5 Fragen, 5 Antworten

20. Juli 2021 21:24; Akt: 20.07.2021 21:28 Print

Stimmte die Queen Harrys Memoiren zu?

Am Montag gab der Herzog von Sussex in einem Statement die Veröffentlichung seiner Autobiografie bekannt. Hier sind die Antworten auf die brennendsten Fragen.

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Ende 2022 erscheint ein bereits jetzt mit Spannung erwartetes Buch, geschrieben von niemand geringerem als Prinz Harry höchstpersönlich. Die Erscheinung seiner Autobiografie, an der er bereits seit einem Jahr arbeiten soll, gab der 36-Jährige am Montagabend in einem Statement auf der Archewell-Website bekannt. Darin teilte der Herzog von Sussex mit, dass er seine Memoiren «nicht als der Prinz, als der ich geboren wurde, sondern als der Mann, der ich geworden bin», schreibt.

Veröffentlicht wird Harrys Autobiografie in gedruckter und digitaler Form in den USA von Random House und in Kanada von Random House Canada. In Großbritannien übernimmt Penguin Random House UK den Release. Gleichzeitig wird eine Hörbuch-Edition erscheinen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein hochrangiger Royal ein solch persönliches Buch releast. Bereits der abgedankte König Edwards VIII (Onkel von Queen Elizabeth, 95) brachte sein Buch «A King’s Story: The Memoirs of HRH the Duke of Windsor, KG» in den 1950er Jahren auf den Markt und wurde ein internationaler Besteller.

Gleichzeitig mit der Verkündung von Harrys Autobiografie kamen zahlreiche Fragen auf. Wie viel verdient der Prinz mit dem persönlichen Werk? Schreibt er das Buch selbst? Und wohl am Wichtigsten: Wie reagierte seine Familie auf die Neuigkeiten? Hier sind die Antworten.

Arbeitet Harry alleine an seiner Autobiografie?

Nein! J. R. Moehringer, ein mit dem Pulitzer (ein US-amerikanischer Medienpreis für herausragende journalistische Beiträge) ausgezeichneter Journalist und Autor, der bereits mit Tennisstar Andre Agassi (51) gearbeitet hat, tritt als Auftragsschreiber in Erscheinung. Der 56-Jährige lebt in Berkeley, Kalifornien, etwa 480 Kilometer vom Anwesen der Sussexes in Montecito entfernt. Zur Zusammenarbeit hat sich der Journalist bislang nicht geäußert, ebenso ist noch unklar, wie es zur Partnerschaft kam.

Laut «Daily Mail» soll der Kontakt durch George Clooney zustande gekommen sein. Der 60-jährige Hollywood-Star führt bei der Verfilmung von Moehringers Memoiren «The Tender Bar» gerade Regie. Der Streifen mit Ben Affleck (48) soll nächstes Jahr ins Kino kommen. George und seine Frau Amal (43) sind mit den Sussexes gut befreundet. Das Paar war unter anderem unter den Gästen bei der Royal-Hochzeit im Jahr 2018 in Windsor.

Wie viel verdient Harry mit seiner Autobiografie?

Umgerechnet rund 18 Millionen Euro soll der Herzog von Sussex als Vorschuss für das Buch erhalten haben, wie «Page Six» berichtet. Co-Autor Moehringer soll rund eine Million Euro verdienen. Laut der Archewell-Website wird Harry «den Erlös für wohltätige Zwecke spenden».

Welche Themen wird Harry in seinen Memoiren behandeln?

«Zum allerersten Mal wird Prinz Harry, der Herzog von Sussex, einen Einblick in seine Erfahrungen, Abenteuer, Verluste und Lebenslektionen teilen, die ihn geprägt haben», heißt es im offiziellen Statement. Seine «intimen und herzlichen Memoiren» würden sein Leben in der Öffentlichkeit von seiner Kindheit bis heute umfassen, einschließlich seines Engagements im Dienste der Krone, der militärischen Pflicht und der «Freude, die er darin gefunden habe, Ehemann und Vater zu sein.» Konkrete Details zum Inhalt sind nicht bekannt, doch britische Royal-Kenner denken, dass auf einigen Seiten auch die jüngsten Familien-Probleme behandelt werden.

So etwa, welches Mitglied der Königsfamilie in Frage gestellt hat, «wie dunkel» die Haut seines Sohnes Archie (3) sein würde. Im berühmt-berüchtigten Oprah-Interview verriet das Herzog-Paar, dass es «mehrere Gespräche» diesbezüglich gegeben habe. Ebenso der Streit zwischen Harry und Prinz William (38) könnte zum Thema gemacht werden. Die wachsende Kluft der Brüder war Gegenstand vieler Spekulationen – und wurde sogar im Buch «Battle of Brothers» von Biograf Robert Lacey behandelt. Weil die Autobiografie auch seine Kindheit beleuchten soll, könnte Harry auf die Erziehungsmethoden seines Vaters Prinz Charles (72) Bezug nehmen. In der Doku-Serie «The Me You Can’t See» sprach Harry bereits von «genetischem Schmerz und Leid», die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.

Weiters könnte sich der Prinz zum Verhältnis von Herzogin Meghan (39) und seiner Schwägerin, Herzogin Kate (39), äußern. Seit der Hochzeit der Sussex 2018 kursieren Gerüchte über Unstimmigkeiten zwischen den beiden Frauen. Die jüngsten Spekulation, die für Schlagzeilen sorgten, drehten sich um den Namen seiner Tochter Lilibet. Haben Harry und Meghan die Queen tatsächlich um Erlaubnis für ihren persönlichen Spitznamen gefragt?

Wusste die königliche Familie über die Autobiografie Bescheid?

Der Sprecher des Prinzen hat laut der «Sun» verraten, dass Harry seiner Familie, einschließlich der Königin, erst «sehr kurzfristig» von dem Buch erzählt hat. Eine andere Quelle erzählte: «Harry versuchte erst seine Familie zu kontaktieren, als er erfuhr, dass das Statement demnächst veröffentlicht wird.» Zahlreiche britische Medien berichten zudem, die Senior Royals wurden von der Neuigkeit «überrumpelt». Prinz Charles (72) und Herzogin Camilla (74) sind derzeit auf Royal-Tour in Cornwall. Bei einem Empfang am Montagabend sprach ein Journalist der «Sun» eine Royal-Mitarbeiterin auf Harrys Buch an. Ihre Reaktion: «Oh Gott». Und auch Charles sei «überrascht» gewesen.

Königliche Experten und Expertinnen gehen zudem davon aus, dass der Buckingham-Palast im Vorfeld nichts von der Autobiografie gewusst hat. «Die Tour des Prinzen von Wales ist seit 18 Monaten geplant. Das haben die Sussexes gewusst. Es war vielleicht keine Absicht, aber es ist ein weiteres Beispiel für die schlechte Kommunikation», so eine königliche Quelle. «Harry schreibt diese Memoiren seit einem Jahr, aber seine Familie scheint im Dunkeln geblieben zu sein. Seine Entscheidung, ein Buch über die Familie zu veröffentlichen, ist beispiellos.» Bislang ist nicht bekannt, ob Prinz William oder Queen Elizabeth von der Veröffentlichung vorab wussten. Eine Erlaubnis der Monarchin braucht der 36-Jährige zumindest nicht.

Wie ist die Reaktion der Briten und Britinnen auf das Buch?

Verheerend, wenn man sich die aktuellsten Tweets seit der Bekanntgabe ansieht. Harry scheint mit dem Buch einen weiteren Keil zwischen ihm und der britischen Bevölkerung zu treiben. Viele fordern erneut die Queen auf, ihrem Enkel endgültig den Titel und königlichen Status zu entziehen. Harry sei «ein Verräter an der Krone, der Queen, seiner Familie und der britischen Öffentlichkeit!»

Eine weitere Userin findet es seltsam, dass Prinz Harry wegen dem Wunsch nach mehr Privatsphäre in die USA auswanderte und nun ein Buch über sein Leben veröffentlicht.

Dieser Nutzer gibt Harry den Rat, lieber zu schweigen. «Es wird in Tränen enden. Merk dir meine Worte.»

Es gibt auch Zuspruch für den Prinzen. «Jeder Royal-Experte macht Geld damit, über sein Leben zu schreiben. Wer seid ihr, Harry zu sagen, was er tun soll? Er ist ein erwachsener Mann», so eine Twitter-Userin.

Auch ein bekanntes Gesicht reagiert auf die Neuigkeit. Piers Morgan (56), besser bekannt als Meghans britischer Erzfeind und Ex-Morgenshow-Moderator, twitterte: «Bereit, seine Geschichte zu erzählen? Prinz Privatsphäre hat das ganze verdammte Jahr nicht aufgehört zu kläffen, zu jammern und seine Familie zu beschmutzen.»

Gibt es für Prinz Harry wegen dem Buch-Deal Konsequenzen?

Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen laut jüngsten Medienberichten der «Daily Mail» den Segen des königlichen Oberhaupts bekommen – und zwar für die Taufe ihrer Tochter. Die Sussexes wollen laut eines Insiders Lilibet, die am 4. Juni in Kalifornien zur Welt kam, auf Schloss Windsor und in Anwesenheit von Königin Elizabeth taufen lassen, genau wie ihren Bruder Archie am 6. Juli 2019.

Dieses Vorhaben könnte durch die Verkündung der Autobiografie nun aber gefährdet sein, ist sich Royal-Autor Robert Jobson sicher. «Ich würde sagen, dass die Windsor-Taufe von Lilibet mit der Queen ausfallen könnte! Es sei denn, Harry beabsichtigt, diese mit einer Signierstunde durch Großbritannien zu kombinieren», twittert er.

(L'essentiel/Katrin Ofner)

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