Porno-Mogul

11. Februar 2021 07:40; Akt: 11.02.2021 07:47 Print

«Hustler»-​​Gründer Larry Flynt ist tot

Der US-Verleger Larry Flynt ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge gestorben. Der Gründer des Erotik-Magazins «Hustler» starb am Mittwoch im Alter von 78 Jahren.

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Der legendäre US-Porno-Mogul Larry Flynt ist tot. Der Gründer des Magazins «Hustler» starb im Alter von 78 Jahren in Los Angeles, wie US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf seine Familie berichteten. Laut der Promi-Website «TMZ» starb er an den Folgen von Herzversagen.

Aufgewachsen war Flynt in ärmlichen Verhältnissen im ländlichen Kentucky und Indiana. Als Teenager ging er zum Militär, bevor er mit 22 Jahren seinen ersten Hustler-Stripclub gründete. Ein kleines Werbeblättchen mit Neuigkeiten über sein wachsendes Geschäft peppte er 1974 zur ersten «Hustler»-Ausgabe auf.

Von Hochglanz-Männermagazinen wie «Playboy» und «Penthouse» setzte sich «Hustler» mit Schmuddel tief unter der Gürtellinie ab. Das Blatt machte dadurch immer wieder Schlagzeilen. Etwa 1975, als Flynt von Paparazzi geschossene Nacktfotos der früheren First Lady Jacqueline Kennedy Onassis veröffentlichte.

Unzählige Male vor Gericht

Flynt schuf ein Geschäftsimperium mit dutzenden Magazinen, Internet-Pornoseiten, Clubs und einem Casino. Der Verleger war Zeit seines Lebens umstritten: Immer wieder wurden ihm und seinen Zeitschriften widerwärtiges und obszönes Verhalten vorgeworfen.

Unzählige Male stand Flynt vor Gericht, er landete auch kurz im Gefängnis. Wegen Verbreitung von Pornografie wurde er 1977 zu einem Vierteljahrhundert hinter Gittern verurteilt, ein Berufungsgericht hob das Urteil aber auf.

Den Kampf gegen die Zensur und für die Meinungsfreiheit hatte sich Flynt stets auf seine Fahne geschrieben. 2017 rief er eine Belohnung von zehn Millionen Dollar für kompromittierende Informationen über den damaligen Präsidenten Donald Trump aus, die zu dessen Amtsenthebung führen.

«Larry Flynt – die nackte Wahrheit»

Sein Leben war einerseits vom verlegerischen und finanziellen Erfolg geprägt, andererseits durch eine Tragödie. 1978 wurde er von einem Rechtsextremisten niedergeschossen, nachdem er Bilder eines Paares mit unterschiedlicher Hautfarbe veröffentlicht hatte. Seitdem saß Flynt von der Hüfte abwärts gelähmt im Rollstuhl.

Mit dem Film «Larry Flynt – Die nackte Wahrheit» zollte Oscar-Preisträger Milos Forman («Einer flog über das Kuckucksnest»,«Amadeus») Flynts umstrittener Gratwanderung zwischen Pornografie und Meinungsfreiheit Tribut. Bei der Berlinale 1997 gab es dafür den Goldenen Bären. Dem echten Flynt gefiel die Verfilmung seines Lebens und auch deren Hauptdarsteller Woody Harrelson. Er fühle sich geehrt, sagte Flynt, schließlich werde selten das Leben eines Mannes verfilmt, der noch lebe.

(L'essentiel/AFP/DPA)

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