Fehlende Solidarität?

09. April 2020 10:39; Akt: 09.04.2020 10:45 Print

«Lebt in einer Blase» – Toni Kroos scharf kritisiert

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten möchte der Deutsche von Real Madrid nicht auf Lohn verzichten. Das stößt vor allem auf Unverständnis.

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In Spanien ist der deutsche Fußball-Nationalspieler Toni Kroos wegen seiner ablehnenden Haltung zu einem Gehaltsverzicht in die Kritik geraten. Der Mittelfeldspieler von Rekordmeister Real Madrid wird von Medien und Fans unter anderem als unsolidarisch und realitätsfremd getadelt, nachdem er sich gegen eine Kürzung seiner Bezüge in der Corona-Krise ausgesprochen hatte.

«Er muss auf die Erde zurückkehren. Er hat eine Gefühlslosigkeit gezeigt, die mir wehtut», sagte der in Spanien bekannte Journalist Tomás Roncero von der Zeitung AS in einer TV-Talkrunde in der Nacht zum Mittwoch. Kroos habe gezeigt, «dass er sich nicht um das Unternehmen schert, das ihn bezahlt». Das sei «wie eine Ohrfeige», meinte der frühere Torwart und ehemalige Trainer Jorge D'Alessandro in derselben Sendung. «Dieser Mann lebt doch in einer Blase, in einer anderen Welt.»

Seit seiner Vertragsverlängerung im Oktober 2016 verdient Toni Kroos 21 Millionen Euro pro Jahr. Dazu kommen noch Werbeverträge mit den zahlreichen Sponsoren und die Prämien der deutschen Nationalmannschaft.

Anders als Barça und Co.

Der 30 Jahre alte Kroos hatte im SWR-Podcast «Steil extra!» gesagt: «Auf das Gehalt zu verzichten, ist wie eine Spende ins Nichts oder an den Verein, wobei es hier nicht nötig ist.» Zahlreiche andere Teams in Spanien hatten bereits erklärt, dass ihre Profis auf einen Teil des Lohns verzichten möchten. Beim ewigen Konkurrenten Barça beispielsweise ließen sich die Fußballer den Lohn während der Corona-Krise um 70 Prozent kürzen – und zahlen noch etwas mehr drauf, um den Vereinsangestellten den vollen Lohn zu garantieren.

Am Mittwochabend zog nun doch auch Kroos' Arbeitgeber Real Madrid nach und reduzierte das Gehalt seiner Profis um zehn Prozent. Sollte die Saison 2019/20 abgebrochen werden, würde die Kürzung bei 20 Prozent liegen, teilte der Verein mit. Von der Maßnahme sind auch die Basketball-Profis betroffen. Von dem eingesparten Geld sollen die finanziellen Einbußen der zahlreichen anderen Angestellten des Vereins gemildert werden.

In den Online-Ausgaben der Medien kritisierten zahlreiche Leser Kroos' Haltung. «Er sollte sich schämen, sich einer Gehaltskürzung zu widersetzen, wenn viele nichts zu essen haben», schrieb ein Leser von AS. Ein anderer forderte: «Ein bisschen Solidarität, bitte.» Spanien ist eines der vom Coronavirus am schwersten betroffenen Länder in Europa.

(L'essentiel/dpa/fas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 12Monkeys am 11.04.2020 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Soll machen wat en well, ass schlieslech sain liewen. An dei leit deenen et net passt, pech :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • 12Monkeys am 11.04.2020 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Soll machen wat en well, ass schlieslech sain liewen. An dei leit deenen et net passt, pech :)