Acht Trainer in anderthalb Jahren

12. Februar 2020 11:22; Akt: 12.02.2020 11:31 Print

Diesem Fluch fiel auch Klinsmann zum Opfer

Wer ihn aufstellt, ist bald seinen Job los: Der Trainerverschleiß von Krzysztof Piatek geht weiter.

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Vielleicht hätten sie etwas genauer hinschauen müssen in Berlin. Auf den ersten Blick ist Krzysztof Piatek: ein treffsicherer Stürmer. 30 Tore schoss der 24-Jährige vergangene Saison, ein Jahr zuvor waren es immerhin 21. Klar also, dass die Hertha bereit war, 22 Millionen Euro für den polnischen Nationalspieler (10 Spiele, 5 Tore) zu bezahlen – auch wenn seine Tormaschinerie in der aktuellen Spielzeit etwas ins Stocken kam. Doch Piatek lässt seine Trainer nicht nur jubeln, nein, wer ihn aufstellt, der ist bald arbeitslos.

Seit der Sturmtank im Sommer 2018 von KS Cracovia zu Genua wechselte, erlebte er sieben Trainer. Mit Jürgen Klinsmanns Nachfolger Alexander Nouri sind es mittlerweile acht. Bei Piateks Ankunft in Genua stand Davide Ballardini noch an der Seitenlinie, dieser wurde im Oktober 2018 jedoch entlassen und durch Ivan Juric ersetzt. Mit dem Kroaten soll Piatek nicht das beste Verhältnis gehabt haben. Kein Problem, zwei Monate später war Juric seinen Job schon wieder los, auf ihn folgte Cesare Prandelli. Über das Verhältnis mit dem ehemaligen Nationaltrainer Italiens ist wenig bekannt, schließlich blieb auch der nicht lange Piateks Trainer. Dieses Mal nicht aufgrund einer Entlassung, sondern wegen eines Transfers. Piatek wechselte für 35 Millionen Euro zur AC Milan.

Immerhin ein halbes Jahr lang wurde er dort von Gennaro Gattuso gecoacht. Doch weil den Milan-Bossen Rang 5 zum Saisonschluss nicht reichte, musste der Weltmeister von 2006 gehen. Mit Marco Giampaolo lernte Piatek also schon wieder einen neuen Coach kennen. Nun, immerhin oberflächlich, denn auch Giampaolos Engagement endete nach nur kurzer Zeit wieder – im Oktober 2019 wurde Stefano Pioli als neuer Milan-Trainer vorgestellt. Unter Pioli kam Piatek, wie schon zuvor in den ersten Saisonmonaten, nicht richtig in die Gänge. Im Winter verpflichteten die Rossoneri dann Zlatan Ibrahimovic, für Piatek wurde die Luft im Sturm dünner. Also flüchtete er nach Berlin, in die Arme Klinsmanns. Und auch in Deutschlands Hauptstadt schlug er sofort zu. Nicht unbedingt Piatek selber, schließlich blieb er in seinen beiden ersten Bundesligaspielen ohne Torerfolg, sondern eher sein Fluch. Es wäre also eine Überraschung, sollte Herthas Interimscoach Alexander Nouri längerfristig Cheftrainer bleiben dürfen.

Denn ein Stürmer wird gerne an Zahlen gemessen. Bei Piatek lauten sie seit Juli 2018 so: Im Schnitt erzielt er pro 139 Minuten ein Tor – und erhält nach zweieinhalb Monaten einen neuen Trainer.

(L'essentiel/fas)

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