Lili Reinhart

10. August 2020 08:44; Akt: 10.08.2020 08:46 Print

Ein Protest hat ihr die Kraft gegeben, sich zu outen

In einem neuen Interview spricht die «Riverdale»-Darstellerin über ihr weißes Privileg und verrät, wieso sie sich lange nicht als bisexuell geoutet hat.

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Im Juni hat «Riverdale»-Star Lili Reinhart (23) erstmals öffentlich gemacht, dass sie bisexuell ist. Im Interview mit Flaunt spricht sie nun über ihr Coming-out. «Mir war schon früh klar, dass ich mich zu Frauen hingezogen fühle», so die US-Schauspielerin.

Wieso sie sich erst vor kurzem outete? Sie fürchtete, dass Außenstehende ihr vorwerfen könnten, ihre Bisexualität nur der Aufmerksamkeit wegen vorzutäuschen. So war sie bisher nur in Beziehungen mit Männern. Lili stellt aber klar: «Für die Menschen in meinem Leben war meine Bisexualität kein Geheimnis.»

Ihre Teilnahme am Black-Lives-Matter-Protest, an dem sie gemeinsam mit anderen aus der queeren Community marschierte, und die Solidarität, die sie dort gespürt habe, ermutigten sie nun aber zum Coming-out. «Es war unglaublich, von so vielen Menschen umgeben zu sein, die aktiv gegen Ungerechtigkeiten kämpfen», so Lili.

Ihre düstere Filmrolle

Im anstehenden Liebesdrama «Chemical Hearts» spielt Lili eine emotional aufgewühlte Autorin, die um ihren verstorbenen Freund trauert. Eine Figur, die ihr sehr nahe gegangen sein dürfte. Die Schauspielerin schreibt nämlich nicht nur gerne, sie hat selbst auch mit Angststörungen und Depressionen zu kämpfen.

«Ich wollte schon so lange einen Film machen, der wirklich roh und emotional ist, und einen Charakter spielen, der mich in einer Weise antreibt, wie ich noch nie zuvor angetrieben wurde», so Lili über ihre Rolle. Um die Figur möglichst authentisch zu verkörpern, griff die Schauspielerin zu extremen Methoden.

«Ich habe mir sogar erlaubt, in eine Depression zu verfallen», so Lili, die Ende September ihren ersten Gedichtband veröffentlichen wird. Das Buch sei voll mit «winzigen Geschichten, die von menschlichen Emotionen angetrieben werden.»

Ihre Trennungsangst

Gegenüber Flaunt verrät Lili auch, dass sie als kleines Kind das Haus nicht verlassen konnte, weil ihre Trennungsangst derart lähmend war. «Es gab Fälle, in denen ich mich weigerte, an Geburtstagsfeiern anderer Kinder teilzunehmen – einfach weil ich zu sehr an meiner Mutter hing», so Lili weiter. «Als ich schließlich in die Grundschule kam, schrie ich immer nach meiner Mutter. Ja, ich war eines dieser Kinder. Es ist verrückt, jetzt daran zurückzudenken, weil ich eine so unabhängige Person bin.»

Ihr weißes Privileg

Im Rahmen der Black-Lives-Matter-Bewegung hat Lili auf ihrem Instagram-Account regelmäßig IGTV-Videos hochgeladen, in denen sie mit schwarzen Aktivistinnen und Aktivisten spricht. «Ich habe definitiv eine Menge aus diesen Gesprächen gelernt», so Lili. Obwohl es wichtig sei, sich als weiße Person für Anti-Rassismus einzusetzen, müsse man auch darauf achten, die schwarzen Stimmen dabei nicht zu übertönen.

Weiter appelliert sie an die Leser: «Weiße Menschen müssen ihr verdammtes Privileg anerkennen. Es ist wichtig, dass wir nicht einfach auf unseren Ärschen sitzen bleiben und jemanden anderen diesen Kampf für uns kämpfen lassen – denn er betrifft absolut jeden.»

(L'essentiel/Stephanie Vinzens)

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