Shitstorm

15. Mai 2019 14:16; Akt: 15.05.2019 14:42 Print

Erbin der Leibniz-​​Kekse verharmlost Zwangsarbeit

Während der Nazi-Zeit wurden die Kekse aus dem Hause Bahlsen unter Zwangsarbeit hergestellt. Die Millionenerbin Verena Bahlsen äußerte sich dazu und erntete einen Shitstorm.

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Verena Bahlsen ist Start-up-Gründerin und Millionenerbin des Keks-Unternehmens Leibniz. Vergangene Woche sprach sie auf der Digital-Konferenz Online Marketing Rockstar (OMR) in Hamburg. Auf eine kritische Diskussion auf dem Podium war die 25-Jährige vorbereitet, auf den Twitter-Shitstorm, der ihr nach ihrer Rede blühte, wahrscheinlich eher nicht.

Problematisch erschien vielen Zuschauern folgende Aussage: «Ich bin Kapitalistin. Mir gehört ein Viertel von Bahlsen und da freue ich mich auch drüber. Es soll mir auch weiterhin gehören. Ich will Geld verdienen und mir Segeljachten kaufen von meiner Dividende und so was.»

Was Bahlsen mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen ironisch fallen ließ, stieß der Twitter-Gemeinde übel auf.

Erinnerung an Zwangsarbeit

Zahlreiche Kritiker kommentierten, ob sie vergessen habe, dass ihr Erbe größtenteils auf Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus zurückzuführen sei. Ihre Aussage sei daher äußerst problematisch.

In der Folge hätte Bahlsen wohl darauf hinweisen können, dass sie persönlich nicht für die Unternehmensgeschichte von vor 70 Jahren verantwortlich ist, sie wählte allerdings einen anderen Weg.

In der «Bild»-Zeitung ließ sie sich wie folgt zitieren: «Das war vor meiner Zeit, und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt.» Daher sei es nicht in Ordnung, ihren Vortrag mit der Zwangsarbeit in Verbindung zu bringen.

Auch darauf reagierte die Twitter-Gemeinde mit Verärgerung. Sie solle doch selbst einmal den Alltag eines Zwangsarbeiters erfahren, war dort zu lesen. Andere schreiben von ihrer «krassen Ignoranz» und betonen, dass sie Nachhilfe benötige.

Dabei waren Bahlsens Absichten an der OMR eigentlich löblich. Mit Weltverbessern könne man langfristig mehr Geld verdienen, als sie aus ihrem Erbe bekomme, sagte sie beispielsweise. Außerdem habe sie kein Interesse an Wirtschaft, wenn diese nicht ein Vehikel sei, um «die Gesellschaft nach vorne zu bringen».

(L'essentiel/doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daweb am 16.05.2019 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wat domm aussoen. Ass einfach wann engem d’milliounen an de schouss falen. E grond méi keng produkter méi vun hinnen ze kafen

  • Paradoxe Welt am 16.05.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie sieht's mit dem Film 'Schindler's List' aus? Vermutlich ging dieselbe Twitter-Gemeinde mit Freude diesen Film sehen um wahre Helden zu bewundern. Dabei sind auch hier Zwangsarbeiter vom Nazi Regime ausgenutzt und ausgebeutet worden.

  • Lux am 16.05.2019 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An Dan seet een emmer dei Reich schaffen fir hier suen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr Crabs am 17.05.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und wieder so ein Taugenichts mit goldenem Löffel im Mund geboren.

  • Paradoxe Welt am 16.05.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie sieht's mit dem Film 'Schindler's List' aus? Vermutlich ging dieselbe Twitter-Gemeinde mit Freude diesen Film sehen um wahre Helden zu bewundern. Dabei sind auch hier Zwangsarbeiter vom Nazi Regime ausgenutzt und ausgebeutet worden.

  • Lux am 16.05.2019 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An Dan seet een emmer dei Reich schaffen fir hier suen

  • Daweb am 16.05.2019 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wat domm aussoen. Ass einfach wann engem d’milliounen an de schouss falen. E grond méi keng produkter méi vun hinnen ze kafen