Hamilton-Sieg

12. Juli 2020 18:44; Akt: 12.07.2020 18:55 Print

Totalschaden für Sebastian Vettel – und Ferrari

Ein Crash mit seinem Ferrari-Stallrivalen Charles Leclerc beim zweiten Saisonrennen besiegelt Vettels Aus. Lewis Hamilton dominiert in Spielberg. Bei Ferrari brodelt es gewaltig.

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Lewis Hamilton (Mitte) macht einen großen Schritt in Richtung WM-Titel. (Bild: DPA/Leonhard Foeger)

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Sebastian Vettel verzog sich nach dem Ferrari-Totalschaden von Österreich voller Frust. Ein von seinem Stallrivalen Charles Leclerc verschuldeter Crash beim zweiten Formel-1-Rennen in Spielberg stürzte die Scuderia am Sonntag endgültig tief in die Krise. Nicht mal die Abbitte des Monegassen beim souveränen ersten Saisonsieg von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton konnte Vettel trösten. «Es ist extrem bitter», sagte Vettel.

Die Ferrari-Abschiedstour des viermaligen Weltmeisters wird nach der unnötigen Kollision immer mehr zur Qual. «Das ist das schlimmste Ende für uns», resümierte Teamchef Mattia Binotto nach einem Wochenende zum Vergessen. «Es ist im Moment schwer, weil das Negative überwiegt», sagte der 33-Jährige aus Heppenheim nach seinem Ausfall in der ersten Runde selbst. «Wir müssen weiter kämpfen und versuchen, alles zu geben.»

Hinter Dominator Hamilton wurde Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil Zweiter, Max Verstappen im Red Bull Dritter. «Ich bin so beeindruckt, das war ein fantastischer Job, Jungs», funkte Hamilton nach Karrieresieg Nummer 85 an sein Team. «Ich bin so dankbar, wieder ganz vorne zu sein», ergänzte er auf dem Podium und reckte seine rechte Faust in den Himmel. In der WM-Wertung liegt der Brite mit 37 Punkten sechs Zähler hinter Auftaktsieger und Spitzenreiter Bottas. Vettel ist mit mir nur einem mageren Punkt schon früh komplett abgehängt.

« Ich hatte schon zwei Autos neben mir, wollte mich aus allem raushalten. »

Eine Woche nach seinem ernüchternden zehnten Platz zum Auftakt an gleicher Stelle war der Grand Prix der Steiermark für Vettel früh vorbei. Weil ihm Leclerc, in der Vorwoche noch Zweiter, mit einem unbedachten Manöver in Kurve drei heftig ins Auto fuhr und sein Heckflügel sofort wegbrach, musste der Hesse den ohnehin lahmenden Ferrari an der Box abstellen. «Ich hatte schon zwei Autos neben mir, wollte mich aus allem raushalten. Drei Autos in einer Kurve geht nicht», sagte Vettel. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass Charles etwas versucht. Ich denke nicht, dass da Platz war.»

Nur vier Runden später war auch für Leclerc aus Monaco Schluss. «Ich habe es komplett verbockt, mein Fehler», sagte der 22-Jährige. Der Youngster hatte sich bei dem Crash den Unterboden ruiniert. Weiterfahren? Unmöglich. «Ich habe einen sehr schlechten Job gemacht und das Team im Stich gelassen», sagte Leclerc, der sich kleinlaut bei Vettel entschuldigte. «Ich hoffe, dass ich daraus lerne. Das ist eine harte Zeit fürs Team, wir brauchen so etwas nicht.»

Erst im vergangenen Jahr in Brasilien waren Vettel und Leclerc kollidiert und anschließend ebenfalls ausgeschieden. Damals hatten sie sich auf offener Strecke bei hoher Geschwindigkeit beharkt. In der Folge hatte es viel Ärger für Piloten und Teamführung auch von der Ferrari-Konzernspitze gegeben - das dürfte sich nun wiederholen. «Das tut schon weh, wenn beide Fahrer nach zwei Runden ausscheiden», sagte Binotto.

Bei Ferrari brodelt es gewaltig

Die Italiener sehen in Leclerc die Zukunft, der Heißsporn wurde erst mit einem Vertrag bis Ende 2024 ausgestattet, während Vettel Ende 2020 nach sechs Jahren gehen muss und noch kein Cockpit für 2021 hat. «Ich weiß nicht, welche Lücke der Charles gesehen hat», sagte Vettel.

Während Weltmeister Hamilton an der Spitze souverän seine Führung verteidigte und ihm vor leeren Rängen bei zweiten Geisterrennen der Formel-1-Historie niemand gefährlich werden konnte, brodelte es bei Ferrari. Das Werksteam hatte nach dem durchwachsenen Auftakt extra ein Upgrade-Paket mit neuem Frontflügel und neuem Unterboden vorgezogen. Doch es kam einen Tag nach der schwierigen Regen-Qualifikation erst gar nicht dazu, mit der Konkurrenz mitzufahren. Vettel hatte schon einen schwachen Start erwischt und war von Rang zehn weiter zurückgefallen. Leclerc, der als 14. in den Großen Preis ging, hatte auch keine gute Perspektive.

Hamilton macht ersten wichtigen Schritt zu siebtem WM-Titel

«Es macht schon Lust, aber das Rennen ist extrem kurz gewesen», sagte Vettel: «Das ist schade, gerade nach letzter Woche. Heute wäre es viel besser gewesen als letzte Woche, das habe ich schon gemerkt. Aber dazu kam es ja nicht.» In der kommenden Woche in Ungarn hat Ferrari zwar die Chance, es besser zu machen. Dass es reicht, um Mercedes ernsthaft zu gefährden, bleibt aber mehr als fraglich.

Die schwarz lackierten Silberpfeile holten auch den zweiten Sieg der durch die Coronavirus-Pandemie verkürzten Saison. Eine Woche nach Bottas machte der 35 Jahre alte Brite Hamilton den ersten wichtigen Schritt zu seinem siebten WM-Titel. Sollte er in diesem Jahr erneut Champion werden, würde er nach Titeln mit Rekordweltmeister Michael Schumacher gleichziehen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mulo Rampante am 12.07.2020 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die Trauben waren Ferrari eben viel zu sauer, darum haben die sie hängen gelassen. ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mulo Rampante am 12.07.2020 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die Trauben waren Ferrari eben viel zu sauer, darum haben die sie hängen gelassen. ;-)