Bundesliga

16. Oktober 2020 16:59; Akt: 16.10.2020 17:06 Print

Herrlich kehrt mit «Marathon»-​​Warnung zurück

Bei der Rückkehr von Heiko Herrlich will der FC Augsburg einen Glanzpunkt setzen. Bei einem Sieg im Spitzenspiel gegen Leipzig wäre die erstmalige Tabellenführung perfekt.

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Das wichtigste Comeback im Bundesliga-Spitzenspiel gibt es an der Seitenlinie. Trainer Heiko Herrlich ist nach einer Lungenerkrankung zurück und möchte mit dem FC Augsburg im unerwarteten Top-Duell am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig Einmaliges schaffen. Bei einem Sieg gegen den von der FCA-Vereinsspitze kritisch beäugten Emporkömmling würden die Schwaben im zehnten Jahr in Deutschlands Spitzenklasse erstmals die Tabellenführung erobern.

«Klar, es ist ein Topspiel. Aber beim Marathon-Lauf habe ich auch noch niemanden gesehen, der bei Kilometer drei oder vier jubelnd rumläuft», sagte Herrlich am Freitag. Sein so furios gestartetes Team würde mit einem Heimsieg und damit der Übernahme der Spitze Manager Stefan Reuter (54) am Tag nach dessen Geburtstag besonders erfreuen.

«Augsburg hat sich verbessert»

«Wir würden uns nicht wehren. Das übergeordnete Ziel ist es aber, die Klasse zu halten», sagte Reuter der «Augsburger Allgemeinen». Da stimmen auch die Spieler gerne ein. «Die Tabelle kann man wegschmeißen. Wir haben erst drei Spieltage», sagte Innenverteidiger Felix Uduokhai. «Das ist eine Momentaufnahme.»

Aber es ist eine Momentaufnahme, die Mut macht. Nach der jüngsten Zittersaison deuten sieben Punkte aus drei Spielen auf eine ruhigere Spielzeit hin. «Augsburg hat sich verbessert gegenüber letzter Saison», stellte RB-Coach Julian Nagelsmann anerkennend fest.

Die Augsburger mussten vor einer Woche allerdings schon zum zweiten Mal in der im März begonnenen Amtszeit von Herrlich damit umgehen, dass der Trainer fehlte. Im Mai verpasste der 48-Jährige ein Spiel wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Vorgaben. Vor einer Woche musste er wegen eines Pneumothorax, einer Ansammlung von Luft zwischen Lunge und Brustwand, ins Krankenhaus.

«Darf nicht zu häufig schreien»

«Es ist mit den Ärzten besprochen, dass ich wieder voll dabei sein kann», sagte der Trainer. «Ich soll aber schauen, dass ich nicht zu häufig schreie.» Da das Spiel wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattfindet, müsste er ganz gut zu hören sein.

Positiv ist das aber nicht, denn die Kulisse von 6000 Zuschauern wird vermisst. «Wir haben uns riesig gefreut aufs nächste Heimspiel mit unseren Fans im Rücken. Leider gehen die Zahlen wieder hoch, und die Behörden müssen so handeln», sagte André Hahn, einer von fünf Augsburger Torschützen in dieser Saison. Verzichten müssen die Schwaben auf den verletzten Alfred Finnbogason.

Größter Trumpf bislang ist allerdings die Defensive. «Wir haben erst ein Gegentor hinnehmen müssen, und Rafal hat in jedem Spiel Paraden gehabt, die uns gut getan haben», lobte Reuter den von Union Berlin verpflichteten Torhüter Rafal Gikiewicz. Der 32-Jährige ist wie Leistungsträger Daniel Caligiuri (32) und Startelf-Kandidat Tobias Strobl (30) neu. Die Umgestaltung scheint geglückt.

(L'essentiel/dpa)

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