Verwirrende Aussage Ecclestones

28. Juni 2020 15:32; Akt: 28.06.2020 15:34 Print

«In vielen Fällen sind Schwarze rassistischer»

Der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sorgt mit seinen Aussagen über Rassismus in einem TV-Interview für Unmut.

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Die «Black Lives Matter»-Bewegung macht auch vor der Formel 1 nicht halt. Vor dem Saisonstart in Spielberg am 5. Juli macht sich besonders Lewis Hamilton für das Thema stark. Der sechsfache Weltmeister ist der einzige dunkelhäutige Fahrer und kritisiert offen, dass es auch in der Königsklasse des Motorsports «people of colour» zu schwer gemacht werde.

Ein Interview des langjährigen Formel-1-Bosses, Bernie Ecclestone, bestätigt diesen Eindruck deutlich. Der 89-Jährige sagt bei CNN: «In vielen Fällen sind schwarze Menschen rassistischer als weiße Menschen.» Die Moderatorin hält inne, bevor sie nachhakt (siehe Video oben). Ecclestone geht nicht genauer auf seine Aussage ein und sorgte so für einen dementsprechend großen Aufschrei in den sozialen Medien.

Auf die Nachfrage der Reporterin, wie er zu diesem Schluss gekommen sei, antwortet Ecclestone: «Gegen jede Ungerechtigkeit gegen welche Hautfarbe auch immer, muss man gleich vom Start weg vorgehen. Es ist nicht leicht, die Einstellung der Menschen zu ändern. Sie müssen es schon in der Schule lernen. Sie müssen über diese Dinge schon nachdenken, wenn sie noch aufwachsen. Ich denke, es ist komplett dumm, diese Statuen abzureißen. Sie sollten sie stehen lassen. Nehmt die Kinder um sie sich anzusehen und erklärt, was diese Leute gemacht haben und wie falsch es war, was sie gemacht haben.»

Erklärung: Bei den Maßenprotesten zu #blacklivesmatter wurden zahlreiche Statuen von historischen Personen abgerissen, die einen rassistischen Hintergrund hatten.

Ob die Formel 1 eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Rassimus einnehmen solle? «Ich glaube, die Menschen, die das tun müssen, sind die Zuseher. Alle, die in den Sport involviert sind, können als kleine Gruppe sehr wenig bewegen. Mich überrascht, dass sich einige Teams darüber Sorgen machen. Die Öffentlichkeit muss anfangen, darüber nachzudenken. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sich die Menschen generell in den Jahren darum gesorgt haben. Sie hätten es tun sollen. Es betrifft uns alle, aber nicht alle direkt. Jeder ist zu beschäftigt damit, sich um seine alltäglichen Sorgen zu kümmern, nicht um die Dinge, die sie nicht direkt betreffen.»

Hamilton kanns nicht glauben

Hamilton kritisierte Ecclestones Aussagen als «ignorant und ungebildet». «Wenn jemand, der den Sport über Jahrzehnte führt, so wenig von den tiefgreifenden Problemen versteht, mit denen schwarze Menschen jeden Tag umgehen müssen, wie können wir dann Verständnis von den Menschen erwarten, die unter ihm arbeiten», schrieb der 35-jährige Brite auf Instagram.

«Verdammt, ich weiß nicht einmal, wo ich anfangen soll», leitete Hamilton seine Reaktion ein. Der 89-jährige Ecclestone sei zwar nicht mehr Teil der Formel 1 und aus einer anderen Generation, seine Kommentare würden aber zeigen, was falsch laufe. «Es macht für mich nun komplett Sinn, warum nichts gesagt oder getan wurde, um unseren Sport diverser zu machen oder den rassistischen Angriffen zu begegnen, denen ich in meiner ganzen Karriere ausgesetzt war», schrieb Hamilton.

Auch die Formel 1 distanziert sich

Zuvor hatte sich die Formel 1 bereits in scharfer Form von Ecclestone distanziert. «In einer Zeit, in der Einigkeit gefordert ist, um Rassismus und Ungleichheit zu attackieren, stimmen wir überhaupt nicht mit den Aussagen von Bernie Ecclestone überein», hieß es in einer Mitteilung. Ecclestone spiele keine Rolle mehr in der Formel 1.

Hamilton bekräftigte: «Die Zeit des Wandels ist jetzt gekommen.» Der Mercedes-Pilot hatte in den vergangenen Wochen immer wieder öffentlich die «Black-Lives-Matter»-Bewegung unterstützt. Zudem warf er der Formel 1 vor, ein «von Weißen dominierter» Sport zu sein und gründete eine Kommission, die mehr schwarzen Menschen den Weg in die Formel 1 ebnen soll.

(L'essentiel/dpa/hua)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 29.06.2020 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Il à toujours raison

  • Arme Arbeiter gibt es auch in Luxemburg am 29.06.2020 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Forscher Heutzutage noch werden viele Menschen als Sklaven gehalten,darunter auch in Teile Afrika

  • Forscher am 29.06.2020 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wer so was behauptet, sollte folgende Frage beantworten: "Nennen Sie 5 Beispiele aus der Geschichte, in denen schwarze Menschen weiße Menschen versklavt haben, kolonalisiert haben oder einen Völkermord an weißen Menschen verübt haben."

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    @Forscher Heutzutage noch werden viele Menschen als Sklaven gehalten,darunter auch in Teile Afrika

  • Léon am 29.06.2020 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Il à toujours raison

  • Forscher am 29.06.2020 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wer so was behauptet, sollte folgende Frage beantworten: "Nennen Sie 5 Beispiele aus der Geschichte, in denen schwarze Menschen weiße Menschen versklavt haben, kolonalisiert haben oder einen Völkermord an weißen Menschen verübt haben."