Bundesliga

04. Dezember 2016 20:15; Akt: 04.12.2016 20:22 Print

Wirbel um Werner bei Tabellenführer Leipzig

Tabellenführer Leipzig wehrt den Schalker Angriff ab, doch die Schwalbe von Werner liefert einen bitteren Beigeschmack. Der FC Bayern ist zurück im Angriffsmodus.

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Bremens Claudio Pizarro (l) schießt Ingolstadts Torwart Martin Hansen an. (Bild: DPA/Carmen Jaspersen)

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Spitzenreiter RB Leipzig hat den Angriff der Konkurrenz abgewehrt, doch der Sündenfall von Timo Werner beim 2:1 im Spitzenspiel gegen den FC Schalke 04 kostete den Emporkömmling weitere Sympathiepunkte. «Das ist zum Kotzen», schimpfte Schalkes Torhüter Ralf Fährmann über die Schwalbe des Angreifers, der die Sachsen per Foulelfmeter anschließend selbst in Front schoss. Nicht nur Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes wertete den unberechtigten Pfiff von Schiedsrichter Bastian Dankert nach wenigen Sekunden im Top-Duell am Samstagabend als «spielentscheidende Szene».

«Das ganze Stadion hat das gesehen», sagte Schalkes Trainer Markus Weinzierl. «Das war einfach eine kapitale Fehlentscheidung.» Zwar entschuldigte sich Werner später für sein Verhalten, und Referee Dankert gab nach Ansicht der TV-Bilder seine Fehlentscheidung zu.

Gleichwohl überschatteten die Täuschung und die Diskussionen darüber den achten Sieg der Leipziger in Serie. Demnächst könnte der Videobeweis für mehr Gerechtigkeit sorgen. «Vielleicht hätte man den gar nicht gebraucht, wenn man zum Elfmeter gar nicht angetreten wäre, weil es keiner war», sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel vorwurfsvoll in Richtung Werner.

Die weiter ungeschlagenen Leipziger verteidigten somit ihre Spitzenposition am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Am Ende herrschte auch Einigkeit darüber, dass der Sieg in Ordnung ging. «Wir haben gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft im Endeffekt verdient verloren», sagte Heidel nach dem Ende der Serie von zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick mochte von einer absichtlichen Täuschung Werners nichts wissen («Es war keine Schwalbe») und war überzeugt davon, dass der Höhenflug anhält: «Wir haben bisher einen sorgenfreie Saison gespielt, und ich lege mich fest, dass wir sie bis zum Ende haben werden.»

Spitzenteams lassen nicht locker

Erster Verfolger mit drei Punkten Rückstand bleibt der FC Bayern, der mit dem 3:1 in Mainz am Freitagabend Druck auf Leipzig ausgeübt hatte. Der Branchenführer wähnt sich nach dem souveränen Auftritt zurück im Angriffsmodus und will die Verhältnisse spätestens im direkten Duell mit RB drei Tage vor Weihnachten in München wieder zurechtrücken. «Wenn wir weiter so spielen, können wir als Tabellenführer überwintern und haben gute Chancen, Meister zu werden», tönte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Doch auch die weiteren Spitzenteams lassen nicht locker. Der Tabellen-Dritte Hertha BSC feierte dank des Last-Minute-Treffers von Salomon Kalou (Foulelfmeter) einen 3:2-Sieg beim VfL Wolfsburg. 1899 Hoffenheim bleibt wie Leipzig ungeschlagen und fertigte den 1. FC Köln mit 4:0 ab. Schlimmer noch als die Niederlage war für die Kölner die schwere Verletzung von Marcel Risse, der einen Kreuzbandriss im Knie erlitt und ein halbes Jahr ausfällt.

Dortmund zeigt Gladbach, wo der Hammer hängt

Dortmund untermauerte mit der 4:1-Gala gegen Mönchengladbach eine Woche nach der viel beachteten Wutrede von Trainer Thomas Tuchel seinen Anspruch auf einen Champions-League-Platz. «Das war ein guter Neuanfang nach der Niederlage in Frankfurt», erklärte Tuchel. Anders als beim umjubelten Coup vor gut einer Woche gegen den BVB musste die Eintracht an diesem Wochenende jedoch einen kleinen Rückschlag hinehmen. Beim FC Augsburg kam der bisherige Tabellenvierte aus Frankfurt am Sonntag nicht über ein 1:1 hinaus und rutschte damit aus den Champions-League-Rängen.

Unterdessen verschärft sich nach den Negativ-Serien in Wolfsburg und Mönchengladbach die sportliche Lage. Beide Teams stecken im unteren Tabellen-Bereich fest. Bei den Niedersachsen brodelt es, und der bei seiner Einwechslung von den VfL-Fans gnadenlos ausgepfiffene Julian Draxler muss als Sündenbock für die Krise herhalten. Dagegen vollzogen die Borussia-Anhänger nach der Pleite in Dortmund den Schulterschluss mit der seit acht Spielen sieglosen Mannschaft. «Für solche Szenen spiele ich Fußball. Das war unglaubliche Empathie», kommentierte Weltmeister Christoph Kramer die aufmunternden Sprechchöre der Anhänger.

Ein ermutigender Schritt aus der Krise gelang dagegen dem Hamburger SV. Beim 2:0 in Darmstadt bejubelte das Team von Trainer Markus Gisdol den lang ersehnten ersten Saisonsieg. Dank der Treffer von Michael Gregoritsch (30.) und Matthias Ostrzolek (90.) verließ der HSV erstmals seit dem 7. Spieltag das Tabellenende. Neues Schlusslicht ist der FC Ingolstadt nach dem 1:2 im zweiten Abstiegskrimi bei Werder Bremen.

(L'essentiel/dpa)

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