Niederlande

30. September 2019 07:48; Akt: 30.09.2019 09:51 Print

Fans werfen ungeliebten Investor aus dem Stadion

Weil die Anhänger des niederländischen Zweitligisten Roda JC Kerkrade mit dem designierten Klub-Boss unzufrieden sind, befördern sie ihn auf die Straße.

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Es waren unglaubliche Szenen beim Fußballspiel zwischen Roda JC Kerkrade und De Graafschap (1:1). Während der Halbzeitpause gingen frustrierte Roda-Fans auf den Investor Mauricio Garcia de la Vega los. Zuerst kam es zwischen der wütenden Fan-Meute und dem Mexikaner zu einer verbalen Auseinandersetzung.

Dann eskalierte die Situation, Garcia de la Vega geriet inmitten der aufgebrachten Anhänger in ein Handgemenge. Erst als die Polizei eintraf, konnten die Gemüter beruhigt und der designierte Klub-Boss unverletzt aus dem Parkstad Limburg Stadion hinausgeführt werden. Laut dem niederländischen Sportportal Vtbl.nl hat die Polizei nun weitere Ermittlungen aufgenommen.

Rechtsstreit in Spanien

Schon während der ersten Halbzeit war aus Protest ein Teil der Tribüne leer geblieben. Im Stadion hingen Transparente, die mit Slogans wie «hijo de puta» (Hurensohn) überschrieben waren und auf Garcia de la Vega zielten. Die Fan-Proteste richten sich gegen die geplante Übernahme des Vereins durch den umstrittenen Geschäftsmann, der im Juni in Erscheinung trat, seither vieles versprochen, aber noch kein Geld in den Klub investiert hat. Finanzielle Engpässe sollen es dem Verein nicht einmal mehr erlauben, den Klub-Mitarbeitern den Lohn zu zahlen.

Garcia de la Vega ist kein unbeschriebenes Blatt in der Fußballszene. Beim spanischen Drittligisten Real Murcia hält er immer noch 84 Prozent der Aktien, befindet sich allerdings in einem Rechtsstreit mit seinen Vorgängern. Auch als Spielerberater ist Garcia de la Vega aktiv – und soll in dieser Funktion immer wieder Abmachungen mit seinen Klienten nicht eingehalten haben.

Sportlicher Absturz

Die Szenen vom Freitagabend stehen sinnbildlich für den sportlichen und wirtschaftlichen Misserfolg von Roda. Einst kickte der niederländische Traditionsverein in der höchsten Spielklasse des Landes und war im Europacup vertreten. Nun kämpft er schon seit geraumer Zeit mit Geldproblemen. In diesem Sommer drohte sogar der Konkurs – insgesamt 900.000 Euro fehlten in der Kasse des Zweitligisten.

Der wirtschaftliche Misserfolg scheint mit der sportlichen Misere Hand in Hand zu gehen – in der laufenden Saison belegt Roda lediglich den 16. Platz. Die Fans fordern den Verein nun auf, fähige Investoren zu finden, die den Klub wieder auf Vordermann bringen.

(L'essentiel)

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