Fotos der Leichen verbreitet

27. Oktober 2021 08:15; Akt: 27.10.2021 08:27 Print

Prozess gegen Kobe Bryants Ersthelfer gestartet

Die 39-Jährige Vanessa Bryant klagt gegen die Ersthelfenden, die Fotos der Unglücksstelle ihres Mannes und ihrer Tochter verbreitet haben sollen. Jetzt ist der Prozess gestartet.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Tragödie hat weltweit für große Anteilnahme gesorgt: Im Januar 2020 starben der Ex-Profi-Basketballer Kobe Bryant und seine Tochter Gianna bei einem Helikopterabsturz. Witwe Vanessa Bryant (39) hat kurz darauf Klage gegen den Landkreis Los Angeles und einige seiner Behörden und Mitarbeitenden eingereicht. Die Anschuldigung: Die Rettungskräfte und Ersthelfenden vor Ort sollen Fotos der Unglücksstelle und der Leichen gemacht und verbreitet haben.

Die Gerichtsverhandlungen haben kürzlich gestartet. So musste Vanessa nun einem Staatsanwalt, der den Bezirk Los Angeles vertritt, Rede und Antwort stehen. Am 5. November soll der Prozess weitergehen. Dann wird es zu weiteren Anhörungen kommen.

«Fotos der Leichen verbreitet, als wären es Tiere»

Vanessa fordert vor Gericht Schadenersatz in Millionenhöhe, etwa wegen Verletzung ihrer Bürgerrechte, emotionaler Belastung und Verletzung der Privatsphäre. Das Los Angeles County hingegen hat beantragt, dass sich Bryant vorerst einer psychiatrischen Untersuchung unterziehen lassen soll. Dadurch soll festgestellt werden, ob die emotionale Belastung der Witwe tatsächlich durch das Durchsickern der Fotos verursacht wurde – oder durch die Tragödie selbst.

In einem Interview mit der «New York Times» äußert sich Vanessa jetzt auch zum laufenden Prozess. Ihre Meinung: «Die Auswirkungen des Hubschrauberabsturzes waren so verheerend, dass ich einfach nicht verstehen kann, wieso jemand diese Gelegenheit nutzt, um leblose und hilflose Menschen zu seiner eigenen kranken Belustigung zu fotografieren», so die 39-Jährige. Und weiter: «Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand so gefühllos sein kann und Fotos der Leichen einfach so verbreitet, als wären es Tiere auf der Straße.»

Erste RIP-Nachrichten trafen vor Bestätigung des Todes ein

Weiter spricht sie im Interview mit der amerikanischen Zeitung erstmals detailliert über den tragischen Tag, an dem sie ihren Ehemann und ihre Tochter verloren hat. Sie sei damals von einem Assistenten der Familie über den Helikopterabsturz informiert worden – der ihr auch sagte, dass fünf Personen überlebt hätten. Für Vanessa sei sofort klar gewesen, dass ihre Liebsten auch dazu gehören müssten.

Als sie dann versuchte, ihren Mann zu erreichen, habe sie erste «RIP Kobe»-Nachrichten erhalten. Erst Stunden später sei die offizielle Bestätigung des Todes ihrer Tochter und ihres Mannes eingetroffen.

Vanessa flehte Sheriff an, die Unfallstelle zu sichern

Die 39-Jährige sei daraufhin sofort zur Absturzstelle gefahren und habe den zuständigen Sheriff angefleht: «Bitte sichern Sie das Gebiet ab. Wenn Sie meinen Mann und mein Baby nicht zurückbringen können, dann stellen Sie bitte sicher, dass niemand sie fotografiert», zitiert sie die Zeitung. Dies konnte allerdings nicht verhindert werden, weswegen die 39-Jährige schließlich die Klage gegen die Rettungskräfte und Ersthelfenden einreichte.

(L'essentiel/Lara Hofer)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Werbung für am 27.10.2021 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    blenendd weiße Zähne. Dass ist purer Rassismus, die müssen eingeschwärzt werden!!!!!!!!!!!!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Werbung für am 27.10.2021 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    blenendd weiße Zähne. Dass ist purer Rassismus, die müssen eingeschwärzt werden!!!!!!!!!!!!!!!