Vergewaltigungsvorwürfe

18. Oktober 2020 13:15; Akt: 18.10.2020 13:18 Print

Santos und Robinho lösen Vertrag auf

Rund um eine Gruppenvergewaltigung, wegen der der 36-Jährige bereits verurteilt war, kommen neue Informationen ans Licht. Die Folge: Sein Club schmiss ihn raus.

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Unter dem Druck von Sponsoren und Fans ist der Vertrag zwischen dem FC Santos und dem wegen des Vorwurfs der Gruppenvergewaltigung verurteilten brasilianischen Fußballspielers Robinho nach nur rund einer Woche ausgesetzt worden. Der Spieler solle sich ganz auf seine Verteidigung konzentrieren können in dem Prozess, der in Italien läuft, hieß es in einer Mitteilung auf der Vereins-Website.

Das brasilianische Sportportal «Globoesporte» hatte am Freitag den Inhalt von Audios mit pikanten Details und expliziten Aussagen veröffentlicht, die die italienische Justiz für das Urteil gegen Robinho verwendet haben soll.

Robinho weist Vorwürfe zurück

Der ehemalige Bundesliga-Profi Zé Roberto zeigte sich im brasilianischen Sportfernsehen «schockiert» von den Aussagen, die seinem ehemaligen Nationalmannschaftskollegen zugeschrieben wurden. Robinho war 2017 in Italien zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Spieler der AC Milan habe 2013 zusammen mit fünf anderen Männern eine Frau in einer Disco der norditalienischen Metropole vergewaltigt, urteilte ein Gericht in Mailand.

Bei der Vergewaltigung sollen sie die Frau betrunken und wehrlos gemacht haben. Der Verteidiger des Spielers kündigte damals an, die Verurteilung ersten Grades anzufechten. In einem Schreiben der Anwälte, aus dem «Globoesporte» am Freitag zitierte, wies Robinho die Vorwürfe erneut zurück. Er sei sexuelle Beziehungen immer einvernehmlich eingegangen.

«Ich möchte dem Club helfen»

Nach der Vertragsunterzeichnung mit ihm am vergangenen Samstag hatte der Zeitung «Folha de S. Paulo» zufolge bereits ein Sponsor sein Engagement bei Santos beendet; mindestens vier Sponsoren forderten den Traditionsclub auf, von dem Vertrag zurückzutreten.

Und so bleibt zu sagen, dass die Rückkehr von Robinho zum FC Santos eine kurze Angelegenheit war. Sie wirkte zwar auf den ersten Blick wie ein Traum für Fußballromantiker. Klang doch die gesamte Story so schön. Für einen Mindestlohn wolle er spielen, sagte der 36-Jährige bei der Vorstellung. Und: «Der FC Santos durch­lebt eine finan­ziell schwie­rige Zeit. Es ist also an der Zeit, etwas zu tun. Ich möchte dem Club helfen, der mir immer alles gegeben hat.»

Auf den zweiten Blick wurde jedoch schnell klar: Die Rückkehr war ein Albtraum. Der Brasilianer dachte nicht an den Club, wollte ihm nicht helfen. Robinho floh nur vor einer mög­li­chen Haft­strafe wegen Ver­ge­wal­ti­gung.

(L'essentiel/Nils Hänggi/DPA)

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