«Kuschelnacht»-Spruch

15. Januar 2021 10:22; Akt: 15.01.2021 10:54 Print

Sexismus kostet Kommentator den Job

Nur drei Wochen nach seinem «Kuschelnacht»-Spruch über Sophia Thomalla, der Freundin von Union-Torwart Loris Karius, verlässt Kommentator Jörg Dahlmann «Sky».

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Dieser Altherren-Spruch hatte Konsequenzen. Sky-Kommentator Jörg Dahlmann sorgte kurz vor Weihnachten im Pokal-Spiel zwischen Union Berlin und Paderborn (2:3) für einen kleinen Sexismus-Skandal.

Was er sagte? Nun, folgendes: Union-Torwart Loris Karius (27), der mit dem deutschen Modell und Moderatorin Sophia Thomalla seit über zwei Jahren liiert ist, hatte ein unglückliches Debüt für das Team von Urs Fischer erlebt. Drei Gegentore nach 36 Minuten... Und Dahlmann? Der sprach wenige Minuten vorm Abpfiff ins Mikrofon: «Jetzt in Berlin sitzt er eben nur auf der Bank (bezogen auf seine bisherige Hinrunde, d. Red.). Hat den Vorteil, dass er zu Hause kuscheln kann mit seiner Sophia Thomalla. Aber für so eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auch auf die Bank setzen.»

«Alle wollen wohl ein bisschen Liebe»

Ein sexistischer Spruch, der überhaupt nicht gut ankam. Die Twitter-User waren entsetzt. Jemand schrieb beispielsweise: «Ein neuer Tiefpunkt ist erreicht, was für ein widerlicher Kommentar.» Jemand anders meinte: «Dahlmann, Sie ticken nicht sauber.» Loris Karius retweetete einige der Statements. Und Thomalla? Die 31-Jährige wollte sich nicht auf das Niveau von Dahlmann herablassen und spielte den Kommentar gegenüber der Bild runter. «Alle wollen zu Weihnachten wohl ein bisschen Liebe.... auch der Jörg. Aber Leute – hier geht es um Fußball, nicht um so 'ne Kinderkacke. Ich hab es nicht mal mitbekommen. Das war so ein krasses Spiel. Union war sooo nah dran. Das hat mich weitaus mehr geärgert!», meinte sie.

Dahlmann selbst entschuldigte sich auch einen Tag später bei der Schauspielerin. «Viele sind in heller Aufregung wegen eines Spruches, den ich bei Union Berlin gegen Paderborn in Verbindung mit Sophia Thomalla gemacht habe. Einige werfen mir Sexismus vor. Nein, das war nullkommanull sexistisch gemeint. Aber sollte es so angekommen sein, entschuldige ich mich bei den Zuhörern und auch bei Sophia Thomalla (falls sie sich angegriffen fühlt)», schrieb er bei Instagram. Und: «Sexismus liegt mir ebenso fern wie Rassismus oder ähnliches. Es war ein flapsiger Spruch, der eben offensichtlich für viele danebenging. Es steckte in keiner Weise eine böse Absicht dahinter. Die (soziale) Welt wird immer dünnhäutiger. Na zumindest meine Lebenspartnerin hat über die Sache gelacht.»

Dahlmann verkündete Abschied selbst

Eine Entschuldigung, die wohl zu spät kam. Zunächst reagierte der TV-Sender dadurch, dass man Dahlmann aus der Schusslinie nahm, ihn eine Zeit lang keine Spiele mehr kommentieren ließ. Doch jetzt, nur drei Wochen nach dem Vorfall, nun allerdings das endgültige Aus für Dahlmann. Der 62-Jährige verkündete seinen Sky-Abschied selbst auf Instagram.

Einvernehmlich? Freiwillig? Unklar. Der angefügte Hashtag #schade deutet jedenfalls darauf hin, dass die Trennung wohl nicht ganz freiwillig erfolgte. Sky lässt sich jedenfalls nicht in die Karten blicken. Ein Sprecher meint gegenüber der Bild: «Schon vor längerer Zeit hatten wir mit ihm besprochen, die bis zum Ende der aktuellen Saison laufende Zusammenarbeit nicht zu verlängern.»

(L'essentiel/Nils Hänggi)

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  • komplett überbewertet am 15.01.2021 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung was die alle an Sophia Thomalla finden.

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  • komplett überbewertet am 15.01.2021 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung was die alle an Sophia Thomalla finden.