Jürgen Klopp

14. März 2020 09:37; Akt: 14.03.2020 09:45 Print

«Heute ist Fußball nicht mehr wichtig»

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp findet in der Corona-Krise die richtigen Worte – obwohl die Pandemie die Reds den ersehnten Meistertitel kosten könnte.

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Trotz der drohenden Annullierung der Premier-League-Saison und dem möglichen Verlust des schon sicher geglaubten Meistertitels mit Liverpool hat Jürgen Klopp um Verständnis für die Spielabsagen wegen der Coronavirus-Krise geworben. «Ich habe bereits gesagt, dass Fußball immer das Wichtigste unter den unwichtigen Dingen ist. Heute sind Fußball und Fußballspiele überhaupt nicht mehr wichtig», sagte der deutsche Coach in einem offenen Brief auf der Website des letztjährigen Champions-League-Siegers.

«Natürlich möchten wir nicht in einem leeren Stadion spielen, und wir möchten nicht, dass Spiele oder Wettbewerbe ausgesetzt werden. Wenn dies jedoch dazu beiträgt, dass eine Person gesund bleibt – nur eine–, werden keine Fragen gestellt», sagte Klopp.

Liverpool steht kurz vor dem Gewinn des ersten Meistertitels seit 30 Jahren. Zwei Siege fehlen noch, um den an der Merseyside im Nordwesten Englands so ersehnten Triumph perfekt zu machen. Die Premier League hat ihren Spielbetrieb derzeit bis zum 3. April unterbrochen.

Absage käme einigen Clubs recht

Die Verantwortlichen wollen trotz aller Herausforderungen die Partien nachholen, wenn es die Situation erlaube. Doch nicht jeder teilt diesen Optimismus. Wie der «Guardian» am Freitag berichtete, wird unter Vereinsbossen bereits über eine Komplett-Absage spekuliert.

Auch der «Independent» berichtete über mehrere Clubchefs, denen das gerade recht kommen würde. Immerhin stehen in England noch mehr als 90 Spiele an. Ob die noch ausgetragen werden können, gilt als fraglich. «Wir haben keine Ahnung», sagte Aston-Villa-Chef Christian Purslow dazu. «Wir hoffen es.» Wirklich? Aston Villa würde von einer Annullierung womöglich profitieren, schließlich steckt der Club als Tabellenvorletzter tief im Abstiegskampf.

«Wenn es eine Wahl zwischen Fußball und dem Wohl der Gesellschaft ist, ist das kein Wettbewerb. Wirklich nicht», hieß es in der Klopp-Botschaft weiter. «Keiner von uns weiß in diesem Moment, wie das Endergebnis aussehen wird, aber als Team müssen wir davon überzeugt sein, dass die Behörden Entscheidungen treffen, die auf fundiertem Urteilsvermögen und Moral beruhen», schrieb Klopp.

Eine Hoffnung auf den Titel bleibt

Für den 52-Jährigen ist klar: «In erster Linie müssen wir alle alles tun, um uns gegenseitig zu schützen. In der Gesellschaft meine ich. Dies sollte die ganze Zeit im Leben der Fall sein, aber in diesem Moment denke ich, dass es mehr denn je wichtig ist.»

Seine (sportlichen) Hoffnungen ruhen nun auch darauf, dass die EM um ein Jahr in den Sommer 2021 verschoben wird und dann in diesem Jahr noch Zeit bleibt, die übrigen Spiele auszutragen. Die Uefa wird darüber am Dienstag befinden.

(L'essentiel/dpa)

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