Forschungskonzert

23. August 2020 16:24; Akt: 23.08.2020 16:33 Print

Tim Bendzko singt für 2200 Versuchskaninchen

In welchem Rahmen können Großveranstaltungen während der Coronavirus-Pandemie stattfinden? Ein deutsches Forscherteam ging dieser Frage nach – mit Popstar Tim Bendzko.

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In der Arena Leipzig ging am Samstagmorgen ein einmaliges Experiment über die Bühne: Mitten in der Coronavirus-Pandemie wollten Mediziner mit Freiwilligen das Ansteckungsrisiko bei Großveranstaltungen in Hallen untersuchen. Dafür fand ab 8 Uhr eine Art Forschungskonzert in der deutschen Stadt Leipzig mit Popstar Tim Bendzko statt.

Mit dem Experiment «Restart-19» wollen die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Halle herausfinden, unter welchen Bedingungen kulturelle und sportliche Großveranstaltungen wieder möglich sein könnten. Das internationale Interesse an dem Experiment sei groß, teilte die Universitätsmedizin Halle mit. Großveranstaltungen gelten momentan als großes Problem, weil sich dort auf einen Schlag viele Menschen anstecken können.

Drei mögliche Szenarien wurden getestet

Die Universitätsmediziner stellten ein umfassendes Hygienekonzept auf. Alle Beteiligten wurden im Vorfeld auf eine Corona-Infektion getestet, nur bei einem negativen Ergebnis durften sie mitmachen. Bei allen freiwilligen Teilnehmern wurde vor dem Betreten der Arena Leipzig Fieber gemessen.

Die Probanden wurden zudem mit sogenannten Contact Tracern ausgestattet. Die Wissenschaftler überwachten mit Sensoren und anderen technischen Hilfsmitteln deren Laufwege. Fluoreszierendes Desinfektionsmittel machte zudem sichtbar, welche Flächen besonders oft angefasst wurden.

Viel weniger Freiwillige als erwartet

In der Arena der Messestadt spielte Popstar Bendzko drei Konzerte unter verschiedenen Bedingungen. Es wurden drei verschiedene Szenarien erprobt: Zum einen wurde eine Veranstaltung wie vor Beginn der Pandemie simuliert, also beispielsweise mit nur zwei Einlässen. Im zweiten Szenario gab es deutlich mehr Einlässe, zudem waren die Abstände zwischen den Konzertbesuchern größer. Im dritten Fall galt auf den Zuschauertribünen ein Abstand von anderthalb Metern.

Angemeldet waren etwas mehr als 2100 Freiwillige zwischen 18 und 50 Jahren. Das war knapp die Hälfte der erwarteten Teilnehmer. Rein rechnerisch sei es aber möglich, das Experiment auch mit weniger Teilnehmern vorzunehmen, betonte Projektleiter Stefan Moritz. Die Ergebnisse des Experiments sollen laut dem Forscherteam im Herbst vorliegen.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean Muller am 24.08.2020 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Versuchskaninchen Naja, etwas heftig, Versuchskandidaten wäre wohl eher angebracht gewesen. Oder handelt es sich um einen zaghaften Versuch der l'essentiel-Redaktion um eine kritische Stellung gegenüber Menschenversuchen (denn um nichts anders handelt es sich um Endeffekt) anzudeuten?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean Muller am 24.08.2020 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Versuchskaninchen Naja, etwas heftig, Versuchskandidaten wäre wohl eher angebracht gewesen. Oder handelt es sich um einen zaghaften Versuch der l'essentiel-Redaktion um eine kritische Stellung gegenüber Menschenversuchen (denn um nichts anders handelt es sich um Endeffekt) anzudeuten?