Kein einziger Torschuss

15. September 2021 14:39; Akt: 15.09.2021 14:46 Print

Barca so schlecht wie nie zuvor, Fans schockiert

Mit dem Abgang von Lionel Messi rutscht Barca immer weiter in die Krise. Das 0:3 gegen die Bayern ist ein historischer Tiefpunkt.

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Sommer-Neuzugang Memphis Depay machte gegen die Bayern keinen Stich. (Bild: imago images)

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Vor einem Jahr verlor der FC Barcelona gegen die Bayern mit 2:8. Dieses Jahr fällt die Niederlage am ersten Spieltag der Champions League weniger empfindlich aus. Der deutsche Rekordmeister setzt sich am Dienstagabend mit 3:0 durch.

Dennoch waren die Katalanen in ihrer Königsliga-Geschichte noch nie so schlecht wie in diesem Spiel. Sie verzeichnen im Camp Nou keinen einzigen Torschuss – das gab es zuvor noch nie.

Dementsprechend alarmiert sind die Fans und auch die spanische Presse. Dass Trainer Ronald Koeman sein Team in einer Fünferkette mit einem Defensiv-Korsett auf den Rasen schickt, gefällt dort, wo man nicht nur erfolgreichen, sondern auch schönen Fußball gewohnt ist, niemandem. Dass die Entscheidung Koemans aber sogar auf Verständnis trifft, ist das wirklich Alarmierende.

Denn: Mittlerweile sind sich in Barcelona wohl alle einig, dass die Qualität auf absehbare Zeit nicht mit jener anderer Top-Klubs in Europa zu vergleichen ist. So wird man plötzlich im eigenen Stadion gegen die Bayern zum großen Underdog, spielt so, wie sonst Teams wie Elche und Granada, wenn sie im Camp Nou gastieren: mit tiefer Abwehrlinie, auf Konter ausgelegt.

Coach Koeman sieht schwierige Jahre auf den Klub zukommen. Er verweist auf die junge Mannschaft und Verletzungssorgen (Agüero, Dembele, Fati, Braithwaite). Die Einwechslung des erst 18-jährigen Talents Yusuf Demir in der 58. Minute unterstreicht das – sein Champions-League-Debüt.

Superstar Lionel Messi musste den Klub im Sommer nach 21 Jahren verlassen (PSG), weil kein Geld da ist. Antoine Griezmann wurde kurz vor Transferschluss an Atletico Madrid zurückverkauft, um sein hohes Gehalt einzusparen. Wie formulierte es Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß im Vorfeld der Champions League so treffend: «In Deutschland wäre Barca ein Fall für den Insovenzrichter.»

In Barcelona geht seit dem Bayern-Match der Vergleich mit dem FC Arsenal um. Fans wollen Parallelen zum Absturz des englischen Top-Klubs erkennen. Der ist seit dem Ende der Ära von Arsene Wenger ein Schatten seiner selbst, spielt nicht im Europacup und hält nach vier Runden bei vier Punkten und einem erzielten Tor. Als man bis vor einigen Jahren noch regelmäßig in der Champions League dabei war, war ebenfalls allzu oft gegen den FC Bayern Endstation – teils mit horrender Tordifferenz. An diesem Punkt ist Barca mittlerweile angekommen.

Einziger Lichtblick dieser Tage: Die Talente rund um Demir. Der Österreicher kann die Krise nützen, beim Kult-Verein zum Stammspieler zu reifen. Durch Spieler wie ihn und beispielsweise Mittelfeld-Dauerläufer Pedri wird die Krise zum Umbruch erklärt. Zumindest Koeman ist sich sicher, in zwei, drei Jahren wieder auf Augenhöhe mit den Bayern zu agieren.

(L'essentiel/sek)

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