert die Amerikanerin auf die breite Kritik und versichert, dass sie keinesfalls gegen die erwähnten Berufskolleginnen habe schießen wollen – im Gegenteil. Ihre Worte hätten besagten «Musikerinnen und Autorinnen/Journalistinnen» gegolten, die «mit ihrer Fragilität und Sexualität nicht im Reinen sind und sexuell befreite Künstlerinnen wie mich und die von mir genannten Frauen verurteilen und niedermachen».

Die Leute, die Lana in die Rassismus-Schublade steckten, weil sie in ihrem ersten Post nur nichtweiße Frauen erwähnte, watscht sie als «Trump/Pence-Unterstützer, Hyper-Liberale oder Kritiker, die nur auf Schlagzeilen aus sind und nicht lesen können» ab.

23. Mai: Lana und Ariana zerstreiten sich?

Das Statement schließt sie so ab: «Falls die von mir genannten Frauen nicht mit mir in Verbindung gebracht werden wollen, geht das für mich absolut in Ordnung.» Meint sie damit unter anderem Ariana Grande (26)? Weil diese erwähnt sie im zweiten Post eingangs als eine der Personen, die sich bei ihr gemeldet haben.

Und die Konversation lief scheinbar nicht unbedingt friedlich ab. Fans melden jedenfalls, dass Lana Ariana auf Instagram entfolgt ist. Das ist auch momentan noch der Fall – während Ari nach wie vor zu Lanas Insta-Followerschaft gehört.

Vergangenes Jahr haben die beiden – zusammen mit Miley Cyrus (27) – den Titelsong zum (hart gefloppten) «Charlie’s Angels»-Kino-Reboot beigesteuert:

26. Mai: Lana spricht

Anfang Woche meldet sich Lana Del Rey ein drittes (und wahrscheinlich letztes) Mal zum Thema – diesmal mit einem längeren IGTV-Video statt mit einem Text. Darin sagt sie, dass es ihr beim Post des Anstoßes vorrangig um «die Notwendigkeit von Fragilität in der feministischen Bewegung» gegangen sei. Dieser Begriff bietet natürlich sehr viel Raum für Interpretation, und wo sie ihn in den bisherigen Beiträgen verwendet hat, ist nicht sehr eindeutig.

Weiter entschuldigt sie sich dafür, im ersten Post keine «hundertprozentig weiße Frau», wie sie selbst eine ist, genannt zu haben. «Aber das sagt mehr über euch aus als über mich.» Aha. Jedenfalls weist sie die Rassismusvorwürfe an mehreren Stellen zurück und erwähnt die «200.000 hasserfüllten, bösen Kommentare, Kommentare wie ‹du verdammte weiße Bitch›», die eingegangen sind.

Das mit den 200.000 Comments unter ihren beiden Textposts stimmt – immerhin sind sie aber nicht alle negativ, viele Userinnen und User stellen sich nämlich hinter die Musikerin und verurteilen den Hass, der hier geschürt wird. Es ist Hass, der über Social Media hinausgeht: In einem Nebensatz sagt Lana, dass in den vergangenen Tagen sogar ihre private Telefonnummer veröffentlicht wurde.

(L'essentiel/Schimun Krausz)

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  • Laura am 28.05.2020 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Es gab, vergangenes Jahr, ein «Charlie’s Angels»-Kino-Reboot?

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