Marco Reus

03. Juli 2019 16:38; Akt: 03.07.2019 16:46 Print

«Anderes Saisonziel macht keinen Sinn»

Mehr Kosten, mehr Mut - der mit rund 100 Millionen Euro verstärkte BVB startet mit großen Plänen in die Saison. Erstmals seit Jahren wurde der Titel als Ziel ausgegeben.

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Keine Autogramme, keine Interviews – die Dortmunder Titelmission begann hinter verschlossenen Türen. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit starteten die Vizemeister der Fußball-Bundesliga am Mittwoch in die Vorbereitung auf die neue Saison. Wie schon in den vergangenen Jahren stand am ersten Trainingstag die obligatorische Leistungsdiagnostik an. Nur bei der Einfahrt auf das Trainingsgelände im Vorort Brackel bekamen Fans und Medienvertreter das Team um Rückkehrer Mats Hummels zu sehen.

Die Borussia hat nach der Verpflichtung von Nico Schulz (Hoffenheim), Thorgan Hazard (Mönchengladbach), Julian Brandt (Leverkusen), Mateu Morey (Barcelona) und Hummels (München) große Pläne. Anders als zuletzt hat die Vereinsführung die Meisterschaft als Ziel ausgegeben. Marco Reus hält diese Strategie für folgerichtig: «Nach der vergangenen Saison und unseren Neuverpflichtungen diesen Sommer macht ein anderes Saisonziel meiner Meinung nach keinen Sinn», sagte der Kapitän der «Sport Bild».

Viel Arbeit für Michael Zorc

Der fehlende Punch der Mannschaft im vergangenen Titelkampf, bei dem ein komfortabler Neun-Punkte-Vorsprung auf die Münchner verspielt wurde, veranlasste die Vereinsbosse zu einer mutigeren Zielsetzung. Investitionen in den Kader von rund 100 Millionen Euro sollen helfen, die Dominanz der Bayern zu durchbrechen. «Es wird wichtig für uns sein, schnell mit allen neuen Spielern eine Einheit zu werden – auf dem Platz, aber auch vor allem in der Kabine. Nur so können wir erfolgreich sein», sagte Reus. Zwei Trainingslager in den USA (15. bis 21. Juli) und in der Schweiz (27. Juli bis 2. August) sollen Trainer Lucien Favre helfen, den gewachsenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Wie Kapitän Reus fehlten auch die Neuzugänge Brandt, Schulz und Hazard beim Start in die Vorbereitung. Insgesamt zwölf Nationalspieler werden aufgrund ihrer jüngsten Länderspieleinsätze erst später zur Mannschaft stoßen. Dagegen gehörten Hummels und Morey zum Kreis der 19 Spieler, die am Mittwoch den ersten Schweiß vergossen.

Doch nicht nur die Profis haben in den kommenden Wochen viel zu tun. Auch Sportdirektor Michael Zorc steht bis zum Ende der Transferfrist am 2. September noch viel Arbeit ins Haus. Denn der große Kader mit weit über 30 Profis muss noch verkleinert werden. Das macht vor allem aus Kostengründen Sinn. Neben den zuletzt ausgeliehenen Profis wie André Schürrle und Shinji Kagawa, die beide derzeit für die Suche nach einem neuen Verein freigestellt sind, gelten auch Maximilian Philipp, Ömer Toprak, Raphael Guerreiro und Julian Weigl als Verkaufskandidaten. Christian Pulisic (FC Chelsea), Alexander Isak (Real Sociedad), Felix Passlack (Fortuna Sittard) und Dzenis Burnic (Dynamo Dresden) sind bereits weg.

(L'essentiel/dpa)

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