Fall Vettel beim GP Ungarn

02. August 2021 16:05; Akt: 02.08.2021 16:07 Print

«Diese Regelungen machen den Sport kaputt»

Sebastian Vettel wurde beim GP Ungarn nachträglich wegen zu wenig Benzin im Tank disqualifiziert. Der Fall sorgt bei Aston Martin und im Netz für hitzige Gemüter.

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Es hätte nach dem zweiten Platz beim GP von Aserbaidschan sein zweites Podest in der aktuellen Weltmeisterschaft sein können. Doch der Jubel über die Egalisierung seines besten Saisonresultats blieb Sebastian Vettel wenige Stunden nach dem Rennen in Ungarn im Hals stecken.

Sonntag um ca. 22:00 Uhr verkündet die FIA das Urteil, das die Formel-1-Welt wohl noch einige Tage beschäftigen wird. Vettel wird nachträglich für das Rennen am Hungaroring disqualifiziert, weil sein Bolide am Schluss des Rennens statt des geforderten Minimums von einem Liter Treibstoff im Tank am Ende des Rennens nur 0,3 Liter drin gehabt haben soll und dadurch die Rennleitung keine Probe zur Kontrolle mehr entnehmen konnte.

Die Härte des Entscheides des internationalen Automobilverbandes vermag Außenstehende zu überraschen, besonders wenn man den Fall Vettel mit dem Vergehen von Lewis Hamilton vergleicht, der vor zwei Wochen beim GP Silverstone seinen ärgsten Rivalen um den Weltmeistertitel Max Verstappen mit einem äußerst unsportlichen Manöver aus dem Rennen crashte und dafür bloß eine Zehn-Sekunden-Strafe erhielt. Während Vettel mit seinem fast leeren Tank keine anderen Fahrer direkt beeinträchtigte, konnte man beim Crash von Verstappen von Glück reden, dass er das Ganze unverletzt überstand.

Aston Martin plant Protest – Vettel schweigt

Vettels Rennstall Aston Martin reagiert nach dem Hammer-Verdikt postwendend mit einer Pressemitteilung, in der die Briten schreiben: «Der Verlust von 18 Punkten ist für das Team enttäuschend, schmälert aber nicht die ansonsten makellose Fahrt von Sebastian. Heute haben wir gezeigt, dass unser Auto eine starke Rennpace hat.»

Aston Martin reagierte auch bei den Rennkommissaren und hinterlegte eine Absichtserklärung für einen Protest. «Ich kann bestätigen, dass wir vorhaben, einen Protest einzureichen», offenbarte Vettels Teamchef Otmar Szafnauer gegenüber «Motorsport Total». «Sobald wir mehr wissen und sagen können, ob es dafür eine Grundlage gibt, werden wir protestieren. Wenn es keine Grundlage gibt, dann nicht. Aber dafür haben wir jetzt 96 Stunden Zeit.»

Der britische Rennstall zeigt sich überzeugt davon, dass Vettel genug Sprit im Tank gehabt habe: «Nach unseren Berechnungen sollten sich noch 1,44 Liter Benzin im Auto befinden. Und zwar nachdem die 300 Milliliter an Probe entnommen wurden», meinte Szafnauer am Sonntagabend.

Vettel droht Strafe wegen Regenbogen-Shirt

Als ob die Disqualifikation für Vettel nicht schon hart genug wäre, droht dem Wahl-Thurgauer nun noch weiteres Ungemach wegen einer Solidaritätsaktion zu der LGBTQ-Bewegung. Der frühere Ferrari-Pilot trug wie Valtteri Bottas, Carlos Sainz, Esteban Ocon und Lance Stroll unmittelbar vor dem Rennen am Hungaroring bei der ungarischen Hymne ein Regenbogen-T-Shirt mit der Aufschrift «Same Love», was für ihn nun womöglich negative Konsequenzen haben könnte. «Ich soll vielleicht eine Strafe bekommen wegen des T-Shirts», erklärte Vettel dazu gegenüber «Sky». Offiziell ist bislang nur bekannt, dass die betreffenden Fahrer von der FIA eine Verwarnung erhalten haben.

Noch keine Reaktion gab es von Vettel bislang auf seine Disqualifikation. Sehr wohl darauf reagiert haben derweil zahlreiche Motorsport-Fans auf Social Media. Einige setzen die Strafe der FIA sogar in einen Kontext mit dem Regenbogen-Statement des Deutschen.

«Diese Regelungen und Bestrafungen machen den Sport kaputt»

Für Unverständnis sorgte bei einigen Beobachtern des Formel-1-Zirkus auch die Relation zu der Strafe, die Lewis Hamilton vor wenigen Wochen für seinen Crash mit Max Verstappen beim GP Silverstone erhielt. Der Weltmeister ist nach dem Ausschluss von Vettel ein weiterer Profiteur, da er nun den zweiten Platz des Deutschen in Ungarn erbt und gleichzeitig auch wieder die Führung im Gesamtklassement vor seinem niederländischen Rivalen übernimmt.

Ein Twitter-User schreibt «Manche Fahrer dürfen das halbe Feld aus dem Rennen katapultieren und bekommen fünf Plätze Strafe im nächsten Rennen. Andere haben bisschen wenig Benzin im Tank und werden disqualifiziert. Wahnsinn! Diese Regelungen und Bestrafungen machen den Sport kaputt.»

Im Netz häufen sich die Statements, die die Disqualifikation Vettels als «schlechtes Zeichen für die Formel 1» deuten. Ein User schreibt, es tue weh zu sehen, was aus diesem Sport geworden sei. Ein anderer meint dazu lapidar: «Früher musste man in die Box um zu tanken, heute wird man disqualifiziert wenn man am Ende zu wenig im Tank hat.»

Für Stirnrunzeln sorgte in den sozialen Medien auch die Reaktion von Vettels früherem Arbeitgeber Ferrari, die einen Tweet absetzten, bei dem sie die Disqualifikation des Aston-Martin-Piloten (notabene ohne dessen namentliche Erwähnung) trocken damit kommentierten, dass ihr Schützling Carlos Sainz nun aufs Podest vorrückt. Aston Martin selbst kommentierte dann darunter mit einem Gif «Ich bin Sebastian Vettel».

Ein weiterer Twitter-User bringt sogar Vettels politische Gesinnung ins Spiel und schreibt «Vettel hat auf Öko gemacht und zu wenig Sprit im Tank, Folge Disqualifikation beim Ungarn GP?!». Der Deutsche offenbarte zuletzt in einem Interview, dass er die Grünen wählen würde und wurde deswegen mit Kritik überschüttet, da die Formel 1 nicht gerade bekannt dafür ist, viel für eine positive Ökobilanz zu tun.

(L'essentiel/Florian Gnägi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Formel langweilig am 03.08.2021 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Seit Alain Prost und Ayrton Senna habe ich mit der F1 fertig.

  • Valchen am 02.08.2021 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    En kunterbuntem Reenbouw Strécken Official?

  • jimbo am 02.08.2021 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ween kukt nach F1? Mat deene ganze Regelen an Downsizing ass et nom Schumi emmer mei langweileg ginn…

Die neusten Leser-Kommentare

  • Formel langweilig am 03.08.2021 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Seit Alain Prost und Ayrton Senna habe ich mit der F1 fertig.

  • superjhemp am 02.08.2021 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regeln sind Regeln und seit schummel Schumi nicht mehr dabei ist, ist die F1 wieder besser geworden

    • @superjhemp am 18.08.2021 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      Was ist dann an der Formel 1 besser geworden nichts es wird immer unerträglicher und langweiliger. Und nichts aber absolut nichts gegen Schummi. Zu behaupten Schummi hätte geschummelt jetz reichts.

    einklappen einklappen
  • Bib am 02.08.2021 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die FIA ist eine Lachnummer geworden. Alle anderen Rennserien sind mittlerweile besser für Zuschauer.

  • Valchen am 02.08.2021 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    En kunterbuntem Reenbouw Strécken Official?

  • jimbo am 02.08.2021 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ween kukt nach F1? Mat deene ganze Regelen an Downsizing ass et nom Schumi emmer mei langweileg ginn…