Eklat auf Facebook

12. Juni 2019 16:52; Akt: 12.06.2019 17:09 Print

Polen bezeichnet 4:0-​​Sieg gegen Israel als «Pogrom»

Der offizielle Facebook-Account der polnischen Fußballer sorgt für einen Antisemitismus-Eklat, die Ausrede für weiteres Kopfschütteln.

storybild

Polen jubelte über den Sieg gegen Israel. Das Social-Media-Team vergriff sich dabei gewaltig im Ton. (Bild: imago sportfotodienst)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Polen besiegte Israel in der EM-Qualifikation mit 4:0 und führt somit die Österreich-Gruppe an. Beim Heimsieg gegen die Elf von ÖFB-Rekordspieler und Israel-Teamchef Andreas Herzog zeigten sich die Polen von ihrer sportlich besten Seite.

Abseits des Platzes sah das anders aus. Der Verband sorgte via Facebook für einen Skandal. Beim Jubel-Posting wurde der 4:0-Erfolg über Israel als «Pogrom» bezeichnet. Genauer gesagt war da zu lesen: «Tooooooooor! Das ist schon jetzt ein Pogrom ! Wir führen gegen Israel 4:0!»

Sechs Millionen Juden ermordet

Dieser Begriff stammt aus dem Russischen, steht für «zerstören». Er wird gemeinhin im Zusammenhang mit den Gräueltaten gegen Juden vor und während des zweiten Weltkrieges gebraucht. Juden wurden beraubt, enteignet, getötet. Im Holocaust wurden zwischen 1941 und 1945 rund sechs Millionen Juden ermordet.

Begriff sei «üblich»

Die Rechtfertigung des polnischen Verbandes für die Verwendung von «Pogrom» lässt zu wünschen übrig. Der Begriff sei «üblich», um große Siege im Fußball zu beschreiben. Verbandssprecher Jakub Kwiatkowski: «Vielleicht war es in diesem Zusammenhang fehl am Platz, weil es unnötig Emotionen schürt.»

Damit unterstreicht er die mangelnde Sensibilität im Umgang mit geschichtlich belasteten Begriffen.

Zur Einordnung: Auf polnischem Boden steht das größte und bekannteste Vernichtungslager der Nazi-Zeit: das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Mehr als eine Million Menschen kamen allein hier zu Tode. Viele davon Juden.

Laut Grundgesetz gilt Israel als Nationalstaat des jüdischen Volks.

(L'essentiel/SeK)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sputnik am 13.06.2019 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann aus einer Mücke einen Elefanten machen, einfach miserabel seitens der Presse einen Skandal zu provozieren. Solch einen Journalismus gehört in die Mülltonne und die Redaktion zur Rechenschaft gezogen werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • sputnik am 13.06.2019 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man kann aus einer Mücke einen Elefanten machen, einfach miserabel seitens der Presse einen Skandal zu provozieren. Solch einen Journalismus gehört in die Mülltonne und die Redaktion zur Rechenschaft gezogen werden.