Letzter Post von Caroline Flack

20. Februar 2020 11:58; Akt: 20.02.2020 12:17 Print

Moderatorin wollte Hilferuf posten, bevor sie starb

Kurz vor ihrem Tod hatte die britische Moderatorin Caroline Flack eine Botschaft mit ihren Followern teilen wollen. Ihr Management hielt sie davon ab.

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Die Familie von Caroline Flack hat am Mittwoch einen bisher unveröffentlichten Insta-Post der verstorbenen Moderatorin publik gemacht. Die 40-jährige Flack hatte sich am Samstag in ihrer Wohnung in London das Leben genommen.

In einem dramatischen Statement wollte Caroline Flack ihren Followern erklären, wie ihre «ganze Welt und Zukunft unter meinen Füßen weggefegt wurde», als sie im Dezember nach einem Streit mit ihrem Freund Lewis Burton verhaftet wurde. Den Text hatte die 40-Jährige einige Tage vor ihrem Tod geschrieben. Ihre Mutter behauptet nun gegenüber «Eastern Daily Press», dass das Management ihrer Tochter sie davon abgehalten habe, die Nachricht zu posten.

Der Insta-Post im Wortlaut

Der gesamte Text liest sich wie ein Hilfeschrei: «Die Tatsache, dass man wegen Körperverletzung verhaftet wird, mag für viele Menschen eine Chance für ein spirituelles Erwachen sein, aber für mich ist diese Art von Erwachen normal geworden.

Ich habe mein Leben lang bei Stresssituationen den Schlummerknopf gedrückt. Ich habe über 10 Jahre lang Schande und Kritik über mein Leben akzeptiert und immer wieder zu mir gesagt, dass dies Teil meines Jobs sei. Ohne Reklamationen.

Wenn man aber ständig den Dreck unter den Teppich kehrt, merkt man eines Tages, dass der dort bleibt. Wenn man den Teppich hochhebt, ist alles, was man fühlt, nur noch Scham und Verlegenheit.

Am 12. Dezember 2019 wurde ich wegen eines Angriffs auf meinen Freund verhaftet. Innerhalb von 24 Stunden wurde meine ganze Welt und Zukunft unter meinen Füßen weggefegt und alle Mauern, die ich lange Zeit um mich herum gebaut hatte, stürzten ein. Ich stand plötzlich auf einer anderen Art von Bühne und jeder schaute zu.

Ich habe immer die Verantwortung übernommen für das, was in jener Nacht passiert ist. Sogar in dem Moment. Aber die Wahrheit ist ... es war ein Unfall. Ich leide seit sehr langer Zeit an einer emotionalen Krise. Aber ich bin KEIN gewaltsamer Mensch. Wir hatten einen Streit und es ist ein Unfall passiert. Ein Unfall. Das Blut, das dann jemand an eine Zeitung verkauft hat, war MEIN Blut. Das war etwas sehr Trauriges und sehr Persönliches.

Ich äußere mich heute dazu, weil meine Familie sehr darunter leidet. Ich habe meinen Job verloren. Mein Zuhause. Meine Fähigkeit zu sprechen. Und die Wahrheit wurde mir aus den Händen genommen und als Unterhaltung benutzt.

Ich kann mich nicht jeden Tag verstecken, während mir alle sagen, ich solle mit niemandem sprechen. Ich möchte mich bei meiner Familie für das entschuldigen, was ich verursacht habe. Und für das, was meine Freunde durchmachen mussten. Ich denke nicht darüber nach, wie ich meine Karriere zurückbekomme. Ich denke darüber nach, wie ich mein Leben und das meiner Familie zurückbekommen kann.»

«Das war einfach zu viel für sie»

Der Zeitpunkt für die Veröffentlichung des Posts hat die Familie nicht zufällig gewählt: Am Mittwoch hat die britische Untersuchungsbehörde CPS eine Untersuchung des Falles eröffnet. Flacks Management wirft der CPS vor, sie hätte nach der Anzeige der Moderatorin einen «Show-Prozess» durchführen wollen.

Die Mutter der Verstorbenen kritisiert aber auch das Management: Ihre Tochter habe den Text bereits Ende Januar vorbereitet, doch die Berater hätten Flack angewiesen, ihn nicht zu posten. «Sie wollte das aber unbedingt tun, sie wollte gehört werden», so die Mutter. Ihre Tochter sei von Liebe und Freunden umgeben gewesen, «aber das war einfach zu viel für sie.»

(L'essentiel/kle)

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