Homeoffice im Fussball

24. März 2020 23:27; Akt: 24.03.2020 23:31 Print

So sieht das Cyber-​​Training der Bayern aus

Der deutsche Rekordmeister zeigt, wie Mannschaftstraining auch im Homeoffice funktionieren kann.

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Seit Tagen sitzen die meisten Menschen zu Hause und versuchen das Bruttoinlandprodukt zu retten. Videokonferenzen auf dem Sofa, im Arbeitszimmer oder am Küchentisch gehören bereits zum Alltag, teilweise gestört durch das Schreien der Kinder, das Klingeln des Postbeamten oder das Schwingen der Waschmaschine. Arbeit und Familienleben vermischen sich. Wie Homeoffice wirklich aussieht, erleben viele erst jetzt. Allen voran eine Branche, welche sich das so gar nicht gewohnt ist: der Mannschaftssport, der Fußball. An Training auf dem Rasen, den damit verbundenen engen Körperkontakt und technisch-taktische Übungen ist in Zeiten des Coronavirus nicht zu denken. Wann dies wieder möglich sein wird, scheint weiterhin nicht absehbar zu sein.

Trotzdem müssen sich die Spieler fit halten, die Trainer stehen dabei vor neuen Herausforderungen. Denn wochenlang dieselben Übungen alleine zu Hause zu machen, erfordert viel Selbstdisziplin und wirkt öde. Wie im Fußball Motivation, Teamgeist und Spaß trotz Kontaktverbot aufrechterhalten werden kann, zeigt Bayern München mit einem neu eingeführten Cyber-Training im Video oben.

Cyber-Training als wichtiges Gemeinschaftserlebnis

Bayern-Trainer Hansi Flick erlebte dabei ein motiviertes Ensemble, wie er auf der Club-Website erzählte. «Es wird die Gesamtgruppe für das Training geben. Darüber hinaus habe ich aber auch schon angefangen, mich mit kleinen Spielergruppen über Video-Calls auszutauschen», beschrieb Flick weiter. Die Einheiten sollen abhängig vom Trainingsschwerpunkt zwischen 75 Minuten und 90 Minuten dauern. Flick sagt: «Grundsätzlich wird zwischen Grundlagenausdauer und Intervalltraining gewechselt werden. Hinzu kommt ein Krafttraining.»

Übertragen wird der Livestream für die Spieler aus der Säbener Straße, dem Trainingsgelände der Münchner. Dabei können die Bayern-Profis den Trainer sowie die Teamkollegen auf ihren Tablets sehen und untereinander kommunizieren. Der tägliche Kontakt mit seiner Mannschaft ist dem 55-jährigen Bayern-Coach sehr wichtig. Auch der Fitness-Leiter der Bayern, Professor Dr. Holger Broich, unterstreicht «die positive Gruppendynamik, die entsteht, selbst wenn alle nur virtuell miteinander verbunden sind». Broich schwärmte nach der ersten Einheit: «Als das Training vorbei war, war die Videoübertragung noch lange nicht beendet. Die Spieler haben miteinander gesprochen, sich ausgetauscht. Deshalb sind die Trainingskonferenzen wichtige Gemeinschaftserlebnisse in dieser Zeit.»

Dass das Trainieren in den eigenen vier Wänden Spaß machen kann, zeigen auch die Spieler der Super-League: Mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist, wie sich FCZ-Flügel Adrian Winter beim Einzeltraining auf dem Hometrainer samt Skibrille und Gesichtsmaske präsentiert.

Und der Stürmer des BSC Young Boys, Nicolas Moumi Ngamaleu, hält sich zu Hause mit einem Springseil fit, nachdem er sich die Hände desinfiziert hat.

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