Harte Einschnitte

28. Oktober 2020 17:01; Akt: 28.10.2020 17:36 Print

Neue Maßnahmen treffen alle Sportler in Deutschland

Im deutschen Fußball-Oberhaus stehen wieder Spiele vor leeren Rängen an. Maßnahmen die für die einen sinkende Einnahmen bedeuten, treffen auch den Amateursport hart.

storybild

In der Bundesliga werden in nächster Zeit keine Fans zugelassen sein. (Bild: DPA/tom Weller)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Geisterspiele in der Bundesliga, Stillstand im Amateurbereich: Der deutsche Sport wird von den verschärften Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern hart getroffen. Angesichts steigender Infektionszahlen soll der Profifußball im November nur noch ohne Zuschauer spielen dürfen, der Freizeit- und Amateursportbetrieb weitestgehend untersagt werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten.

Die 36 Vereine der Deutschen Fußball Liga müssen sich nicht gänzlich auf eine neue Situation einstellen: Bereits in den vergangenen Wochen hatte es aufgrund steigender Infektionszahlen zahlreiche Spiele ohne oder nur mit wenigen Hundert Zuschauern gegeben. Am Mittwoch kündigten Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 an, dass am kommenden Wochenende keine Fans zugelassen werden.

Geisterspiele sichern das Minimum

Ein umfassendes Hygienekonzept hatte dem Profifußball im vergangenen Frühjahr die Wiederaufnahme des Spielbetriebes mit Geisterspielen ermöglicht. Für die aktuelle Saison erhielten die DFL wie der gesamte Sport von der Politik grünes Licht, zumindest bis zu 20 Prozent der Gesamtkapazität der Stadien auslasten zu dürfen. Genutzt werden konnte das in den wenigsten Fällen.

Dass Geisterspiele das Minimum für das wirtschaftliche Überleben der Vereine sind, hatten zuletzt mehrere Bundesliga-Funktionäre betont. «Wenn wir die auch nicht mehr haben sollten, dann wird es ganz eng», hatte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im ZDF gesagt. In den anderen Profi-Ligen sieht es dagegen bereits jetzt düsterer aus.

Andere Sportarten leiden noch mehr

Im Basketball, Handball, Eishockey oder Volleyball sind die Vereine deutlich stärker auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. «Aus unserer Sicht gibt es fachlich-hygienisch keine Gründe dafür», sagte Stefan Holz, der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Es werden von uns Hygienekonzepte verlangt, für die wir viel Geld in die Hand nehmen und mit ausgewiesenen Experten zusammenarbeiten. Und obwohl die Testphase gezeigt hat, dass die Konzepte funktionieren, dreht man uns doch den Saft ab. Das ist bitter.»

Der BBL-Chef fügte aber hinzu: «Aber jetzt warten wir die genauen Beschlüsse erst einmal ab. Vielleicht gibt es ja noch etwas Kleingedrucktes, das Ausnahmen zulässt.» Er sei froh, dass die Ligen zumindest ohne Zuschauer spielen dürfen. «Von daher schwankt meine Gefühlslage gerade zwischen Frust und Erleichterung», sagte Holz. Die BBL will am 6. November in ihre neue Saison starten.

Extreme Auswirkungen befürchtet

Die Auswirkungen auf den Amateursport dürften extrem sein. Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Betrieb wird eingestellt, Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Allein der Individualsport, also etwa alleine joggen gehen, ist weiter erlaubt. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hatte noch am Dienstag auf «Fingerspitzengefühl» der Politik gehofft.

«Von den 90 000 Vereinen als einzigartigem ‹sozialen Tankstellennetz› in Deutschland bis zum Spitzensport haben alle Verantwortlichen bis heute höchst diszipliniert und vorbildlich bei der Bewältigung der Pandemie gewirkt», hatte Hörmann betont. In der «nun bevorstehenden schwierigen Phase kann und wird der Sport weiterhin Teil der Lösung und nicht des Problems sein». Bund und Länder folgten dieser Argumentation offenbar nicht.

(L'essentiel/DPA)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Axel Busch am 29.10.2020 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Beim (Handball) Spiel Esch gegen Käerjeng am 10.10. gab es auf dem Feld und auf der Tribüne fast 30 Infektionen

  • Axel Busch am 29.10.2020 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Am 20.10. , sorry

Die neusten Leser-Kommentare

  • Axel Busch am 29.10.2020 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Am 20.10. , sorry

  • Axel Busch am 29.10.2020 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Beim (Handball) Spiel Esch gegen Käerjeng am 10.10. gab es auf dem Feld und auf der Tribüne fast 30 Infektionen