Der «deutsche Elvis»

21. November 2021 16:17; Akt: 21.11.2021 16:17 Print

Ted Herold ist mit 79 Jahren gestorben

Die Höhepunkte seiner Karriere feierte der «deutsche Elvis» schon Ende der 1950er Jahre. Doch der Erfolg war nicht von Dauer. Nun ist Ted Herold mit 79 Jahren gestorben.

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Der deutsche Rock'n'Roll-Musiker Ted Herold ist am 20. November bei einem Wohnungsbrand in Dortmund ums Leben gekommen. (Bild: DPA/Jochen Lübke)

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Die Höhepunkte seiner Karriere feierte der «deutsche Elvis» schon Ende der 1950er Jahre. Ted-Herold-Songs wie «Moonlight», «Hula Rock» und «So schön ist nur die allererste Liebe» eroberten die Hitparaden. Doch der Erfolg war nicht von Dauer, weil sich die Pop-Trends drehten, weil Bands wie die Beatles oder die Rolling Stones bald spannender waren. Am Samstagabend ist Ted Herold mit 79 Jahren gestorben – er kam bei einem Wohnungsbrand in Dortmund ums Leben, wie die Staatsanwaltschaft am Sonntag bestätigte.

In den 50ern schwärmte der gebürtige Berliner von Weltstars wie Buddy Holly, Bill Haley und natürlich dem «King of Rock'n'Roll», Elvis Presley. Nachts habe er vor dem Radio gesessen und die Texte mitgeschrieben. «Den Rhythmus spielen konnte ich im Nu», erinnerte er sich kurz vor seinem 70. Geburtstag. Eine Mitschülerin fand seinen Gesang ganz gut und erzählt ihrem Vater davon – einem Mitarbeiter der Schallplattenfirma Polydor. Schon die erste Platte «Ich brauch keinen Ring» – ohne sein Wissen unter dem Namen Ted Herold erschienen – fand 100.000 Käufer.

Zufälliges Treffen mit Elvis Presley in einer Eisdiele

Geboren als Harald Schubring am 9. September 1942 in West-Berlin, gehörte der erst 16-Jährige schnell zu den Stars der noch jungen Republik. Conny Froboess, Freddy Quinn, Bert Kaempfert, Max Greger - er lernte sie alle kennen. Nicht auf der Bühne, sondern zufällig in einer Eisdiele - in den 50ern Treffpunkte der Jugend - begegnete er auch einmal seinem Idol Elvis. Der «King» fragte ihn, ob er auf Deutsch oder Englisch singe - und soll erleichtert gewesen sein, dass Ted keine direkte Konkurrenz war.

Immer wieder war indes die Rivalität zwischen Herold und dem als braver geltenden Peter Kraus Thema in den Jugendzeitschriften: «Peter Kraus und ich leben in verschiedenen Welten - das ist bis heute so», sagte Ted Herold einmal. Dann kam der Knick. «1961 war der Rock'n'Roll praktisch tot. Die Leute wollten was Neues», resümierte Herold 50 Jahre später. Nun wurde Twist getanzt, dann kamen die Beatles und die Stones.

«Zuerst hatte ich gar nicht so großen Bock, wieder zu singen»

Aber da gab es ja noch Udo Lindenberg. 1977 wollte er den 35-Jährigen mit dem dichten schwarzen Haar für die Platte «Panische Nächte» gewinnen. Herold: «Zuerst hatte ich gar nicht so großen Bock, wieder zu singen.» Doch dann sagte er zu und kam wieder ins Gespräch.

Der Liebe wegen zog er in den 90er Jahren in die Region Braunschweig. 2016, jetzt mit der zweiten Ehefrau Manuela in Dortmund wohnend, nahm Herold mit Jürgen Weber, Künstlername Lars Vegas, eine Maxi-CD auf. Danach wurde es wieder ruhig um den Rock'n-'Roller der ersten Stunde in Deutschland, der parallel zur Musik in Wetzlar eine Ausbildung zum Elektrotechniker begonnen hatte und Handwerksmeister wurde.

(L'essentiel/DPA )

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