Serie A

17. Dezember 2019 13:12; Akt: 17.12.2019 13:23 Print

Affenbild gegen Rassismus löst Shitstorm aus

Die Serie A versucht gegen den anhaltenden Rassismus in der Liga vorzugehen. Dafür beauftragte sie einen Künstler. Doch die Begeisterung hält sich in Grenzen.

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Die oberste italienische Fußballliga wird durch Ereignisse im Zusammenhang mit Rassismus immer wieder in ein negatives Licht gerückt.

Erst Ende November irritierte Maßimo Cellino mit der Aussage: «Er ist schwarz, was soll ich sagen, er arbeitet daran, heller zu werden, aber das fällt ihm sehr schwer.» Der Clubpräsident von Brescia antwortete damit auf eine Frage nach seinem eigenen Spieler, Mario Balotelli. Der Verein versuchte nach Cellinos Bemerkung die Wogen zu glätten und sprach von einem Missverständnis.

Der Weg der Kunst

Balotelli wurde als Sohn ghanaischer Eltern in Italien geboren. Anfang November hatten ihn Fans von Hellas Verona beim Heimspiel gegen Brescia bereits mehrfach mit Affenlauten und rassistischen Rufen beleidigt. Wie dem 29-Jährigen ergeht es auch weiteren Spielern mit dunkler Hautfarbe, beispielsweise Napolis Kalidou Koulibaly. Der Senegalese musste sich bei einem Spiel gegen Inter Mailand Ähnliches anhören.

Die Serie A versucht dem entgegenzuwirken und beschritt dafür den Weg der Kunst – doch der Schuss ging nach hinten los: Zur Anti-Rassismus-Initiative gehört ein Werk von Simone Fugazzotto. Es zeigt drei Affen.

«Ich habe in den vergangenen Jahren schon etliche Affen gemalt. Jetzt sind der westliche, der asiatische und der schwarze Affe entstanden», meinte Fugazzotto gegenüber Reportern. «Sie sollen allen zeigen, dass wir letztlich gleich sind. Dass wir alle Affen sind.»

«Schwierig zu verstehen»

Die Reaktionen blieben nicht aus, vor allem die negativen. So twitterte Fare, eine Organisation die sich gegen Rassismus einsetzt: «Einmal mehr macht der italienische Fußball die Welt sprachlos. Die Kampagne sieht aus wie ein schlechter Witz. Das wird kontraproduktiv sein. Schwierig zu verstehen, was sich die Liga dabei gedacht hat.»

Auch Spielerberaterin Jen Mendelewitsch hoffte, dass es sich dabei nur um einen «Witz» handelt.

Fairplay und Toleranz

In einem Mail an «CNN» zeigte sich Fugazzotto schockiert über die Reaktionen. «Um das Werk zu verstehen, muss man in meine Welt eintauchen und begreifen, dass der Affe der Protagonist meiner Arbeit ist und als Metapher für den Menschen dient.» Er habe den Spieß umdrehen wollen.

Die Serie A steht hinter dem Werk. Liga-Chef Luigi De Siervo meinte, Fugazzottos Bilder würden voll und ganz die Werte von Fairplay und Toleranz widerspiegeln und somit auch im Hauptsitz hängen bleiben. De Siervo hatte die Kampagne am Montag präsentiert. Unter anderem sollen alle 20 Clubs eine Absichtserklärung unterzeichnen.

(L'essentiel/dmo)

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