«Kein Vertrauen»

11. Februar 2020 10:40; Akt: 11.02.2020 13:24 Print

Coach Klinsmann schockiert Hertha mit Rücktritt

Jürgen Klinsmann wirft völlig unerwartet als Cheftrainer bei Hertha BSC hin. Die Nachricht trifft den Berliner Fußball-Bundesligisten unvorbereitet.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Jürgen Klinsmann hat Hertha BSC mitten im Abstiegskampf mit seinem plötzlichen Rücktritt als Cheftrainer geschockt. Nach nur elf Wochen stellte der 55-Jährige mit einer Facebook-Nachricht am Dienstag sein Amt wieder zur Verfügung und traf den Berliner Fußball-Bundesligisten damit völlig unvorbereitet. Klinsmann begründete seinen Entschluss mit fehlendem Vertrauen beim Hauptstadtclub.

«Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente», schrieb der einstige Bundestrainer bei Facebook. «Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden.» Nun wolle er sich auf seine Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückziehen.

«Keinerlei Anzeichen»

Die Hertha war völlig überrascht. «Insbesondere nach der vertrauensvollen Zusammenarbeit hinsichtlich der Personalentscheidungen in der für Hertha BSC intensiven Wintertransferperiode gab es dafür keinerlei Anzeichen», sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz. Zunächst werde Co-Trainer Alexander Nouri die Mannschaft betreuen.

Klinsmann hatte das Team und Preetz am Dienstagvormittag informiert. «Es ist alles zu frisch», sagte Nationalspieler Niklas Stark nach dem Training. «Der Trainer kam in die Kabine. Wir dachten, es geht um die Analyse des letzten Spiels. Und dann hat er es uns gesagt. Wir waren völlig überrascht», sagte Mittelfeldspieler Marko Grujic.

Hertha-Investor Lars Windhorst indes war von Klinsmann nach eigenen Angaben bereits am Montag in Kenntnis gesetzt worden. «Ich bedauere diesen Schritt von Jürgen Klinsmann sehr», sagte der Unternehmer der «Bild»-Zeitung am Dienstag. Windhorst hatte Klinsmann im Herbst des Vorjahres zunächst für einen Posten im Aufsichtsrat der Berliner gewonnen.

Defensiv stabiler

Am 27. November hatte Klinsmann dann das Traineramt von Ante Covic übernommen. In seiner Zeit zeigte das Team im Abstiegskampf defensiv orientierten Fußball und stabilisierte sich zumindest. Im DFB-Pokal-Achtelfinale scheiterten die Berliner vergangene Woche allerdings beim FC Schalke 04 und verloren auch in der Liga nach schwacher Leistung mit 1:3 gegen den FSV Mainz 05.

«Wir waren in der relativ kurzen Zeit auf einem sehr guten Weg, haben auch dank der Unterstützung vieler Menschen trotz meist schwieriger Spiele inzwischen sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz», schrieb Klinsmann. Als möglichen Grund für den Rücktritt nannten «Bild» und «Sport Bild» Unstimmigkeiten über seine Trainer-Zukunft bei Hertha nach dieser Saison.

Klinsmann vom Klassenerhalt überzeugt

Am Samstag gastieren die Berliner bei Schlusslicht SC Paderborn in einem wegweisenden Spiel für den Abstiegskampf. «Ich bin fest davon überzeugt, dass die Hertha das Ziel – den Klassenverbleib - schaffen wird», schrieb Klinsmann auf Facebook.

Noch am Montagabend hatte Klinsmann in einem Facebook-Videochat mit Fans für sein Projekt bei der Hertha geworben und später im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mindestens Platz 15, also den sicheren Klassenverbleib, am Saisonende versprochen. In der Winterpause hatte Hertha dank Geldgeber Windhorst kräftig auf dem Transfermarkt investiert. Für die vier Profis Santiago Ascacibar, Krzysztof Piatek, Matheus Cunha und Lucas Tousart, der jedoch auf Leihbasis noch ein halbes Jahr bei Olympique Lyon bleibt, blätterte der Hauptstadt-Club fast 80 Millionen Euro hin.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bnm am 11.02.2020 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Grinser ist gut weg denn keiner braucht solch eine Nullnummer.

  • sputnik am 11.02.2020 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soll Brötchen backen gehen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • bnm am 11.02.2020 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Grinser ist gut weg denn keiner braucht solch eine Nullnummer.

  • sputnik am 11.02.2020 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soll Brötchen backen gehen!