Sex- und Handy-Entzug

15. November 2017 13:14; Akt: 15.11.2017 13:21 Print

So werden Weinstein und Spacey therapiert

Sechs Wochen ohne Sex, Nikotin und elektronische Geräte sollen helfen, dass Harvey Weinstein und Kevin Spacey von ihrer Sexsucht loskommen.

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Harvey Weinstein (65) wird von über 80 Frauen beschuldigt, Kevin Spacey (58) soll mindestens ein Dutzend Männer sexuell bedrängt haben. Beide haben nach Bekanntwerden ihrer sexuellen Übergriffe viel verloren: Jobs, Ansehen, Geld, Freunde. Um sich wieder ein bisschen zu stabilisieren, hätten beide nun in einer Entzugsklinik im US-Bundesstaat Arizona eingecheckt. Dort würden sie sich 45 Tage lang einer Behandlung unterziehen, um ihre Sexsucht zu besiegen, berichtet der US-Sender CBS.

Reporter sind nach Wickenburg, Arizona, in die «Gentle Path at The Meadows»-Klinik gereist, um mit Patrick Carnes, dem Besitzer und Gründer des Sexentzugs-Zentrums, zu sprechen. Die drängendste Frage: Ist Sexsucht überhaupt eine Krankheit? Carnes' Antwort kam klipp und klar: «Sexsucht ist eine Hirnkrankheit.» Wie bei anderen Süchten sei es auch bei der Sexsucht so, dass die Betroffenen die Möglichkeit zu wählen verlieren.

Kritiker: «Sexsucht behandeln zu wollen ist ein PR-Stunt»

Der These, dass Weinstein oder Spacey süchtig beziehungsweise krank seien, widerspricht Damon Raskin im Interview mit CBS. «Etwas eine Sucht zu nennen, legitimiert das Handeln», erklärt der Arzt. «Promis können sich für krank erklären lassen und viel Geld in der Reha ausgeben», führt der Internist weiter aus. Sein vernichtendes Urteil: «Sexsucht behandeln zu wollen ist ein PR-Stunt.»

Auch die American Psychiatric Association erkennt Sexsucht nicht als psychische Krankheit an. Das will Patrick Carnes von der Sexentzugs-Klinik nicht gelten lassen: «Immer, wenn es wissenschaftliche Durchbrüche gibt, dann kommt es zu Kontroversen», argumentiert er.

Kosten für 45 Tage Sexentzug: 58.000 Euro

Der Sexentzug ist nicht nur teuer (der Spaß kostet 58.000 Euro für 45 Tage), die Reha sei auch kein Ferienaufenthalt. «Es gleicht eher einem Bootcamp», erklärt Klinikbesitzer Carnes. Weinstein und Spacey müssen täglich zu Einzel- und Gruppentherapien antraben, Tagebuch führen, ihre Hirntätigkeit trainieren und Meditation machen.

Auch freiwillige Bespaßung wird angeboten: Reiten, Yoga oder Kurse in Ausdruckskunst stehen auf dem Programm. CBS hat Harvey Weinstein und Kevin Spacey im Zuge ihres Beitrags über die Sexentzugs-Klinik für ein Statement angefragt. Beide wollten sich nicht zum Thema äußern.

So wirbt die Sexentzugs-Klinik für ihre Dienste

(L'essentiel/lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hurra! am 15.11.2017 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, 45 ganze Tage lang, der Wahnsinn! Und sooooo teuer, wow, toll! Das macht natürlich alles wieder gut. Die 58.000 hätte man ja wohl besser den Opfern als Entschädigung zukommen lassen.

  • john am 15.11.2017 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sollten beide nicht im Knast sitzen? war wohl alles nicht so schlimm.

  • eric am 25.11.2017 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nene. die haben ja ne sucht. die sind krank. da darfste doch niemanden in den knast schicken

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  • eric am 25.11.2017 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nene. die haben ja ne sucht. die sind krank. da darfste doch niemanden in den knast schicken

  • john am 15.11.2017 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sollten beide nicht im Knast sitzen? war wohl alles nicht so schlimm.

  • hurra! am 15.11.2017 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, 45 ganze Tage lang, der Wahnsinn! Und sooooo teuer, wow, toll! Das macht natürlich alles wieder gut. Die 58.000 hätte man ja wohl besser den Opfern als Entschädigung zukommen lassen.